Metatarsus – Anatomie, Funktion und Erkrankungen
Der Metatarsus (Mittelfuß) bezeichnet die fünf langen Röhrenknochen des Fußes zwischen Fußwurzel und Zehen. Er bildet das knöcherne Fundament des vorderen Fußgewölbes.
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Der Metatarsus (Mittelfuß) bezeichnet die fünf langen Röhrenknochen des Fußes zwischen Fußwurzel und Zehen. Er bildet das knöcherne Fundament des vorderen Fußgewölbes.
Was ist der Metatarsus?
Der Metatarsus, auch als Mittelfuß bezeichnet, ist ein anatomischer Abschnitt des menschlichen Fußes. Er besteht aus fünf langen Röhrenknochen, den sogenannten Metatarsalknochen (Os metatarsale I–V), die zwischen der Fußwurzel (Tarsus) und den Zehengrundgliedern (Phalangen) liegen. Die Metatarsalknochen sind von medial nach lateral nummeriert: Der erste Metatarsalknochen liegt auf der Innenseite (Großzehenstrahl), der fünfte auf der Außenseite des Fußes.
Anatomie und Aufbau
Jeder Metatarsalknochen gliedert sich in drei Abschnitte:
- Basis (Basis ossis metatarsi): Der proximale, zur Fußwurzel gewandte Abschnitt, der mit den Tarsalknochen artikuliert.
- Schaft (Corpus): Der lange, schlanke Mittelabschnitt des Knochens.
- Köpfchen (Caput): Der distale Abschnitt, der mit den Grundgliedern der Zehen das Metatarsophalangealgelenk (MTP-Gelenk) bildet.
Gemeinsam bilden die fünf Metatarsalknochen zusammen mit den Tarsalknochen das vordere Fußlängsgewölbe und das Quergewölbe des Fußes. Diese Gewölbestruktur ist entscheidend für die Stoßdämpfung und gleichmäßige Lastverteilung beim Gehen und Stehen.
Funktion des Metatarsus
Der Metatarsus erfüllt im menschlichen Bewegungsapparat mehrere wichtige Funktionen:
- Lastverteilung: Beim Stand und Gang wird das Körpergewicht über die Metatarsalköpfchen (vor allem I und V) auf den Boden übertragen.
- Abrollbewegung: Beim Gehen dient der Metatarsus als Hebel beim Abstoßen vom Boden (Abrollphase).
- Stabilisierung: Die Metatarsalknochen tragen zur Stabilität des Fußlängs- und Quergewölbes bei.
- Bewegungsübertragung: Die MTP-Gelenke ermöglichen das Beugen und Strecken der Zehen.
Häufige Erkrankungen des Metatarsus
Metatarsalgie
Als Metatarsalgie bezeichnet man Schmerzen im Bereich der Metatarsalköpfchen, häufig verursacht durch Überlastung, Spreizfuß oder ungeeignetes Schuhwerk. Die Schmerzen treten typischerweise beim Gehen oder Stehen auf und sind im Bereich des Fußballens lokalisiert.
Stressfraktur (Marschfraktur)
Eine Stressfraktur des Metatarsus, auch Marschfraktur genannt, entsteht durch wiederholte mechanische Belastung ohne adäquate Erholungszeit. Besonders häufig ist der zweite und dritte Metatarsalknochen betroffen. Typische Betroffene sind Läufer, Soldaten und Tänzer.
Hallux valgus
Der Hallux valgus ist eine häufige Deformität, bei der der erste Metatarsalknochen nach innen abweicht und der Großzeh nach außen kippt. Dies führt zu einer Prominenz (Vorwölbung) des ersten Metatarsalkopfes und kann starke Schmerzen verursachen.
Morton-Neurom
Das Morton-Neurom ist eine schmerzhafte Verdickung des Plantarnervs, die häufig zwischen dem dritten und vierten Metatarsalknochen auftritt. Es verursacht brennende, stechende Schmerzen im Vorfußbereich.
Spreizfuß
Beim Spreizfuß ist das Quergewölbe des Metatarsus abgeflacht, sodass die Metatarsalköpfchen stärker belastet werden. Dies führt zu Schmerzen, Hornhautbildung und kann Metatarsalgie begünstigen.
Diagnose von Metatarsuserkrankungen
Die Diagnose von Erkrankungen im Bereich des Metatarsus erfolgt durch:
- Klinische Untersuchung: Inspektion, Palpation und Bewegungsprüfung des Fußes durch einen Arzt oder Orthopäden.
- Röntgenaufnahme: Standardmäßige Bildgebung zur Beurteilung von Frakturen, Deformitäten und Gelenkveränderungen.
- MRT (Magnetresonanztomographie): Bei Verdacht auf Stressfrakturen, Weichteilläsionen oder Morton-Neurom.
- Podoskopie / Fußdruckmessung: Analyse der Druckverteilung unter dem Fuß zur Beurteilung von Fehlstellungen.
Behandlungsmöglichkeiten
Die Behandlung richtet sich nach der jeweiligen Erkrankung:
- Konservative Therapie: Einlagenversorgung, orthopädisches Schuhwerk, Physiotherapie, Entlastung und entzündungshemmende Medikamente (z. B. NSAIDs) bei Metatarsalgie oder Spreizfuß.
- Ruhigstellung: Bei Stressfrakturen wird der Fuß in einem Spezialschuh oder Gips ruhiggestellt, bis der Knochen verheilt ist.
- Operative Therapie: Bei schweren Deformitäten wie Hallux valgus oder bei therapieresistentem Morton-Neurom kann eine Operation notwendig sein.
Quellen
- Schünke M., Schulte E., Schumacher U. – Prometheus Lernatlas der Anatomie: Allgemeine Anatomie und Bewegungssystem. Thieme Verlag, 2018.
- Breitenseher M. – Fuß und Sprunggelenk: Bildgebende Diagnostik und Therapie. Thieme Verlag, 2014.
- Buckup K., Buckup J. – Klinische Tests an Knochen, Gelenken und Muskeln. Thieme Verlag, 2012.
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