Cholestasetherapie – Behandlung & Medikamente
Die Cholestasetherapie umfasst alle Maßnahmen zur Behandlung von Galleabflussstörungen. Ziel ist es, den Gallefluss wiederherzustellen und Leberschäden zu verhindern.
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Die Cholestasetherapie umfasst alle Maßnahmen zur Behandlung von Galleabflussstörungen. Ziel ist es, den Gallefluss wiederherzustellen und Leberschäden zu verhindern.
Was ist Cholestase?
Als Cholestase bezeichnet man eine Störung des Galleabflusses, bei der Galle nicht ausreichend aus der Leber in den Darm transportiert wird. Dies führt zur Ansammlung von Gallensäuren, Bilirubin und anderen Galleanteilen im Blut und in der Leber. Die Erkrankung kann sowohl innerhalb der Leber (intrahepatische Cholestase) als auch außerhalb der Leber (extrahepatische Cholestase) entstehen und erfordert je nach Ursache eine spezifische Therapie.
Ursachen der Cholestase
Die Ursachen einer Cholestase sind vielfältig und bestimmen maßgeblich die Wahl der Therapie:
- Intrahepatische Ursachen: Lebererkrankungen wie primäre biliäre Cholangitis (PBC), primär sklerosierende Cholangitis (PSC), Virushepatitis, medikamenteninduzierte Leberschäden, Schwangerschaftscholestase
- Extrahepatische Ursachen: Gallensteine im Gallengang, Tumoren der Gallenwege oder Bauchspeicheldrüse, Gallengangsstrikturen
Ziele der Cholestasetherapie
Die Behandlung der Cholestase verfolgt mehrere Ziele: die Beseitigung der zugrunde liegenden Ursache, die Linderung von Symptomen wie Juckreiz (Pruritus) und Ikterus (Gelbsucht) sowie die Verhinderung von Langzeitkomplikationen wie Leberfibrose und Leberversagen.
Behandlungsoptionen
Medikamentöse Therapie
Bei vielen Formen der Cholestase ist eine medikamentöse Behandlung die erste Wahl:
- Ursodeoxycholsäure (UDCA): Dies ist das am häufigsten eingesetzte Medikament bei cholestatischen Lebererkrankungen, insbesondere bei der primären biliären Cholangitis. UDCA wirkt galleflussfördernd, schützt Leberzellen und vermindert Entzündungsreaktionen.
- Obeticholsäure: Ein neueres Medikament, das bei unzureichendem Ansprechen auf UDCA bei PBC eingesetzt wird. Es wirkt als Agonist des Farnesoid-X-Rezeptors (FXR) und reguliert den Gallensäurestoffwechsel.
- Rifampicin: Wird zur Behandlung des cholestasebedingten Juckreizes eingesetzt und regt die Entgiftungsenzyme in der Leber an.
- Colestyramin: Ein Gallensäurebinder, der im Darm Gallensäuren bindet und deren Rückresorption verhindert, was den Juckreiz lindern kann.
- Naltrexon und Sertralin: Diese Substanzen werden ergänzend zur Behandlung des therapieresistenten Pruritus eingesetzt.
Endoskopische und interventionelle Therapie
Bei mechanischen Hindernissen, wie zum Beispiel Gallensteinen oder Gallengangsstrikturen, kommen minimal-invasive Eingriffe zum Einsatz:
- ERCP (Endoskopisch Retrograde Cholangiopankreatographie): Hierbei können Gallensteine entfernt, Strikturen aufgedehnt und Stents eingesetzt werden, um den Gallefluss wiederherzustellen.
- Perkutane transhepatische Cholangiodrainage (PTCD): Bei nicht endoskopisch erreichbaren Obstruktionen wird über die Haut ein Drainagekatheter in die Gallenwege eingebracht.
Operative Therapie
Wenn endoskopische Verfahren nicht ausreichen, kann ein chirurgischer Eingriff notwendig sein, zum Beispiel zur Entfernung von Tumoren, zur Anlage einer biliodigestiven Anastomose oder im Endstadium zur Lebertransplantation.
Therapie der Schwangerschaftscholestase
Die intrahepatische Schwangerschaftscholestase (ICP) erfordert eine besonders sorgfältige Behandlung, da sie mit Risiken für das ungeborene Kind verbunden ist. UDCA gilt hier als Mittel der ersten Wahl. Eine engmaschige Überwachung und gegebenenfalls eine frühzeitige Entbindung werden empfohlen.
Ernährung und unterstützende Maßnahmen
Begleitend zur medizinischen Therapie sind folgende Maßnahmen sinnvoll:
- Fettarme Kost zur Entlastung der Gallensekretion
- Supplementierung von fettlöslichen Vitaminen (A, D, E, K), da deren Aufnahme bei Cholestase eingeschränkt ist
- Verzicht auf Alkohol und potenziell lebertoxische Medikamente
- Regelmäßige ärztliche Kontrolluntersuchungen
Prognose
Die Prognose der Cholestase hängt stark von der zugrunde liegenden Ursache und dem Zeitpunkt der Diagnose ab. Eine frühzeitige und konsequente Therapie kann den Krankheitsverlauf deutlich verbessern und schwerwiegende Komplikationen wie eine Leberzirrhose vermeiden.
Quellen
- European Association for the Study of the Liver (EASL): EASL Clinical Practice Guidelines: The diagnosis and management of patients with primary biliary cholangitis. Journal of Hepatology, 2017.
- Lindor KD et al.: Primary Biliary Cholangitis: 2018 Practice Guidance from the American Association for the Study of Liver Diseases. Hepatology, 2019.
- Williamson C et al.: Intrahepatic cholestasis of pregnancy. The Lancet, 2023.
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