Gehan-George-Formel – Koerperoberflaechenberechnung
Die Gehan-George-Formel berechnet die Koerperoberflaehe eines Menschen anhand von Koerpergewicht und Koerpergroesse. Sie wird in der Medizin zur praezisen Dosierung von Medikamenten eingesetzt.
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Die Gehan-George-Formel berechnet die Koerperoberflaehe eines Menschen anhand von Koerpergewicht und Koerpergroesse. Sie wird in der Medizin zur praezisen Dosierung von Medikamenten eingesetzt.
Was ist die Gehan-George-Formel?
Die Gehan-George-Formel ist eine mathematische Berechnungsformel, mit der die Koerperoberflaehe (KOF) eines Menschen ermittelt wird. Sie wurde 1970 von den Wissenschaftlern E. A. Gehan und S. L. George entwickelt und zaehlt bis heute zu den am haeufigsten verwendeten Methoden zur KOF-Berechnung in der klinischen Medizin. Die Koerperoberflaehe wird in der Einheit Quadratmeter (m²) angegeben.
Die Formel lautet:
KOF (m²) = 0,0235 × Groesse (cm)^0,42246 × Gewicht (kg)^0,51456
Sie gilt als praeziser als die aeltere und bekanntere DuBois-Formel, da sie auf einer breiteren Datenbasis entwickelt wurde und eine hoehere Genauigkeit ueber verschiedene Koerpertypen hinweg aufweist.
Wozu wird die Gehan-George-Formel verwendet?
Die Hauptanwendung der Gehan-George-Formel liegt in der Dosierungsberechnung von Medikamenten, insbesondere in der Onkologie (Krebsmedizin). Viele Chemotherapeutika werden nicht nach dem Koerpergewicht allein, sondern bezogen auf die Koerperoberflaehe dosiert, da dies eine genauere und sicherere Medikamentengabe ermoeglicht.
- Onkologie: Berechnung der Chemotherapie-Dosis (z. B. in mg/m²)
- Paediatrie: Praezise Dosierung von Medikamenten bei Kindern und Jugendlichen
- Nephrologie: Berechnung der glomerularen Filtrationsrate (GFR) zur Beurteilung der Nierenfunktion
- Kardiologie: Normierung von Herzindex und anderen haemodynamischen Parametern
- Intensivmedizin: Berechnung von Fluessigkeitsbedarf und Ernaehrungsplaenen
Hintergrund und Entwicklung
Die Berechnung der Koerperoberflaehe basiert auf dem Prinzip, dass der menschliche Stoffwechsel und die Ausscheidungskapazitaet bestimmter Organe, wie z. B. der Nieren und der Leber, mit der Koerperoberflaehe korrelieren. Fuer viele Medikamente, besonders solche mit einer geringen therapeutischen Breite (d. h. einem kleinen Bereich zwischen wirksamer und toxischer Dosis), ist eine oberflaechenbasierte Dosierung daher sicherer als eine rein gewichtsbasierte.
Gehan und George nutzten fuer ihre Formel Daten von 401 Probanden und verglichen ihre Ergebnisse mit den Referenzmessungen des damaligen Goldstandards. Im Vergleich zu anderen Formeln, wie der DuBois-Formel (1916) oder der Mosteller-Formel (1987), zeigt die Gehan-George-Formel insbesondere bei extremen Koerpermassen (sehr niedrigem oder sehr hohem Gewicht) eine hoehere Praezision.
Berechnungsbeispiel
Fuer eine Person mit einer Groesse von 170 cm und einem Gewicht von 70 kg ergibt die Gehan-George-Formel eine Koerperoberflaehe von etwa 1,83 m². Dieser Wert wird anschliessend mit der gewuenschten Dosierung (z. B. 100 mg/m²) multipliziert, um die individuell korrekte Medikamentenmenge zu bestimmen.
Vergleich mit anderen Formeln
In der klinischen Praxis existieren mehrere Formeln zur Berechnung der Koerperoberflaehe. Die gaengigsten sind:
- DuBois-Formel (1916): Historisch bedeutsam, aber auf einer kleinen Datenbasis entwickelt; kann bei extremen Koerpermassen ungenau sein.
- Mosteller-Formel (1987): Sehr einfach zu berechnen (Wurzel aus [Groesse × Gewicht / 3600]); wird wegen ihrer Einfachheit haeufig in der Praxis verwendet.
- Gehan-George-Formel (1970): Groessere Datenbasis, hoehere Genauigkeit, besonders bei unterdurchschnittlichen oder ueberdurchschnittlichen Koerpermassen.
- Haycock-Formel (1978): Gilt als besonders praezise im paediatrischen Bereich.
Bedeutung fuer Patientinnen und Patienten
Fuer Patientinnen und Patienten ist die Gehan-George-Formel in erster Linie ein Werkzeug, das im Hintergrund einer Behandlung angewendet wird. Besonders in der Chemotherapie kann eine korrekte Dosierung basierend auf der Koerperoberflaehe den Unterschied zwischen einer wirksamen Behandlung und unnoetigen Nebenwirkungen ausmachen. Zu hohe Dosierungen koennen schwerwiegende Nebenwirkungen verursachen, waehrend zu niedrige Dosierungen die Wirksamkeit der Therapie mindern koennen.
Aerztinnen und Aerzte sowie Apothekerinnen und Apotheker verwenden die Formel automatisch im Rahmen der Therapieplanung; Patientinnen und Patienten muessen daher nichts selbst berechnen.
Quellen
- Gehan E.A., George S.L. (1970): Estimation of human body surface area from height and weight. Cancer Chemotherapy Reports, 54(4): 225-235.
- Mosteller R.D. (1987): Simplified calculation of body-surface area. New England Journal of Medicine, 317(17): 1098.
- Lam T.K., Leung D.T. (1988): More on simplified calculation of body-surface area. New England Journal of Medicine, 318(17): 1130.
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