Galle – Funktion, Zusammensetzung und Erkrankungen
Die Galle ist eine gelblich-grüne Körperflüssigkeit, die in der Leber produziert und in der Gallenblase gespeichert wird. Sie spielt eine zentrale Rolle bei der Fettverdauung im Dünndarm.
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Die Galle ist eine gelblich-grüne Körperflüssigkeit, die in der Leber produziert und in der Gallenblase gespeichert wird. Sie spielt eine zentrale Rolle bei der Fettverdauung im Dünndarm.
Was ist die Galle?
Die Galle (auch Gallenflüssigkeit oder Gallensaft genannt) ist eine lebenswichtige Körperflüssigkeit, die von den Leberzellen (Hepatozyten) kontinuierlich produziert wird. Sie ist gelblich-grün gefärbt und hat eine leicht bittere Note. Die Leber produziert täglich etwa 600 bis 1000 Milliliter Galle. Diese Flüssigkeit wird über die Gallenwege in die Gallenblase transportiert und dort konzentriert gespeichert, bis sie für die Verdauung benötigt wird.
Zusammensetzung der Galle
Die Galle besteht aus einer Vielzahl von Substanzen, die gemeinsam ihre Funktion im Verdauungssystem ermöglichen:
- Gallensalze: Die wichtigsten Bestandteile für die Fettverdauung. Sie werden aus Cholesterin in der Leber gebildet.
- Cholesterin: Ein Fettbestandteil, der in der Leber synthetisiert und über die Galle ausgeschieden wird.
- Bilirubin: Ein Abbauprodukt des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin. Es verleiht der Galle ihre charakteristische Farbe.
- Lecithin (Phospholipide): Unterstützen die Wirkung der Gallensalze bei der Fettemulgierung.
- Wasser und Elektrolyte: Machen den Großteil der Gallenflüssigkeit aus.
Funktionen der Galle
Die Galle übernimmt im menschlichen Körper mehrere wichtige Aufgaben:
Fettverdauung und Fettresorption
Die bedeutendste Funktion der Galle ist die Emulgierung von Nahrungsfetten. Gallensalze wirken wie ein Reinigungsmittel: Sie umhüllen große Fetttröpfchen und verkleinern sie in winzige Tröpfchen (Mizellen). Dadurch vergrößern sie die Oberfläche der Fette erheblich, sodass die fettspaltendenEnzyme (Lipasen) aus der Bauchspeicheldrüse effektiv angreifen können. Anschließend werden die Fettsäuren und fettlöslichen Vitamine (A, D, E, K) durch die Darmwand aufgenommen.
Ausscheidungsfunktion
Die Galle dient auch als Ausscheidungsweg für verschiedene Substanzen, die der Körper entsorgen muss. Dazu gehören Bilirubin (aus dem Abbau roter Blutkörperchen), überschüssiges Cholesterin sowie bestimmte Medikamente und Stoffwechselendprodukte.
Regulation der Darmflora
Gallensalze haben eine leicht antibakterielle Wirkung und tragen dazu bei, das Gleichgewicht der Darmflora (Darmmikrobiom) zu regulieren, indem sie das übermäßige Wachstum bestimmter Bakterien im Dünndarm hemmen.
Wie wird die Gallenausschüttung gesteuert?
Wenn fetthaltiges oder eiweißreiches Essen in den Zwölffingerdarm (Duodenum) gelangt, schüttet die Dünndarmwand das Hormon Cholecystokinin (CCK) aus. Dieses Hormon bewirkt, dass sich die Gallenblase zusammenzieht und Galle in den Zwölffingerdarm abgibt, wo sie sich mit dem Speisebrei vermischt. Nach der Verdauung werden die Gallensalze im Ileum (letzter Abschnitt des Dünndarms) wieder resorbiert, zur Leber zurücktransportiert und erneut verwendet – dieser Kreislauf wird als enterohepatischer Kreislauf bezeichnet.
Erkrankungen der Galle
Störungen in der Produktion, dem Transport oder der Zusammensetzung der Galle können zu verschiedenen Erkrankungen führen:
- Gallensteine (Cholelithiasis): Entstehen, wenn Bestandteile der Galle (vor allem Cholesterin oder Bilirubin) auskristallisieren und feste Ablagerungen bilden. Sie können starke Schmerzen (Gallenkoliken) verursachen.
- Cholezystitis (Gallenblasenentzündung): Häufig durch Gallensteine ausgelöste Entzündung der Gallenblase, die mit Fieber, Oberbauchschmerzen und Übelkeit einhergeht.
- Cholestase (Gallestau): Ein Rückstau der Galle, der durch Gallensteine, Tumoren oder entzündliche Erkrankungen verursacht werden kann. Typisches Zeichen ist eine Gelbsucht (Ikterus).
- Gallengangsentzündung (Cholangitis): Entzündung der Gallengänge, die meist durch eine bakterielle Infektion bei Gallenstau entsteht.
- Gallensäurenmangel: Kann zu einer verminderten Fettresorption und einem Mangel an fettlöslichen Vitaminen führen.
Klinische Relevanz und Diagnostik
Erkrankungen der Galle werden häufig durch eine Ultraschalluntersuchung des Oberbauchs diagnostiziert. Blutuntersuchungen (Leberwerte wie Bilirubin, ALT, AST, Gamma-GT und alkalische Phosphatase) geben Hinweise auf Störungen im Gallenfluss oder in der Leberfunktion. Bei Bedarf kommen auch bildgebende Verfahren wie MRCP (Magnetresonanz-Cholangiopankreatikographie) oder eine ERCP (endoskopisch retrograde Cholangiopankreatikographie) zum Einsatz, um die Gallengänge genauer darzustellen.
Quellen
- Pschyrembel Klinisches Wörterbuch. 268. Auflage. De Gruyter, Berlin 2020.
- Lullmann-Rauch R. Taschenlehrbuch Histologie. 6. Auflage. Thieme Verlag, Stuttgart 2019.
- World Gastroenterology Organisation (WGO): Global Guidelines on Gallstone Disease. WGO, 2020. Verfügbar unter: https://www.worldgastroenterology.org
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