Major Basic Protein – Funktion und Bedeutung
Major Basic Protein (MBP) ist ein zytotoxisches Protein aus eosinophilen Granulozyten, das eine zentrale Rolle bei allergischen Reaktionen und der Abwehr von Parasiten spielt.
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Major Basic Protein (MBP) ist ein zytotoxisches Protein aus eosinophilen Granulozyten, das eine zentrale Rolle bei allergischen Reaktionen und der Abwehr von Parasiten spielt.
Was ist das Major Basic Protein?
Das Major Basic Protein (MBP) ist ein basisches, zytotoxisches Protein, das hauptsächlich im Kern der Granula von eosinophilen Granulozyten gespeichert wird. Es macht etwa die Hälfte des gesamten Proteingehalts der eosinophilen Granula aus und ist damit das mengenmäßig bedeutsamste Protein dieser Immunzellen. Der Name leitet sich von seinen biochemischen Eigenschaften ab: Es ist stark basisch (positiv geladen) und dominiert strukturell die Granula der Eosinophilen.
MBP gehört zur Familie der C-Typ-Lektine und besitzt eine hohe positive Ladungsdichte, die es ihm ermöglicht, mit negativ geladenen Strukturen auf Zell- und Pathogenoberflächen zu interagieren und diese zu schädigen.
Biologische Funktion und Wirkmechanismus
Das Major Basic Protein erfüllt im menschlichen Organismus mehrere wichtige immunologische Funktionen:
- Parasitenabwehr: MBP ist in der Lage, die Membran von Parasiten (insbesondere Helminthen/Wurmparasiten) zu zerstören, indem es durch seine stark positive Ladung mit der negativ geladenen Oberfläche der Parasiten interagiert und deren Zellmembranen destabilisiert.
- Antimikrobielle Wirkung: Es wirkt toxisch auf verschiedene Bakterien, Viren und Pilze und trägt so zur angeborenen Immunabwehr bei.
- Aktivierung von Immunzellen: MBP kann Mastzellen und Basophile aktivieren, die daraufhin Histamin und andere Entzündungsmediatoren freisetzen.
- Gewebeschädigung bei Entzündungen: Bei unkontrollierter Freisetzung kann MBP körpereigenes Gewebe schädigen, was insbesondere bei allergischen Erkrankungen und chronischen Entzündungen von Bedeutung ist.
Bedeutung bei Erkrankungen
Allergische und atopische Erkrankungen
Bei Erkrankungen wie allergischem Asthma, atopischer Dermatitis und allergischer Rhinitis kommt es zu einer erhöhten Aktivierung von Eosinophilen und damit zu einer vermehrten Freisetzung von MBP. Das freigesetzte Protein schädigt die Schleimhäute der Atemwege, fördert Entzündungsreaktionen und trägt zur Hyperreagibilität der Bronchien bei. Im Sputum und im Gewebe von Asthmatikern sind erhöhte MBP-Konzentrationen nachweisbar.
Eosinophile Erkrankungen
Bei Erkrankungen wie dem hypereosinophilen Syndrom oder der eosinophilen Ösophagitis führt die übermäßige Degranulation von Eosinophilen und die damit verbundene MBP-Freisetzung zu Gewebeschäden in verschiedenen Organen, darunter Herz, Lunge, Nervensystem und Magen-Darm-Trakt.
Parasiteninfektionen
Bei Infektionen mit Helminthen (Würmern) wie Toxocara oder Schistosomen wird MBP gezielt eingesetzt, um die Parasiten abzutöten. Dies erklärt die typischerweise erhöhte Eosinophilenzahl (Eosinophilie) im Blutbild bei Wurmerkrankungen.
Schwangerschaft
Interessanterweise produzieren auch Zellen der Plazenta MBP (bekannt als MBP-2 oder plazentares MBP). Die Funktion in der Schwangerschaft ist noch nicht vollständig aufgeklärt, es wird jedoch eine Rolle bei der Immuntoleranz und der Entwicklung der Plazenta diskutiert.
Diagnostische Relevanz
Die Bestimmung von Major Basic Protein im Blut, Sputum oder Gewebe kann diagnostisch genutzt werden, um das Ausmaß der eosinophilen Entzündung zu beurteilen. Erhöhte MBP-Spiegel sind ein Hinweis auf eine aktive eosinophile Entzündungsreaktion und werden unter anderem bei folgenden Untersuchungen eingesetzt:
- Beurteilung des Schweregrads von allergischem Asthma
- Diagnostik und Verlaufskontrolle der eosinophilen Ösophagitis
- Nachweis von Parasiteninfektionen
- Überwachung von Patienten mit hypereosinophilem Syndrom
Therapeutische Ansätze
Da MBP eine zentrale Rolle in der eosinophilen Entzündung spielt, zielt eine Reihe von modernen Therapieansätzen darauf ab, die Aktivität der Eosinophilen und damit die MBP-Freisetzung zu reduzieren:
- Kortikosteroide: Hemmen die Aktivierung und Degranulation von Eosinophilen und reduzieren so die MBP-Freisetzung.
- Biologika: Monoklonale Antikörper wie Mepolizumab, Reslizumab oder Benralizumab, die gegen Interleukin-5 (IL-5) oder seinen Rezeptor gerichtet sind, reduzieren die Anzahl und Aktivierung der Eosinophilen gezielt.
- Antiparasitäre Therapie: Bei Parasiteninfektionen zielt die Behandlung auf die Beseitigung des Auslösers ab, was sekundär zu einer Normalisierung der Eosinophilenzahl und MBP-Spiegel führt.
Quellen
- Gleich, G.J. et al. - The major basic protein of eosinophil granules: its role in immunity and disease. In: Journal of Allergy and Clinical Immunology, 1986.
- Rothenberg, M.E. & Hogan, S.P. - The eosinophil. In: Annual Review of Immunology, 2006; 24: 147-174.
- World Allergy Organization (WAO) - Eosinophilic Disorders: Mechanisms and Management. WAO White Book on Allergy, 2013.
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