Myelozyt – Definition, Bedeutung & Diagnose
Ein Myelozyt ist eine unreife Vorstufe der weißen Blutkörperchen, die im Knochenmark gebildet wird und zur Reifung der Granulozyten beiträgt.
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Ein Myelozyt ist eine unreife Vorstufe der weißen Blutkörperchen, die im Knochenmark gebildet wird und zur Reifung der Granulozyten beiträgt.
Was ist ein Myelozyt?
Ein Myelozyt ist eine unreife Zelle des blutbildenden Systems und gehört zur Entwicklungsreihe der Granulozyten – einer wichtigen Gruppe weißer Blutkörperchen (Leukozyten). Myelozyten entstehen im Knochenmark und durchlaufen dort mehrere Reifungsstufen, bevor sie als funktionsfähige Granulozyten in das Blut freigesetzt werden. Unter normalen Bedingungen sind Myelozyten nicht im peripheren Blut nachweisbar.
Entstehung und Entwicklung
Die Blutbildung (Hämatopoese) beginnt mit pluripotenten Stammzellen im Knochenmark. Aus diesen entwickeln sich über mehrere Zwischenstufen die Myelozyten. Die Reifungsreihe der Granulozyten verläuft in folgender Reihenfolge:
- Myeloblast (früheste Vorstufe)
- Promyelozyt
- Myelozyt
- Metamyelozyt
- Stabkerniger Granulozyt
- Segmentkerniger Granulozyt (reife Form)
Der Myelozyt ist die letzte Zellstufe, die noch zur Zellteilung fähig ist. Ab dem Metamyeolzyten-Stadium teilen sich die Vorläuferzellen nicht mehr. Myelozyten können je nach ihrem Granulierungstyp in neutrophile, eosinophile und basophile Myelozyten unterteilt werden.
Mikroskopisches Erscheinungsbild
Im gefärbten Blut- oder Knochenmarkausstrich sind Myelozyten anhand charakteristischer Merkmale erkennbar:
- Runder bis ovaler, exzentrischer Zellkern
- Noch keine Kerneinkerbung (im Gegensatz zu reiferen Zellen)
- Sichtbare spezifische Granula im Zytoplasma (je nach Zelltyp unterschiedlich gefärbt)
- Durchmesser von etwa 10–18 Mikrometern
Klinische Bedeutung
Das Auftreten von Myelozyten im peripheren Blutbild – also außerhalb des Knochenmarks – wird als Linksverschiebung bezeichnet und ist ein wichtiger diagnostischer Hinweis. Es kann auf verschiedene Erkrankungen oder Zustände hindeuten:
- Bakterielle Infektionen: Bei schweren Infektionen wird das Knochenmark zur verstärkten Produktion von Granulozyten angeregt.
- Chronische myeloische Leukämie (CML): Eine bösartige Erkrankung des Knochenmarks, bei der unreife Zellen unkontrolliert vermehrt ins Blut gelangen.
- Myeloproliferative Erkrankungen: Erkrankungen, bei denen das Knochenmark übermäßig viele Blutzellen produziert.
- Leukoerythroblastisches Blutbild: Gleichzeitiges Auftreten unreifer weißer und roter Blutzellen im peripheren Blut.
- Sepsis: Lebensbedrohliche Systemreaktion auf eine Infektion.
Diagnose und Untersuchung
Der Nachweis von Myelozyten erfolgt durch:
- Differenzialblutbild: Mikroskopische Auswertung eines gefärbten Blutausstrichs durch einen Labormediziner oder Hämatologen.
- Automatisierte Blutbildanalyse: Moderne Hämatologieanalysatoren können unreife Zellen erkennen und melden.
- Knochenmarkpunktion: Bei Verdacht auf hämatologische Erkrankungen wird eine Probe aus dem Knochenmark entnommen und zytologisch untersucht.
- Durchflusszytometrie: Immunologische Methode zur genauen Zelltypisierung.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nicht gegen Myelozyten selbst, sondern gegen die zugrunde liegende Ursache ihres Auftretens im Blut. Je nach Diagnose kommen folgende Therapien infrage:
- Antibiotika bei bakteriellen Infektionen
- Tyrosinkinase-Inhibitoren (z. B. Imatinib) bei chronischer myeloischer Leukämie
- Chemotherapie oder Stammzelltransplantation bei hämatologischen Neoplasien
- Supportive Therapie bei schweren Systemerkrankungen
Quellen
- Böcker W., Denk H., Heitz Ph.U. (Hrsg.) – Pathologie. 5. Auflage. Urban & Fischer Verlag, München 2012.
- Hoffbrand A.V., Moss P.A.H. – Grundkurs Hämatologie. 3. Auflage. Wiley-Blackwell, 2015.
- World Health Organization (WHO) – Classification of Tumours of Haematopoietic and Lymphoid Tissues. 4th Edition. IARC Press, Lyon 2017.
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