Craniosakrales Gleichgewicht – Definition & Therapie
Das craniosakrale Gleichgewicht beschreibt den harmonischen Rhythmus des craniosakralen Systems zwischen Schädel und Kreuzbein. Es ist Grundlage der Craniosakraltherapie.
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Das craniosakrale Gleichgewicht beschreibt den harmonischen Rhythmus des craniosakralen Systems zwischen Schädel und Kreuzbein. Es ist Grundlage der Craniosakraltherapie.
Was ist das craniosakrale Gleichgewicht?
Das craniosakrale Gleichgewicht ist ein zentrales Konzept der Craniosakraltherapie und beschreibt den ausgeglichenen, rhythmischen Fluss der Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit (Liquor cerebrospinalis) innerhalb des craniosakralen Systems. Dieses System erstreckt sich vom Schädel (Cranium) bis zum Kreuzbein (Os sacrum) und umfasst die Hirnhäute, das zentrale Nervensystem sowie die umgebenden Knochen, Muskeln und Faszien.
Die Idee des craniosakralen Gleichgewichts geht davon aus, dass der craniosakrale Rhythmus – ein feiner, pulsierender Bewegungsrhythmus des Schädels und des Kreuzbeins – ein Indikator für die Gesundheit des Nervensystems und des gesamten Körpers ist. Störungen dieses Rhythmus werden in der Craniosakraltherapie als mögliche Ursache für körperliche und psychische Beschwerden angesehen.
Hintergrund und Entstehung
Das Konzept wurde Anfang des 20. Jahrhunderts vom Osteopathen William Garner Sutherland entwickelt und später von John E. Upledger weiterentwickelt und popularisiert. Upledger prägte den Begriff der Craniosakralen Therapie und beschrieb das craniosakrale System als eigenständige physiologische Einheit mit einem messbaren Eigenrhythmus von etwa 6 bis 12 Zyklen pro Minute.
Bestandteile des craniosakralen Systems
- Schädelknochen: Die Knochen des Schädels sollen laut diesem Konzept minimale Beweglichkeit besitzen.
- Hirnhäute: Dura mater, Arachnoidea und Pia mater bilden die schützende Hülle des Gehirns und Rückenmarks.
- Liquor cerebrospinalis: Die Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit, deren rhythmische Produktion und Resorption den craniosakralen Rhythmus erzeugen soll.
- Kreuzbein: Das Kreuzbein überträgt laut dem Konzept den craniosakralen Rhythmus auf das Becken.
- Faszien: Das Bindegewebsnetz des Körpers soll den Rhythmus in alle Körperbereiche weiterleiten.
Craniosakrales Gleichgewicht in der Therapie
In der Craniosakraltherapie wird das craniosakrale Gleichgewicht durch sanfte manuelle Techniken angestrebt. Der Therapeut oder die Therapeutin legt die Hände mit minimalem Druck auf den Körper, um Störungen im craniosakralen Rhythmus wahrzunehmen und zu korrigieren. Ziel ist es, Spannungen in den Faszien und Hirnhäuten zu lösen und den natürlichen Rhythmus wiederherzustellen.
Anwendungsgebiete
Die Craniosakraltherapie wird bei einer Vielzahl von Beschwerden eingesetzt, darunter:
- Chronische Kopfschmerzen und Migräne
- Nacken- und Rückenschmerzen
- Stress und Erschöpfungszustände
- Kiefergelenksbeschwerden (Craniomandibuläre Dysfunktion)
- Schlafstörungen
- Säuglingsbeschwerden wie Schreibabys und Stillprobleme
- Tinnitus und Schwindel
Wissenschaftliche Einordnung
Das craniosakrale Gleichgewicht und die Craniosakraltherapie sind komplementärmedizinische Konzepte, deren wissenschaftliche Grundlagen kontrovers diskutiert werden. Aus Sicht der klassischen Medizin sind die Schädelknochen im Erwachsenenalter weitgehend verwachsen, sodass die postulierten Mikrobewegungen anatomisch schwer nachweisbar sind. Bislang gibt es nur begrenzte klinische Studien mit hoher Evidenzqualität, die die Wirksamkeit der Craniosakraltherapie eindeutig belegen.
Dennoch berichten viele Patientinnen und Patienten von positiven Effekten wie Entspannung, Schmerzreduktion und verbessertem Wohlbefinden. Die Therapie gilt bei sachgemäßer Anwendung als nebenwirkungsarm und sicher.
Abgrenzung zu verwandten Therapieformen
Das craniosakrale Gleichgewicht ist ein Konzept, das eng mit der Osteopathie und der Biodynamischen Craniosakraltherapie verwandt ist. Während die klassische Osteopathie ein breiteres Behandlungsspektrum umfasst, konzentriert sich die Craniosakraltherapie speziell auf das craniosakrale System. Die biodynamische Variante legt dabei besonders großen Wert auf die Selbstheilungskräfte des Körpers.
Quellen
- Upledger, J.E. & Vredevoogd, J.D. (1983): Craniosacral Therapy. Eastland Press, Seattle.
- Ernst, E. (2012): Craniosacral therapy: a systematic review of the clinical evidence. Focus on Alternative and Complementary Therapies, 17(4), 197-201.
- World Health Organization (WHO) (2019): WHO global report on traditional and complementary medicine 2019. Genf: WHO Press.
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