Gallensäuren – Funktion, Bildung und Bedeutung
Gallensäuren sind körpereigene Substanzen der Leber, die bei der Verdauung von Fetten eine zentrale Rolle spielen und im Darm als Gallensalze wirken.
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Gallensäuren sind körpereigene Substanzen der Leber, die bei der Verdauung von Fetten eine zentrale Rolle spielen und im Darm als Gallensalze wirken.
Was sind Gallensäuren?
Gallensäuren sind biologisch aktive Moleküle, die in der Leber aus Cholesterin gebildet werden. Sie sind ein wesentlicher Bestandteil der Gallenflüssigkeit und spielen eine entscheidende Rolle bei der Verdauung und Aufnahme von Nahrungsfetten sowie fettlöslichen Vitaminen (A, D, E, K). Im Darm liegen sie meist als Gallensalze vor – das sind Verbindungen der Gallensäuren mit Aminosäuren wie Glycin oder Taurin.
Bildung und Funktion
Die Leber produziert täglich etwa 0,2 bis 0,6 Gramm primärer Gallensäuren, vor allem Cholsäure und Chenodesoxycholsäure. Diese werden in der Gallenblase gespeichert und nach der Nahrungsaufnahme in den Dünndarm abgegeben.
- Fettverdauung: Gallensäuren umhüllen Fettmoleküle und bilden sogenannte Mizellen – mikroskopisch kleine Tröpfchen, die eine effiziente Aufnahme der Fette durch die Darmwand ermöglichen.
- Cholesterinausscheidung: Ein wichtiger Weg, überschüssiges Cholesterin aus dem Körper zu entfernen, ist die Umwandlung in Gallensäuren und deren Ausscheidung über den Stuhl.
- Signalmoleküle: Neuere Forschungen zeigen, dass Gallensäuren auch als Signalmoleküle wirken und Stoffwechselprozesse wie die Glukoseregulation und das Immunsystem beeinflussen.
Enterohepatischer Kreislauf
Gallensäuren werden zu etwa 95 % im letzten Abschnitt des Dünndarms (terminales Ileum) wieder resorbiert und über das Blut zurück zur Leber transportiert. Dieser Recyclingprozess wird als enterohepatischer Kreislauf bezeichnet. Täglich durchlaufen Gallensäuren diesen Kreislauf mehrmals. Nur ein kleiner Teil gelangt in den Dickdarm, wo Darmbakterien sie zu sekundären Gallensäuren (z. B. Desoxycholsäure, Lithocholsäure) umwandeln.
Primäre und sekundäre Gallensäuren
Primäre Gallensäuren
Sie werden direkt in der Leber synthetisiert. Die wichtigsten sind Cholsäure und Chenodesoxycholsäure.
Sekundäre Gallensäuren
Sie entstehen durch die bakterielle Umwandlung primärer Gallensäuren im Dickdarm. Dazu zählen Desoxycholsäure und Lithocholsäure. Diese können bei erhöhter Konzentration potenziell schädigende Wirkungen auf die Darmschleimhaut haben.
Gallensäuren und Erkrankungen
Ein gestörter Gallensäurestoffwechsel kann verschiedene Erkrankungen verursachen oder begünstigen:
- Gallensteine: Ein Ungleichgewicht zwischen Gallensäuren, Cholesterin und Phospholipiden in der Gallenflüssigkeit kann zur Bildung von Gallensteinen führen.
- Gallensäureverlustsyndrom: Wenn Gallensäuren nicht ausreichend im Ileum resorbiert werden (z. B. nach Darmoperationen oder bei Morbus Crohn), gelangen zu viele Gallensäuren in den Dickdarm und verursachen Durchfall.
- Primär biliäre Cholangitis (PBC) und primär sklerosierende Cholangitis (PSC): Erkrankungen, bei denen die Gallenwege entzündet sind und der Gallenfluss gestört ist, führen zu einem Rückstau von Gallensäuren in der Leber (Cholestase).
- Nicht-alkoholische Fettlebererkrankung (NAFLD): Veränderungen im Gallensäurestoffwechsel werden mit der Entstehung und dem Fortschreiten dieser Erkrankung in Verbindung gebracht.
Therapeutischer Einsatz
Gallensäuren und ihre synthetischen Abkömmlinge werden auch medizinisch eingesetzt:
- Ursodesoxycholsäure (UDCA): Eine natürlich vorkommende, aber im Menschen nur in geringen Mengen produzierte Gallensäure. Sie wird therapeutisch zur Behandlung der primär biliären Cholangitis und zur Auflösung von Cholesterin-Gallensteinen eingesetzt.
- Gallensäure-bindende Medikamente (Colestyramin): Diese Wirkstoffe binden Gallensäuren im Darm und verhindern deren Rückresorption. So wird die Leber zur Produktion neuer Gallensäuren aus Cholesterin angeregt, was den Cholesterinspiegel im Blut senkt.
- Obetholsäure: Ein synthetisches Gallensäurederivat, das als Agonist am Farnesoid-X-Rezeptor (FXR) wirkt und bei bestimmten Lebererkrankungen eingesetzt wird.
Quellen
- Hofmann, A. F. & Hagey, L. R. (2008): Bile acids: Chemistry, pathochemistry, biology, pathobiology, and therapeutics. In: Cellular and Molecular Life Sciences, 65(16), 2461–2483.
- Chiang, J. Y. L. (2013): Bile acids: regulation of synthesis. In: Journal of Lipid Research, 50(10), 1955–1966.
- World Gastroenterology Organisation (WGO) Global Guidelines: Disorders of the Bile Ducts. Verfügbar unter: https://www.worldgastroenterology.org
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