Glomeruläre Filtrationsrate (GFR) – Nierenfunktion
Die glomeruläre Filtrationsrate (GFR) misst die Filterleistung der Nieren. Sie ist ein zentraler Wert zur Beurteilung der Nierenfunktion und Diagnose von Nierenerkrankungen.
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Die glomeruläre Filtrationsrate (GFR) misst die Filterleistung der Nieren. Sie ist ein zentraler Wert zur Beurteilung der Nierenfunktion und Diagnose von Nierenerkrankungen.
Was ist die glomeruläre Filtrationsrate?
Die glomeruläre Filtrationsrate (GFR) ist ein Maß für die Filterleistung der Nieren. Sie gibt an, wie viel Blutplasma pro Minute durch die kleinen Filtereinheiten der Niere – die sogenannten Glomeruli – gefiltert wird. Die GFR wird in Milliliter pro Minute (ml/min) angegeben und gilt als wichtigster Laborwert zur Beurteilung der Nierenfunktion.
Im klinischen Alltag wird häufig die geschätzte glomeruläre Filtrationsrate (eGFR) verwendet, die mithilfe von Blutserumwerten, insbesondere dem Kreatinin-Wert, sowie Alter, Geschlecht und Körpergewicht berechnet wird. Eine direkte Messung der GFR ist aufwendiger und bleibt meist spezialisierten Untersuchungen vorbehalten.
Normalwerte und Interpretation
Bei gesunden Erwachsenen liegt die GFR in der Regel zwischen 90 und 120 ml/min/1,73 m². Mit zunehmendem Alter sinkt die GFR natürlicherweise. Eine dauerhaft erniedrigte GFR unter 60 ml/min/1,73 m² über einen Zeitraum von mehr als drei Monaten gilt als Hinweis auf eine chronische Nierenerkrankung (CKD).
Die Einteilung der Nierenfunktion erfolgt nach den Stadien der KDIGO-Leitlinien (Kidney Disease: Improving Global Outcomes):
- Stadium G1: GFR ≥ 90 ml/min/1,73 m² – normale oder erhöhte Nierenfunktion
- Stadium G2: GFR 60–89 ml/min/1,73 m² – leicht eingeschränkte Nierenfunktion
- Stadium G3a: GFR 45–59 ml/min/1,73 m² – leicht bis mäßig eingeschränkt
- Stadium G3b: GFR 30–44 ml/min/1,73 m² – mäßig bis stark eingeschränkt
- Stadium G4: GFR 15–29 ml/min/1,73 m² – stark eingeschränkte Nierenfunktion
- Stadium G5: GFR unter 15 ml/min/1,73 m² – Nierenversagen, ggf. Dialysepflicht
Wie wird die GFR gemessen?
Geschätzte GFR (eGFR)
Die am häufigsten verwendete Methode ist die Berechnung der eGFR aus dem Serumkreatinin. Kreatinin ist ein Stoffwechselprodukt des Muskelstoffwechsels, das ausschließlich über die Nieren ausgeschieden wird. Steigt der Kreatinin-Spiegel im Blut, deutet dies auf eine verminderte Nierenfilterleistung hin. Für die Berechnung werden heute überwiegend die CKD-EPI-Formel oder die ältere MDRD-Formel verwendet.
Direktmessung der GFR
Eine präzisere Messung erfolgt durch die Bestimmung der Inulin-Clearance oder Iohexol-Clearance. Diese Verfahren sind aufwendiger und werden vor allem in der Forschung oder bei speziellen klinischen Fragestellungen eingesetzt.
Ursachen einer erniedrigten GFR
Eine dauerhaft verminderte GFR kann verschiedene Ursachen haben:
- Diabetes mellitus – häufigste Ursache einer chronischen Nierenerkrankung
- Arterielle Hypertonie – dauerhaft erhöhter Blutdruck schädigt die Nierengefäße
- Glomerulonephritis – Entzündung der Nierenfilter
- Polyzystische Nierenerkrankung – erbliche Erkrankung mit Zystenbildung in der Niere
- Medikamentennebenwirkungen – z. B. durch nephrotoxische Substanzen wie bestimmte Schmerzmittel oder Kontrastmittel
- Akutes Nierenversagen – z. B. durch schwere Infektionen, Volumenmangel oder Vergiftungen
Symptome bei eingeschränkter GFR
Eine eingeschränkte Nierenfilterleistung bleibt im Frühstadium oft symptomlos. Erst bei stärker reduzierter GFR können folgende Beschwerden auftreten:
- Müdigkeit und Erschöpfung
- Wassereinlagerungen (Ödeme) in Beinen und Gesicht
- Veränderungen der Urinmenge oder -farbe
- Schaumiger Urin (Hinweis auf erhöhte Eiweißausscheidung)
- Bluthochdruck
- Übelkeit und Appetitlosigkeit (bei fortgeschrittener Niereninsuffizienz)
Klinische Bedeutung und Therapieplanung
Die GFR spielt eine entscheidende Rolle bei der Dosierung von Medikamenten, da viele Arzneimittel über die Nieren ausgeschieden werden. Bei eingeschränkter GFR können sich Wirkstoffe im Körper ansammeln und zu Nebenwirkungen führen. Zudem ist die GFR relevant für die Entscheidung über eine Dialyse oder eine Nierentransplantation.
Regelmäßige GFR-Kontrollen empfehlen sich besonders für Personen mit bekannten Risikofaktoren wie Diabetes, Bluthochdruck oder familiärer Vorbelastung für Nierenerkrankungen.
Quellen
- KDIGO 2024 CKD Guideline – Kidney Disease: Improving Global Outcomes (KDIGO). KDIGO 2024 Clinical Practice Guideline for the Evaluation and Management of Chronic Kidney Disease. Kidney International, 2024.
- Levey AS, Stevens LA et al. – A New Equation to Estimate Glomerular Filtration Rate. Annals of Internal Medicine, 2009; 150(9): 604–612.
- Deutsche Gesellschaft für Nephrologie (DGfN) – Leitlinien und Empfehlungen zur Diagnose und Therapie der chronischen Nierenerkrankung. www.dgfn.eu, 2023.
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