Meniscus articularis – Funktion, Verletzung & Therapie
Der Meniscus articularis ist eine faserknorpelige Struktur in Gelenken, die als Stoßdämpfer wirkt und zur Stabilität und gleichmäßigen Druckverteilung beiträgt.
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Der Meniscus articularis ist eine faserknorpelige Struktur in Gelenken, die als Stoßdämpfer wirkt und zur Stabilität und gleichmäßigen Druckverteilung beiträgt.
Was ist der Meniscus articularis?
Der Meniscus articularis ist eine halbmondförmige oder keilförmige Faserknorpelscheibe, die sich innerhalb bestimmter Gelenke des menschlichen Körpers befindet. Das Wort stammt aus dem Lateinischen und bedeutet sinngemäß Gelenkmeniskus. Menisken kommen in mehreren Gelenken vor, sind jedoch besonders bekannt aus dem Kniegelenk, wo ein medialer (innerer) und ein lateraler (äußerer) Meniskus vorhanden sind.
Diese Strukturen bestehen überwiegend aus Typ-I-Kollagen und sind damit deutlich fester als der hyaline Knorpel der Gelenkflächen. Sie sind mit der Gelenkkapsel verwachsen und haben eine begrenzte Blutversorgung, was ihre Heilungsfähigkeit nach Verletzungen einschränkt.
Funktion und Bedeutung
Der Meniscus articularis übernimmt im Gelenk mehrere wichtige Aufgaben:
- Stoßdämpfung: Er absorbiert Druckkräfte und schützt so den darunterliegenden Gelenkknorpel.
- Druckverteilung: Er vergrößert die Kontaktfläche zwischen den Gelenkknochen und verteilt die Last gleichmäßig.
- Stabilisierung: Er trägt zur mechanischen Stabilität des Gelenks bei, insbesondere bei Rotationsbewegungen.
- Propriozeption: Er enthält Nervenendigungen, die dem Gehirn Informationen über Gelenkstellung und Bewegung übermitteln.
- Schmierung: Er unterstützt die Verteilung der Gelenkflüssigkeit (Synovia) und reduziert so die Reibung.
Vorkommen in verschiedenen Gelenken
Obwohl der Begriff Meniscus articularis häufig mit dem Kniegelenk assoziiert wird, kommen ähnliche faserknorpelige Strukturen auch in anderen Gelenken vor:
- Kniegelenk (Articulatio genus): Medialer und lateraler Meniskus – die bekanntesten und klinisch bedeutsamsten Menisken.
- Kiefergelenk (Articulatio temporomandibularis): Discus articularis zur Pufferung zwischen Schädelbasis und Unterkieferknochen.
- Schultergelenk (Articulatio acromioclavicularis): Inkonstanter Meniskus zwischen Schulterblatt und Schlüsselbein.
- Handgelenk (Articulatio radioulnaris distalis): Faserknorpeliger Discus zwischen Elle und Handwurzelknochen.
Häufige Erkrankungen und Verletzungen
Der Meniskus ist einer der am häufigsten verletzten Strukturen im Bewegungsapparat. Typische Erkrankungen umfassen:
Meniskusriss (Meniskusläsion)
Meniskusrisse entstehen häufig durch plötzliche Rotationsbewegungen, Verdrehungen oder durch degenerative Veränderungen im Alter. Man unterscheidet verschiedene Rissformen: Längsriss, Korbhenkelriss, Radiärriss und Lappenriss. Symptome sind Schmerzen, Schwellung, Bewegungseinschränkung und ein Schnappgefühl im Knie.
Meniskusdegeneration
Im Laufe des Lebens verliert der Meniskus an Elastizität und Stabilität. Degenerative Meniskusveränderungen sind häufig mit Kniearthrose (Gonarthrose) verbunden und treten vor allem bei älteren Menschen auf.
Meniskuszyste
Durch Flüssigkeitsansammlungen kann sich eine Zyste am oder im Meniskus bilden, die Schmerzen und eine tastbare Schwellung verursacht.
Diagnose
Die Diagnose von Meniskusverletzungen erfolgt durch eine Kombination aus:
- Klinischer Untersuchung: Spezifische Tests wie der McMurray-Test, der Apley-Test oder der Thessaly-Test geben Hinweise auf Meniskusläsionen.
- Magnetresonanztomographie (MRT): Das MRT ist das bildgebende Verfahren der Wahl und ermöglicht eine genaue Beurteilung von Lage und Ausmaß eines Meniskusrisses.
- Arthroskopie: Die Gelenkspiegelung dient sowohl der Diagnose als auch der Therapie und gilt als Goldstandard.
Behandlung
Die Therapie richtet sich nach Art, Ausmaß und Lokalisation der Verletzung sowie nach dem Alter und Aktivitätsniveau des Patienten:
Konservative Behandlung
Kleine, stabile Risse im gut durchbluteten Außenbereich des Meniskus können konservativ behandelt werden: Schonung, Kühlung, Physiotherapie und entzündungshemmende Medikamente (z. B. NSAR) sind typische Maßnahmen.
Operative Behandlung
Bei größeren oder symptomatischen Rissen stehen operative Verfahren zur Verfügung:
- Meniskusnaht (Meniskusrefixation): Der Riss wird arthroskopisch genäht – bevorzugt bei jüngeren Patienten und gutem Heilungspotenzial.
- Partielle Meniskektomie: Der beschädigte Anteil des Meniskus wird entfernt. Dies sollte so sparsam wie möglich erfolgen, um den Knorpel zu schützen.
- Meniskustransplantation: In seltenen Fällen kann ein Spendermeniskus eingesetzt werden.
Rehabilitation und Prognose
Nach einer Meniskusverletzung oder -operation ist gezielte Physiotherapie entscheidend für die vollständige Wiederherstellung der Gelenkfunktion. Die Prognose hängt von der Art der Verletzung, der Behandlung und konsequenter Nachsorge ab. Eine vollständige Entfernung des Meniskus (totale Meniskektomie) erhöht langfristig das Risiko einer Kniearthrose und wird daher heute vermieden.
Quellen
- Kohn, D. (Hrsg.): Das Knie, 2. Auflage. Thieme Verlag, Stuttgart 2005.
- Englund, M. et al.: Incidental Meniscal Findings on Knee MRI in Middle-Aged and Elderly Persons. New England Journal of Medicine, 359(11):1108-1115, 2008.
- Bundesärztekammer / Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF): S2k-Leitlinie Meniskuserkrankungen. AWMF-Register Nr. 033-006, 2021.
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