Glaskörper – Aufbau, Funktion und Erkrankungen
Der Glaskörper ist eine gelartige, transparente Masse im Inneren des Auges. Er füllt den Raum zwischen Linse und Netzhaut aus und trägt zur Stabilität des Augapfels bei.
Interesse an regelmäßigen Tipps & Infos rund um Gesundheit? Regelmäßigen Tipps & Infos rund um Gesundheit Spare 15% auf FloralWissenswertes über "Glaskörper"
Der Glaskörper ist eine gelartige, transparente Masse im Inneren des Auges. Er füllt den Raum zwischen Linse und Netzhaut aus und trägt zur Stabilität des Augapfels bei.
Was ist der Glaskörper?
Der Glaskörper (lateinisch: Corpus vitreum) ist eine gallertartige, klare Substanz, die den größten Teil des Augeninnenraums ausfüllt. Er befindet sich zwischen der Augenlinse und der Netzhaut (Retina) und macht etwa 80 % des Augenvolumens aus. Seine glasklare Beschaffenheit ermöglicht es, dass Licht ungehindert durch das Auge zur Netzhaut gelangt.
Aufbau und Zusammensetzung
Der Glaskörper besteht zu etwa 98–99 % aus Wasser. Die restlichen Bestandteile umfassen:
- Kollagenfasern (hauptsächlich Typ II), die ein dreidimensionales Netzwerk bilden
- Hyaluronsäure, die dem Gel seine gelartige Konsistenz verleiht
- Elektrolyte, Proteine und andere Makromoleküle in geringen Mengen
Diese Kombination aus Kollagenfasern und Hyaluronsäure verleiht dem Glaskörper seine einzigartige viskoelastische Eigenschaft – er ist also gleichzeitig flüssig und fest.
Funktionen des Glaskörpers
- Optische Funktion: Der transparente Glaskörper lässt Licht ungehindert zur Netzhaut passieren.
- Mechanische Stützfunktion: Er hält die Netzhaut in ihrer Position und gibt dem Augapfel seine runde Form.
- Stoßdämpfer: Der Glaskörper schützt empfindliche Augenstrukturen wie die Linse und die Netzhaut vor mechanischen Erschütterungen.
- Stoffwechselreservoir: Er dient als Depot für Nährstoffe und Stoffwechselprodukte der inneren Augenstrukturen.
Häufige Erkrankungen des Glaskörpers
Glaskörpertrübungen (Mouches volantes)
Mit zunehmendem Alter verändert sich die gelartige Struktur des Glaskörpers. Das Kollagennetzwerk kann zusammenklumpen und Schatten auf die Netzhaut werfen – diese werden als Mouches volantes (fliegende Mücken) oder Floater wahrgenommen. Sie erscheinen als dunkle Punkte, Fäden oder Schlieren im Gesichtsfeld und sind in der Regel harmlos.
Glaskörperabhebung (hintere Glaskörperabhebung)
Im Laufe des Lebens verliert der Glaskörper an Volumen und zieht sich von der Netzhaut zurück. Dieser Vorgang wird als hintere Glaskörperabhebung bezeichnet. Er tritt häufig nach dem 50. Lebensjahr auf und geht oft mit vermehrten Floatern und Lichtblitzen (Photopsien) einher. In den meisten Fällen ist dieser Prozess harmlos, kann jedoch in seltenen Fällen zu einem Netzhautriss führen.
Glaskörperblutung (Hämophthalmus)
Eine Glaskörperblutung entsteht, wenn Blutgefäße platzen und Blut in den Glaskörper eintritt. Ursachen können Diabetes mellitus, Verletzungen, Netzhautrisse oder andere Gefäßerkrankungen sein. Betroffene bemerken plötzliche Sehverschlechterung oder rötliche Schleier im Blickfeld.
Glaskörperlösung und Netzhautablösung
Wenn der Glaskörper bei seiner Ablösung Zugkräfte auf die Netzhaut ausübt, kann diese einreißen oder sich ablösen. Eine Netzhautablösung ist ein augenärztlicher Notfall und erfordert sofortige Behandlung, um dauerhafte Sehschäden zu verhindern.
Diagnose von Glaskörpererkrankungen
Augenärzte untersuchen den Glaskörper mithilfe verschiedener Verfahren:
- Spaltlampenuntersuchung: Untersuchung des vorderen Glaskörperanteils mit einer Spaltlampe
- Ophthalmoskopie (Funduskopie): Beurteilung des Glaskörpers und der Netzhaut nach Pupillenerweiterung
- Optische Kohärenztomographie (OCT): Hochauflösende Querschnittsbilder des Glaskörpers und der Netzhaut
- Ultraschall (B-Scan): Besonders hilfreich bei stark getrübten Medien, wenn die direkte Beurteilung erschwert ist
Behandlung von Glaskörpererkrankungen
Die Behandlung richtet sich nach der zugrundeliegenden Erkrankung:
- Floater: Meist keine Behandlung notwendig; bei starker Beeinträchtigung kann eine Lasertherapie (Vitreolysis) oder eine operative Glaskörperentfernung (Vitrektomie) in Betracht gezogen werden.
- Glaskörperblutung: Abwarten bei leichten Blutungen; bei ausgeprägtem Befund operative Entfernung mittels Vitrektomie.
- Netzhautriss oder -ablösung: Sofortige Laserkoagulation oder operative Versorgung (Plombenoperation, Vitrektomie).
Quellen
- Grehn, F. - Augenheilkunde. 32. Auflage. Springer Verlag, 2019.
- Forrester, J.V. et al. - The Eye: Basic Sciences in Practice. 4th Edition. Elsevier, 2016.
- Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) - Leitlinien zur Diagnostik und Therapie von Glaskörper- und Netzhauterkrankungen. www.dog.org, abgerufen 2024.
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