Magenband – Eingriff, Wirkung & Risiken
Das Magenband ist ein chirurgischer Eingriff zur Behandlung von starkem Übergewicht, bei dem ein verstellbares Band den Magen verkleinert und so die Nahrungsaufnahme dauerhaft reduziert.
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Das Magenband ist ein chirurgischer Eingriff zur Behandlung von starkem Übergewicht, bei dem ein verstellbares Band den Magen verkleinert und so die Nahrungsaufnahme dauerhaft reduziert.
Was ist ein Magenband?
Das Magenband (auch Gastric Banding oder Magenbanding genannt) ist ein minimalinvasiver bariatrischer Eingriff, bei dem ein verstellbares Silikonband um den oberen Teil des Magens gelegt wird. Dadurch entsteht ein kleiner Magenvorhof, der das Sättigungsgefühl erhöht und die Nahrungsaufnahme reduziert. Das Verfahren gehört zu den restriktiven Operationsmethoden der Adipositaschirurgie.
Indikationen
Ein Magenband wird in der Regel bei folgenden Voraussetzungen empfohlen:
- Body-Mass-Index (BMI) ab 40 kg/m² (starke Adipositas)
- BMI ab 35 kg/m² mit schwerwiegenden Begleiterkrankungen wie Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck oder Schlafapnoe
- Gescheiterte konservative Therapieversuche (Diät, Sport, medikamentöse Behandlung) über mindestens 6 Monate
- Psychologische Eignung und Bereitschaft zur langfristigen Nachsorge
Wie funktioniert das Magenband?
Das Magenband wird laparoskopisch (Schlüssellochchirurgie) um den oberen Magenabschnitt platziert. Das Band ist mit einem kleinen Port verbunden, der unter der Bauchhaut eingesetzt wird. Über diesen Port kann das Band durch Einspritzen oder Ablassen einer Kochsalzlösung individuell angepasst werden, um die Enge des Magendurchgangs zu regulieren.
Durch den verkleinerten Mageneingang gelangt Nahrung nur langsam in den restlichen Magen. Das frühe Sättigungsgefühl führt dazu, dass Betroffene kleinere Mahlzeiten zu sich nehmen und somit langfristig Gewicht verlieren.
Ablauf des Eingriffs
Der Eingriff wird in Vollnarkose durchgeführt und dauert in der Regel 30 bis 60 Minuten. Typischerweise sind folgende Schritte Teil des Verfahrens:
- Laparoskopischer Zugang mit kleinen Hautschnitten
- Platzierung des Silikonbandes um den oberen Magenteil
- Einsetzen des subkutanen Ports zur späteren Anpassung
- Naht und Wundversorgung
Der Krankenhausaufenthalt beträgt meist 1 bis 3 Tage. Eine vollständige Erholung ist in der Regel nach 1 bis 2 Wochen möglich.
Ernährung nach dem Magenband
Nach der Operation ist eine schrittweise Kostaufbauphase notwendig:
- Phase 1 (1.–2. Woche): Flüssige Kost (Wasser, klare Brühen, Säfte)
- Phase 2 (3.–4. Woche): Pürierte und weiche Speisen
- Phase 3 (ab der 5. Woche): Schrittweise Rückkehr zur normalen, aber dauerhaft veränderten Ernährung
Generell sollten Mahlzeiten kleinportioniert, gut gekaut und langsam gegessen werden. Zuckerreiche und fettreiche Speisen sowie kohlensäurehaltige Getränke sollten dauerhaft gemieden werden.
Risiken und Nebenwirkungen
Wie bei jedem chirurgischen Eingriff sind auch beim Magenband Risiken und Komplikationen möglich:
- Kurzfristige Risiken: Infektionen, Nachblutungen, Narkosekomplikationen
- Langfristige Risiken: Bandverrutschen (Slippage), Magenpouch-Dilatation, Erosion des Bandes in die Magenwand, Portprobleme
- Erbrechen und Sodbrennen bei falscher Ernährung oder zu engem Band
- In seltenen Fällen: Notwendigkeit zur Bandentfernung
Vergleich mit anderen bariatrischen Verfahren
Das Magenband ist im Vergleich zu anderen bariatrischen Eingriffen wie dem Magenbypass oder dem Schlauchmagen ein reversibles und weniger invasives Verfahren. Es wird jedoch heute seltener eingesetzt, da Langzeitstudien gezeigt haben, dass der Gewichtsverlust im Vergleich zu anderen Methoden geringer und die Komplikationsrate höher sein kann. Die Auswahl des geeigneten Verfahrens erfolgt individuell durch ein interdisziplinäres Team.
Nachsorge und Langzeiterfolg
Regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen sind entscheidend für den Langzeiterfolg. Dazu gehören:
- Bandanpassungen (Füllungen oder Entleerungen) über den Port
- Ernährungsberatung und psychologische Begleitung
- Kontrolle von Blutbild und Nährstoffspiegeln (z. B. Vitamin B12, Eisen, Vitamin D)
- Regelmäßige ärztliche Verlaufskontrolle
Mit konsequenter Ernährungsumstellung und Lebensstilanpassung kann ein dauerhafter Gewichtsverlust von 20–40 % des Ausgangsgewichts erreicht werden.
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV): S3-Leitlinie Chirurgie der Adipositas und metabolischer Erkrankungen, 2018.
- Mechanick JI et al. - Clinical Practice Guidelines for the Perioperative Nutritional, Metabolic, and Nonsurgical Support of the Bariatric Surgery Patient. Obesity, 2013.
- Angrisani L et al. - Bariatric Surgery Worldwide 2013. Obesity Surgery, 2015.
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