Eicosapentaensäure (EPA) – Wirkung & Quellen
Eicosapentaensäure (EPA) ist eine mehrfach ungesättigte Omega-3-Fettsäure mit wichtigen entzündungshemmenden Eigenschaften. Sie kommt vor allem in fettem Seefisch vor und unterstützt Herz, Gehirn und Immunsystem.
Tipps & Infos zu Gesundheitsthemen Tipps & Infos zu GesundheitsthemenWissenswertes über "Eicosapentaensäure"
Eicosapentaensäure (EPA) ist eine mehrfach ungesättigte Omega-3-Fettsäure mit wichtigen entzündungshemmenden Eigenschaften. Sie kommt vor allem in fettem Seefisch vor und unterstützt Herz, Gehirn und Immunsystem.
Was ist Eicosapentaensäure?
Eicosapentaensäure (kurz: EPA) ist eine langkettige, mehrfach ungesättigte Fettsäure aus der Gruppe der Omega-3-Fettsäuren. Sie gehört zur Klasse der essenziellen Fettsäuren, das heißt, der menschliche Körper kann sie nur in geringen Mengen selbst herstellen – hauptsächlich aus der pflanzlichen Vorstufe Alpha-Linolensäure (ALA). Eine ausreichende Zufuhr über die Nahrung oder Nahrungsergänzungsmittel ist daher wichtig.
EPA hat die chemische Summenformel C20H30O2 und enthält fünf Doppelbindungen in der Kohlenstoffkette. Sie wirkt vor allem als Vorstufe für entzündungshemmende Botenstoffe und spielt eine zentrale Rolle im Fettstoffwechsel sowie im Immunsystem.
Biologische Funktionen
EPA erfüllt im menschlichen Körper vielfältige Aufgaben:
- Entzündungshemmung: Aus EPA werden sogenannte Eicosanoide – darunter Prostaglandine, Thromboxane und Leukotriene der 3er- und 5er-Serie – gebildet, die entzündliche Prozesse dämpfen und die Blutgerinnung regulieren.
- Herzgesundheit: EPA kann Triglyceridwerte im Blut senken, die Gefäßfunktion verbessern und das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen verringern.
- Gehirn und Nervensystem: EPA unterstützt die Signalübertragung im Gehirn und kann die Stimmung sowie kognitive Funktionen positiv beeinflussen.
- Immunmodulation: EPA beeinflusst die Aktivität von Immunzellen und kann überschießende Immunreaktionen regulieren.
- Zellmembranfunktion: Als Bestandteil von Zellmembranen verbessert EPA deren Fluidität und Funktionsfähigkeit.
Nahrungsquellen
Die reichhaltigsten Quellen für EPA sind:
- Fetter Seefisch: Lachs, Makrele, Hering, Sardine, Thunfisch und Forelle enthalten besonders hohe Mengen an EPA.
- Meeresfrüchte: Muscheln und Austern liefern ebenfalls EPA in nennenswerten Mengen.
- Algenöl: Bestimmte Mikroalgen (z. B. Schizochytrium-Arten) sind pflanzliche Quellen für EPA und DHA und eignen sich besonders für Veganer und Vegetarier.
- Fischöl-Supplemente: Konzentrierte EPA-Präparate aus Fischöl oder Algenöl sind als Kapseln oder flüssiges Öl erhältlich.
Empfohlene Zufuhr
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt für Erwachsene eine tägliche Zufuhr von mindestens 250 mg EPA und DHA zusammen. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) bestätigt diesen Richtwert. Bei bestimmten Erkrankungen wie erhöhten Triglyceridwerten können unter ärztlicher Aufsicht deutlich höhere Dosen (bis zu 4 g pro Tag) eingesetzt werden.
Die WHO empfiehlt den regelmäßigen Verzehr von Fisch – mindestens zwei Portionen pro Woche – um eine ausreichende Omega-3-Versorgung sicherzustellen.
Mangel und Risikogruppen
Ein EPA-Mangel kann bei folgenden Personengruppen auftreten:
- Veganer und Vegetarier, die keinen Fisch essen
- Menschen mit Malabsorptionssyndromen (z. B. Morbus Crohn, Zöliakie)
- Personen mit sehr fettarmer Ernährung
- Ältere Menschen mit verminderter Nahrungsaufnahme
Symptome eines Mangels können trockene Haut, Entzündungsneigung, Stimmungsschwankungen, erhöhte Triglyceridwerte und eine geschwächte Immunfunktion umfassen.
Therapeutische Anwendung und Wechselwirkungen
EPA wird medizinisch unter anderem bei folgenden Indikationen eingesetzt:
- Hypertriglyzeridämie (erhöhte Blutfettwerte)
- Kardiovaskuläre Erkrankungen (zur Sekundärprävention)
- Entzündliche Erkrankungen (z. B. rheumatoide Arthritis)
- Depression und psychische Erkrankungen (ergänzend zur Standardtherapie)
Wichtige Wechselwirkungen bestehen mit:
- Blutverdünnern (z. B. Warfarin, Phenprocoumon): Hohe EPA-Dosen können die gerinnungshemmende Wirkung verstärken.
- Antihypertensiva: EPA kann den blutdrucksenkenden Effekt leicht verstärken.
Überdosierung und Sicherheit
EPA gilt bei empfohlenen Mengen als sicher. Die EFSA stuft eine tägliche Einnahme von bis zu 5 g EPA+DHA aus Nahrungsergänzungsmitteln als unbedenklich ein. Bei sehr hohen Dosen können jedoch folgende Nebenwirkungen auftreten:
- Fischiger Geschmack oder Aufstoßen
- Weicher Stuhlgang oder Durchfall
- Verlängerte Blutungszeit (bei sehr hohen Dosen)
Schwangere und Stillende sollten die Einnahme hochdosierter EPA-Präparate mit einem Arzt absprechen.
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr – Fettsäuren. www.dge.de (2024).
- EFSA Panel on Dietetic Products, Nutrition and Allergies: Scientific Opinion on the Tolerable Upper Intake Level of EPA, DHA and DPA. EFSA Journal, 10(7):2815, 2012.
- Calder PC: Omega-3 fatty acids and inflammatory processes: from molecules to man. Biochemical Society Transactions, 45(5):1105–1115, 2017.
Verwandte Produkte
Für eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac®, probiotischen Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Für Deinen universellen Schutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Proteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des ImmunsystemsMeistgekaufte Produkte
Der universelle Immunschutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Immunproteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des ImmunsystemsFür eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac®, probiotischen Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Die neusten Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieUbiquinoltherapie
Histaminintoleranzdiät
Riboflavinkinaseaktivität
Die meistgelesenen Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieMagnesiumcarbonat
Kölner Liste
Kaloriengehalt
Verwandte Suchbegriffe: Eicosapentaensäure + Eicosapentaensaeure + EPA