Miotikum – Wirkung, Anwendung & Nebenwirkungen
Ein Miotikum ist ein Wirkstoff, der die Pupille des Auges verengt. Es wird vor allem in der Behandlung des Glaukoms (grüner Star) eingesetzt.
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Ein Miotikum ist ein Wirkstoff, der die Pupille des Auges verengt. Es wird vor allem in der Behandlung des Glaukoms (grüner Star) eingesetzt.
Was ist ein Miotikum?
Ein Miotikum (Plural: Miotika) ist ein pharmakologischer Wirkstoff, der eine Verengung der Pupille (Miosis) bewirkt. Der Begriff leitet sich vom griechischen Wort meioun ab, was so viel wie verkleinern bedeutet. Miotika wirken auf die glatte Muskulatur des Auges und führen zur Kontraktion des Musculus sphincter pupillae, des ringförmigen Schließmuskels der Iris.
In der Augenheilkunde (Ophthalmologie) spielen Miotika eine wichtige therapeutische Rolle, insbesondere bei der Behandlung des erhöhten Augeninnendrucks beim Glaukom (grüner Star).
Wirkmechanismus
Miotika verengen die Pupille, indem sie auf unterschiedliche Weise in die Steuerung der Augenmuskulatur eingreifen. Man unterscheidet zwei Hauptgruppen:
- Parasympathomimetika (direkt wirkende Miotika): Diese Substanzen ahmen die Wirkung des Parasympathikus nach. Sie binden direkt an muskarinische Acetylcholinrezeptoren im Auge und stimulieren so den Musculus sphincter pupillae sowie den Ziliarmuskel. Ein klassisches Beispiel ist Pilocarpin.
- Cholinesterasehemmer (indirekt wirkende Miotika): Diese Wirkstoffe hemmen das Enzym Acetylcholinesterase, das normalerweise den Botenstoff Acetylcholin abbaut. Durch die Hemmung steigt die Konzentration von Acetylcholin im synaptischen Spalt, was ebenfalls zu einer Pupillenverengung führt. Beispiele sind Physostigmin und Echothiophat.
Medizinische Anwendungsgebiete
Glaukombehandlung
Das wichtigste Einsatzgebiet von Miotika ist die Behandlung des Glaukoms, insbesondere des Engwinkelglaukoms und des Offenwinkelglaukoms. Durch die Verengung der Pupille wird der Kammerwinkel des Auges geöffnet, was den Abfluss des Kammerwassers verbessert und den Augeninnendruck senkt. Ein dauerhaft erhöhter Augeninnendruck kann den Sehnerv schädigen und zur Erblindung führen.
Weitere Einsatzgebiete
- Gegenmittel bei Mydriasis: Nach einer medizinisch induzierten Pupillenerweiterung (z. B. nach Augenuntersuchungen) können Miotika eingesetzt werden, um die Pupille wieder zu verengen.
- Akkommodationsstörungen: Miotika wie Pilocarpin können bei bestimmten Formen der Presbyopie (Alterssichtigkeit) in speziellen Augentropfen eingesetzt werden, um die Tiefenschärfe zu verbessern.
- Vor und nach Augenoperationen: Miotika werden auch perioperativ eingesetzt, etwa vor einer Kataraktoperation (grauer Star), um die Pupille kontrolliert zu verengen.
Darreichungsformen und Dosierung
Miotika werden in der Augenheilkunde in der Regel als Augentropfen verabreicht. Die Dosierung und Häufigkeit der Anwendung hängt vom jeweiligen Wirkstoff, der Indikation und dem Schweregrad der Erkrankung ab. So wird Pilocarpin häufig in Konzentrationen von 1 % bis 4 % angewendet und je nach Bedarf mehrmals täglich getropft. Die genaue Dosierung sollte stets vom behandelnden Augenarzt festgelegt werden.
Nebenwirkungen
Wie alle Arzneimittel können auch Miotika Nebenwirkungen verursachen. Die häufigsten lokalen (am Auge) Nebenwirkungen sind:
- Brennen, Stechen oder Rötung des Auges direkt nach dem Einträufeln
- Verschwommenes Sehen oder eine verminderte Sehschärfe, besonders bei schlechten Lichtverhältnissen (durch die verengte Pupille fällt weniger Licht ins Auge)
- Kopfschmerzen, insbesondere Schmerzen über den Augenbrauen (sogenannte Miotikakopfschmerzen)
- Erhöhtes Risiko einer Netzhautablösung bei längerfristiger Anwendung (selten)
Systemische (den gesamten Körper betreffende) Nebenwirkungen sind bei Augentropfen seltener, können aber bei stärkerer Resorption auftreten:
- Verlangsamter Herzschlag (Bradykardie)
- Erhöhter Speichelfluss, Schwitzen
- Magen-Darm-Beschwerden
Gegenanzeigen und Wechselwirkungen
Miotika sollten nicht bei bestimmten Augenerkrankungen wie einer akuten Iritis (Regenbogenhautentzündung) oder einem akuten Engwinkelglaukom ohne vorherige Laserbehandlung angewendet werden. Zudem sollten mögliche Wechselwirkungen mit anderen Augentropfen oder systemischen Medikamenten beachtet werden. Patienten sollten ihren Arzt stets über alle eingenommenen Medikamente informieren.
Quellen
- Grehn, F. - Augenheilkunde. 32. Auflage. Springer Medizin Verlag, Heidelberg (2019).
- Mutschler, E. et al. - Arzneimittelwirkungen: Pharmakologie, Klinische Pharmakologie, Toxikologie. 11. Auflage. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart (2019).
- European Glaucoma Society - Terminology and Guidelines for Glaucoma. 5th Edition. PubliComm, Savona (2020). Verfügbar unter: https://www.eugs.org
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