Madelung-Deformität – Ursachen, Symptome & Behandlung
Die Madelung-Deformität ist eine angeborene Fehlbildung des Handgelenks, bei der die Speiche (Radius) verkürzt und gekrümmt wächst. Sie führt zu einer typischen Bajonettstellung der Hand und verursacht häufig Schmerzen sowie Bewegungseinschränkungen.
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Die Madelung-Deformität ist eine angeborene Fehlbildung des Handgelenks, bei der die Speiche (Radius) verkürzt und gekrümmt wächst. Sie führt zu einer typischen Bajonettstellung der Hand und verursacht häufig Schmerzen sowie Bewegungseinschränkungen.
Was ist die Madelung-Deformität?
Die Madelung-Deformität ist eine seltene, meist angeborene Fehlbildung des Handgelenks, die auf einer gestörten Wachstumsfugenentwicklung der Speiche (Radius) beruht. Durch das asymmetrische Wachstum des Radius kommt es zu einer charakteristischen Fehlstellung, bei der die Hand und das Handgelenk eine sogenannte Bajonettstellung einnehmen – die Hand erscheint nach vorne und zur Seite versetzt. Die Erkrankung wurde erstmals im 19. Jahrhundert von dem deutschen Chirurgen Otto Wilhelm Madelung beschrieben.
Die Deformität tritt häufiger bei Mädchen und Frauen auf und manifestiert sich typischerweise in der Pubertät, wenn das Knochenwachstum besonders aktiv ist. Sie kann einseitig oder beidseitig auftreten.
Ursachen
Die genaue Ursache der Madelung-Deformität ist nicht immer eindeutig. Folgende Faktoren werden unterschieden:
- Primäre (idiopathische) Form: Die häufigste Form ohne erkennbare Grunderkrankung. Oft liegt eine familiäre Häufung vor, was auf eine genetische Komponente hinweist.
- Genetische Ursachen: Eine Assoziation mit Mutationen im SHOX-Gen (Short Stature Homeobox Gene) ist bekannt. Dieses Gen spielt eine wichtige Rolle im Knochenwachstum. Betroffene leiden häufig am Leri-Weill-Dyschondrosteose-Syndrom, einer Skelettdysplasie.
- Sekundäre Formen: Können durch Traumata (Verletzungen der Wachstumsfuge), Infektionen, Rachitis oder andere Erkrankungen des Bindegewebes entstehen.
- Dysostosis enchondralis: Störung der enchondralen Ossifikation im Bereich der distalen Radiuswachstumsfuge.
Symptome
Die Symptome der Madelung-Deformität entwickeln sich meist schleichend im Laufe der Pubertät. Typische Zeichen sind:
- Sichtbare Vorwölbung des ulnaren Handgelenks (Elle steht prominent hervor)
- Bajonettstellung der Hand (Hand ist nach palmar und radial verschoben)
- Schmerzen im Handgelenk, besonders bei Belastung und Drehbewegungen
- Eingeschränkte Dorsalextension (Rückbeugung der Hand) und Unterarmdrehung (Pro- und Supination)
- Verkürzung und Krümmung des Unterarms
- Mögliche Verminderung der Griffstärke
Diagnose
Die Diagnose der Madelung-Deformität wird in der Regel durch eine Kombination aus klinischer Untersuchung und bildgebenden Verfahren gestellt:
- Körperliche Untersuchung: Beurteilung der Handgelenkstellung, Bewegungsumfang und Schmerzsymptomatik.
- Röntgenaufnahme: Standarddiagnostik; zeigt die typischen Veränderungen wie Verkippung der distalen Radiusgelenkfläche, Verkürzung des Radius und Verschiebung der Ulna (Elle).
- MRT (Magnetresonanztomographie): Kann zusätzliche Informationen über Weichteile, Ligamente und die Wachstumsfuge liefern, besonders bei jüngeren Patienten.
- Genetische Diagnostik: Bei Verdacht auf SHOX-Genmutation oder Leri-Weill-Syndrom kann eine molekulargenetische Untersuchung sinnvoll sein.
Behandlung
Konservative Therapie
Bei milden Verläufen ohne wesentliche Beschwerden kann zunächst eine konservative Behandlung erfolgen:
- Physiotherapie zur Erhaltung der Beweglichkeit
- Schmerztherapie mit entzündungshemmenden Medikamenten (z. B. NSAR)
- Ergotherapeutische Maßnahmen und angepasste Schienen
Operative Therapie
Bei ausgeprägter Deformität, starken Schmerzen oder erheblicher Funktionseinschränkung ist ein chirurgischer Eingriff notwendig. Zu den gängigen Operationsverfahren gehören:
- Radiuskorrekturosteotomie: Der Radius wird durchtrennt und in einer korrigierten Position fixiert, um die Achsfehlstellung zu beheben.
- Ulnaverkürzungsosteotomie: Verkürzung der Ulna zur Wiederherstellung des physiologischen Gleichgewichts zwischen Radius und Ulna.
- Physiolyse (Vickers-Operation): Bei noch wachsenden Kindern; es wird ein abnormes Band (Vickers-Ligament), das das Wachstum des Radius hemmt, durchtrennt und die Wachstumsfuge freigegeben.
- Gelenkflächenrekonstruktion: In schweren Fällen kann eine umfassendere Rekonstruktion erforderlich sein.
Das Ziel der Behandlung ist die Schmerzreduktion, die Wiederherstellung der Funktion und die Verbesserung des äußeren Erscheinungsbilds des Handgelenks.
Quellen
- Langer LO Jr. - Dyschondrosteosis, a heritable bone dysplasia with characteristic roentgenographic features. American Journal of Roentgenology, 1965.
- Vickers D, Nielsen G - Madelung deformity: surgical prophylaxis (physiolysis) during the late growth period by resection of the dyschondrosteosis lesion. Journal of Hand Surgery (British Volume), 1992.
- Belin V et al. - SHOX mutations in dyschondrosteosis (Leri-Weill syndrome). Nature Genetics, 1998.
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