Migräne mit Aura – Symptome, Ursachen & Therapie
Migräne mit Aura ist eine neurologische Erkrankung mit wiederkehrenden Kopfschmerzattacken, denen reversible neurologische Symptome wie Sehstörungen vorausgehen.
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Migräne mit Aura ist eine neurologische Erkrankung mit wiederkehrenden Kopfschmerzattacken, denen reversible neurologische Symptome wie Sehstörungen vorausgehen.
Was ist Migräne mit Aura?
Migräne mit Aura ist eine Form der Migräne, bei der den typischen Kopfschmerzattacken neurologische Warnsymptome – die sogenannte Aura – vorausgehen oder sie begleiten. Die Aura entsteht durch eine vorübergehende, sich langsam ausbreitende Störung der Hirnaktivität, die als kortikale Spreading Depression bezeichnet wird. Migräne zählt zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen weltweit; etwa 25–30 % aller Migränebetroffenen erleben Attacken mit Aura.
Ursachen und Risikofaktoren
Die genaue Ursache der Migräne mit Aura ist multifaktoriell und noch nicht vollständig geklärt. Folgende Faktoren spielen eine Rolle:
- Genetische Veranlagung: Migräne tritt familiär gehäuft auf; mehrere Genmutationen wurden identifiziert, besonders bei der familiären hemiplegischen Migräne.
- Neuronale Überreizbarkeit: Das Gehirn von Migränebetroffenen reagiert empfindlicher auf Reize wie Licht, Lärm oder Stress.
- Hormonelle Einflüsse: Schwankungen des Östrogenspiegels, z. B. während des Menstruationszyklus, können Attacken auslösen.
- Trigger: Schlafmangel, Alkohol, bestimmte Lebensmittel (z. B. Käse, Rotwein), Wetteränderungen und emotionaler Stress.
Symptome
Die Aura
Die Aura dauert typischerweise 20–60 Minuten und bildet sich vollständig zurück. Häufige Aurasymptome sind:
- Visuelle Störungen: Flimmerskotom (Lichtblitze, Zickzacklinien, blinde Flecken) – die häufigste Auravariante
- Sensibilitätsstörungen: Kribbeln oder Taubheitsgefühl, meist beginnend in der Hand und wandernd zum Gesicht
- Sprachstörungen (Aphasie): Schwierigkeiten beim Sprechen oder Wortfinden
- Motorische Schwäche: selten, bei der hemiplegischen Migräne
Die Kopfschmerzphase
Nach der Aura – oder gleichzeitig mit ihr – entwickelt sich meist ein einseitiger, pulsierender Kopfschmerz mittlerer bis starker Intensität, der 4–72 Stunden anhält. Typische Begleitsymptome sind Übelkeit, Erbrechen sowie Licht- und Lärmempfindlichkeit.
Diagnose
Die Diagnose wird klinisch gestellt, d. h. auf Basis der Krankengeschichte und der Beschreibung der Symptome. Die Internationale Kopfschmerzgesellschaft (IHS) hat klare Diagnosekriterien (ICHD-3) definiert. Bildgebende Verfahren wie MRT oder CT werden eingesetzt, um andere Ursachen (z. B. Schlaganfall, Tumor) auszuschließen. Ein Kopfschmerztagebuch hilft, Muster und Trigger zu identifizieren.
Behandlung
Akuttherapie
Zur Behandlung einer akuten Attacke werden folgende Medikamente eingesetzt:
- Triptane (z. B. Sumatriptan, Rizatriptan): spezifische Migränemittel, die auf Serotoninrezeptoren wirken
- Nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder Acetylsalicylsäure
- Antiemetika (z. B. Metoclopramid) bei Übelkeit und Erbrechen
- Bei schweren Attacken: CGRP-Antagonisten (Gepante)
Prophylaxe
Bei häufigen oder schweren Attacken ist eine Vorbeugung sinnvoll:
- Betablocker (z. B. Metoprolol, Propranolol)
- Antiepileptika (z. B. Topiramat, Valproinsäure)
- Antidepressiva (z. B. Amitriptylin)
- CGRP-Antikörper (z. B. Erenumab, Fremanezumab) – moderne, hochwirksame Biologika
- Nicht-medikamentöse Massnahmen: regelmässiger Schlaf, Stressmanagement, Biofeedback, Ausdauersport
Besonderheiten und Risiken
Migräne mit Aura ist im Vergleich zur Migräne ohne Aura mit einem leicht erhöhten Risiko für einen ischämischen Schlaganfall verbunden, insbesondere bei Raucherinnen, die gleichzeitig orale Kontrazeptiva (Verhütungspillen mit Östrogen) einnehmen. Betroffene sollten dieses Risiko mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt besprechen.
Quellen
- Headache Classification Committee of the International Headache Society (IHS): The International Classification of Headache Disorders, 3rd edition (ICHD-3). Cephalalgia, 2018.
- Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG): Leitlinie zur Therapie der Migräne, 2022. Verfügbar unter: www.dmkg.de
- Goadsby PJ et al.: Migraine – Current Understanding and Treatment. New England Journal of Medicine, 2002; 346(4): 257–270.
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