Mittelohrentzündung was tun – Tipps & Behandlung
Bei einer Mittelohrentzündung helfen Schmerzmittel, abschwellende Nasentropfen und Wärme. Wann ein Arzt nötig ist und was wirklich hilft, erfahren Sie hier.
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Bei einer Mittelohrentzündung helfen Schmerzmittel, abschwellende Nasentropfen und Wärme. Wann ein Arzt nötig ist und was wirklich hilft, erfahren Sie hier.
Was ist eine Mittelohrentzündung?
Eine Mittelohrentzündung (medizinisch: Otitis media) ist eine Entzündung des Mittelohrs, also des Bereichs hinter dem Trommelfell. Sie zählt zu den häufigsten Erkrankungen, besonders bei Kindern. Ausgelöst wird sie meist durch Bakterien oder Viren, häufig im Anschluss an einen Schnupfen oder eine Erkältung. Durch die geschwollene Schleimhaut der Eustachischen Röhre (die Verbindung zwischen Rachen und Mittelohr) kann Sekret nicht mehr abfließen, es kommt zu Druckanstieg, Schmerzen und Entzündung.
Symptome
Typische Beschwerden einer Mittelohrentzündung sind:
- Starke, pochende Ohrenschmerzen, oft einseitig
- Druckgefühl im Ohr
- Schwerhörigkeit oder dumpfes Hören
- Fieber (besonders bei Kindern)
- Allgemeines Krankheitsgefühl, Reizbarkeit
- Gelegentlich Ausfluss aus dem Ohr (bei Trommelfellperforation)
Was tun bei Mittelohrentzündung – Sofortmaßnahmen
Schmerzlinderung
Zur Linderung der Ohrenschmerzen eignen sich rezeptfreie Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol. Diese wirken zusätzlich fiebersenkend. Bitte die empfohlene Dosierung einhalten und bei Kindern das Gewicht beachten. Aspirin sollte bei Kindern unter 16 Jahren nicht verwendet werden.
Wärme
Sanfte Wärme – zum Beispiel durch ein warmes Körnerkissen oder ein leicht erwärmtes Tuch – kann die Ohrenschmerzen lindern und die Durchblutung fördern. Das Ohr sollte dabei nicht direkt überhitzt werden.
Abschwellende Nasentropfen
Abschwellende Nasentropfen oder -sprays (z. B. mit Xylometazolin) helfen, die Schleimhäute in der Nase und im Nasen-Rachen-Raum zu entlasten. Dadurch kann die Eustachische Röhre wieder besser belüftet werden, was den Druck im Mittelohr reduziert. Diese Mittel sollten nicht länger als 5–7 Tage angewendet werden.
Schlaf und Ruhe
Körperliche Schonung und ausreichend Schlaf unterstützen das Immunsystem bei der Bekämpfung der Infektion. Im Schlaf kann eine leicht erhöhte Position des Kopfes den Druck im Ohr verringern.
Wann zum Arzt?
In folgenden Situationen sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden:
- Symptome verbessern sich nach 2–3 Tagen nicht oder verschlechtern sich
- Hohes Fieber (über 39 °C) oder Fieber, das länger als 2 Tage anhält
- Sehr starke Schmerzen, die nicht auf Schmerzmittel ansprechen
- Ausfluss aus dem Ohr (mögliche Trommelfellperforation)
- Betroffene Kinder unter 6 Monaten oder mit Grunderkrankungen
- Anhaltende Hörminderung auch nach Abklingen der Entzündung
- Schwellung, Rötung oder Schmerzen hinter dem Ohr (Hinweis auf Mastoiditis)
Behandlung durch den Arzt
Antibiotika
Nicht jede Mittelohrentzündung erfordert sofort Antibiotika. Bei unkompliziertem Verlauf und älteren Kindern sowie Erwachsenen wird oft zunächst abgewartet (sogenanntes Watchful Waiting). Bei bakterieller Infektion, kleinen Kindern, starken Beschwerden oder fehlendem Spontanverlauf verschreibt der Arzt in der Regel ein Antibiotikum – häufig Amoxicillin. Die vollständige Einnahme der vorgeschriebenen Dosis ist wichtig, um Resistenzen zu vermeiden.
Ohrentropfen
Spezielle schmerzlindernde oder entzündungshemmende Ohrentropfen können ergänzend eingesetzt werden, sofern das Trommelfell intakt ist.
Parazentese
Bei sehr starkem Druckschmerz oder chronischen Verläufen kann der HNO-Arzt das Trommelfell punktieren (Parazentese), um angesammeltes Sekret abzuleiten.
Besonderheiten bei Kindern
Kinder erkranken deutlich häufiger an Mittelohrentzündungen, da ihre Eustachische Röhre kürzer und horizontaler verläuft. Gestillte Kinder haben ein geringeres Risiko. Kinder, die in der Krippe betreut werden oder Passivrauch ausgesetzt sind, erkranken häufiger. Bei wiederkehrenden Mittelohrentzündungen können Paukenröhrchen (kleine Belüftungsröhrchen im Trommelfell) vom HNO-Arzt eingesetzt werden.
Dinge, die vermieden werden sollten
- Kein Wasser ins Ohr lassen (kein Schwimmen, Tauchen)
- Keine Wattestäbchen im Gehörgang verwenden
- Kein starkes Schnäuzen, da dies Druck auf das Mittelohr ausüben kann
- Rauchen vermeiden und das Kind vor Passivrauch schützen
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie (DGHNO-KHC): Leitlinie Otitis media – AWMF, 2019.
- World Health Organization (WHO): Chronic suppurative otitis media – burden of illness and management options. Geneva, 2004.
- Lieberthal AS et al.: The Diagnosis and Management of Acute Otitis Media. Pediatrics, 2013; 131(3): e964–e999.
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