Gallenblasenfunktionstest – Ablauf und Bedeutung
Der Gallenblasenfunktionstest prüft, wie gut die Gallenblase Galle speichert und abgibt. Er hilft bei der Diagnose von Erkrankungen wie Gallensteinleiden oder Gallenblasendyskinesie.
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Der Gallenblasenfunktionstest prüft, wie gut die Gallenblase Galle speichert und abgibt. Er hilft bei der Diagnose von Erkrankungen wie Gallensteinleiden oder Gallenblasendyskinesie.
Was ist ein Gallenblasenfunktionstest?
Der Gallenblasenfunktionstest ist ein diagnostisches Verfahren, mit dem die Funktion der Gallenblase beurteilt wird. Die Gallenblase ist ein kleines, birnenförmiges Organ unter der Leber, das die von der Leber produzierte Galle speichert und bei Bedarf – vor allem nach dem Essen – in den Dünndarm abgibt. Galle ist wichtig für die Verdauung von Fetten.
Mit dem Funktionstest lässt sich feststellen, ob die Gallenblase sich ausreichend zusammenzieht (kontrahiert) und die Galle effektiv entleert. Funktioniert dieser Prozess nicht richtig, spricht man von einer Gallenblasendyskinesie – einer Bewegungsstörung der Gallenblase.
Wann wird der Test durchgeführt?
Ein Gallenblasenfunktionstest wird empfohlen, wenn Patienten Beschwerden haben, die auf eine Gallenblasenstörung hinweisen, jedoch in der normalen Ultraschalluntersuchung keine Gallensteine oder andere strukturelle Auffälligkeiten gefunden werden. Typische Anzeichen sind:
- Wiederkehrende Schmerzen im rechten Oberbauch
- Übelkeit und Erbrechen, besonders nach fettreichen Mahlzeiten
- Völlegefühl und Blähungen
- Unklare Verdauungsbeschwerden
Wie funktioniert der Test?
Es gibt verschiedene Methoden zur Beurteilung der Gallenblasenfunktion:
Hepatobiliäre Sequenzszintigraphie (HIDA-Scan)
Die am häufigsten eingesetzte Methode ist die hepatobiliäre Sequenzszintigraphie, auch als HIDA-Scan (Hepatobiliäre Iminodiessigsäure-Szintigraphie) bekannt. Dabei wird eine geringe Menge einer schwach radioaktiven Substanz in eine Vene injiziert. Diese Substanz wird von der Leber aufgenommen und in die Galle ausgeschieden. Mit einer speziellen Kamera werden die Aufnahme durch die Leber und der Fluss der Galle durch die Gallenwege und in die Gallenblase sichtbar gemacht.
Um die Entleerungsfunktion der Gallenblase zu testen, wird anschließend ein Hormon namens Cholecystokinin (CCK) – oder ein Mahlzeit-Ersatz – verabreicht, das normalerweise die Gallenblase zur Kontraktion anregt. Die Kamera misst dann, wie viel Galle die Gallenblase abgibt. Dieser Wert wird als Gallenblasenejektionsfraktion (GBEF) bezeichnet. Ein Wert unter 35–40 % gilt in der Regel als pathologisch (krankhaft).
Ultraschall-basierter Gallenblasenfunktionstest
Alternativ kann die Gallenblasenfunktion auch mittels Ultraschall (Sonographie) beurteilt werden. Dabei wird die Gallenblase vor und nach einer fetthaltigen Mahlzeit oder nach der Gabe von CCK gemessen. Aus dem Volumenunterschied lässt sich die Kontraktionsfähigkeit berechnen. Diese Methode ist strahlungsfrei und gut verträglich.
Magnetresonanz-Cholangiopankreatographie (MRCP)
Die MRCP ist ein MRT-basiertes bildgebendes Verfahren, das die Gallenwege und die Gallenblase sehr detailliert darstellen kann, jedoch primär zur Strukturbeurteilung eingesetzt wird und weniger zur direkten Funktionsmessung.
Ablauf und Vorbereitung
Für den HIDA-Scan und den Ultraschall-Funktionstest ist in der Regel eine mehrstündige Nüchternheit (meist 4–6 Stunden) vor dem Test erforderlich. Der Patient sollte seinen Arzt über alle aktuell eingenommenen Medikamente informieren, da einige Medikamente die Testergebnisse beeinflussen können.
Der HIDA-Scan selbst dauert üblicherweise 1–4 Stunden. Während des Tests liegt der Patient auf einer Untersuchungsliege. Die Strahlenbelastung ist gering und vergleichbar mit anderen nuklearmedizinischen Standarduntersuchungen.
Interpretation der Ergebnisse
Die Ergebnisse des Gallenblasenfunktionstests helfen dem Arzt zu beurteilen:
- Ob die Gallenblase sich ausreichend entleert (normale Ejektionsfraktion)
- Ob eine Gallenblasendyskinesie vorliegt (zu geringe Entleerung)
- Ob der Gallenabfluss durch eine Obstruktion (Verstopfung) behindert wird
- Ob eine Entzündung der Gallenblase (Cholezystitis) vorliegt
Behandlung bei auffälligem Befund
Wenn der Gallenblasenfunktionstest eine deutlich eingeschränkte Funktion der Gallenblase zeigt und die Beschwerden des Patienten damit übereinstimmen, können verschiedene Behandlungsoptionen in Betracht gezogen werden:
- Operative Entfernung der Gallenblase (Cholezystektomie): In vielen Fällen, besonders bei schwerer Dyskinesie, ist die laparoskopische (minimal-invasive) Entfernung der Gallenblase der Goldstandard der Behandlung.
- Medikamentöse Therapie: In weniger schwerwiegenden Fällen können krampflösende Medikamente oder Änderungen der Ernährungsgewohnheiten (z. B. Reduktion fettreicher Speisen) helfen.
- Ernährungsanpassung: Eine fettarme Ernährung kann die Beschwerden lindern, indem die Gallenblase weniger stark zur Kontraktion angeregt wird.
Quellen
- Krishnamurthy GT, Krishnamurthy S. - Nuclear Hepatology: A Textbook of Hepatobiliary Diseases. Springer, 2009.
- Tulchinsky M. et al. - Hepatobiliary Scintigraphy with CCK and Calculation of Gallbladder Ejection Fraction: Methodology and Interpretation. Journal of Nuclear Medicine Technology, 2010.
- European Association for the Study of the Liver (EASL) - Clinical Practice Guidelines on the prevention, diagnosis and treatment of gallstones. Journal of Hepatology, 2016.
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