Milchpumpe – Anwendung, Arten und Tipps
Eine Milchpumpe ist ein Gerät zum Abpumpen von Muttermilch. Sie unterstützt stillende Mütter bei der Milchgewinnung und ermöglicht die Versorgung des Babys mit Muttermilch auch ohne direktes Anlegen.
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Eine Milchpumpe ist ein Gerät zum Abpumpen von Muttermilch. Sie unterstützt stillende Mütter bei der Milchgewinnung und ermöglicht die Versorgung des Babys mit Muttermilch auch ohne direktes Anlegen.
Was ist eine Milchpumpe?
Eine Milchpumpe (auch Brustsaugpumpe oder Stillpumpe genannt) ist ein medizinisches Hilfsmittel, das stillenden Müttern dabei hilft, Muttermilch aus der Brust zu entnehmen. Das gewonnene Sekret kann anschließend in Flaschen gefüllt und dem Baby zu einem späteren Zeitpunkt gegeben werden. Milchpumpen werden sowohl im klinischen Umfeld als auch zu Hause eingesetzt und sind ein wichtiges Werkzeug zur Unterstützung des Stillens.
Arten von Milchpumpen
Manuelle Milchpumpen
Manuelle Milchpumpen werden durch Handkraft betrieben. Die Mutter übt durch wiederholtes Drücken eines Hebels oder einer Gummibirne einen rhythmischen Sog auf die Brustwarze aus. Diese Art ist kostengünstig, leise und ohne Stromversorgung nutzbar, erfordert jedoch mehr körperlichen Einsatz.
Elektrische Milchpumpen
Elektrische Milchpumpen erzeugen den Sog automatisch über einen Motor. Sie sind in einfacheren Einfach-Ausführungen (eine Brust) und als Doppelpumpen (beide Brüste gleichzeitig) erhältlich. Letztere sparen Zeit und können die Milchproduktion besonders effektiv anregen. Viele Modelle sind mit verschiedenen Saugstufen und Massageprogrammen ausgestattet, die den natürlichen Saugreiz des Babys imitieren.
Klinische Krankenhauspumpen
Hochleistungsmilchpumpen für den klinischen Einsatz werden vor allem eingesetzt, wenn Frühgeborene noch nicht in der Lage sind, selbst an der Brust zu trinken. Diese Geräte sind besonders leistungsstark und können die Milchproduktion effektiv aufbauen und aufrechterhalten.
Anwendung und Gebrauch
Die korrekte Anwendung einer Milchpumpe ist entscheidend für Komfort und Effektivität:
- Die Brusthaube (Flansch) sollte in der richtigen Größe gewählt werden, damit die Brustwarze nicht eingequetscht wird und der Milchfluss optimal erfolgt.
- Die Pumpe sollte in einem ruhigen, entspannten Umfeld benutzt werden, da Oxytocin – das für den Milchspendereflex verantwortliche Hormon – durch Stress gehemmt werden kann.
- Regelmäßiges Abpumpen (etwa 8–12 Mal pro Tag in den ersten Wochen) hilft dabei, die Milchproduktion aufzubauen und aufrechtzuerhalten.
- Alle Teile, die mit Milch in Berührung kommen, müssen nach jedem Gebrauch gründlich gereinigt und regelmäßig sterilisiert werden.
Indikationen und Anwendungsgebiete
Eine Milchpumpe wird in verschiedenen Situationen empfohlen:
- Frühgeborene oder kranke Neugeborene, die noch nicht selbst trinken können
- Mütter mit Milchstau oder Brustentzündung (Mastitis), bei der das Entleeren der Brust zur Linderung beiträgt
- Berufstätige Mütter, die ihr Baby weiterhin mit Muttermilch versorgen möchten
- Aufbau oder Steigerung der Milchmenge bei unzureichender Produktion
- Milchspende für Frühgeborene-Stationen oder Milchbanken
Aufbewahrung von abgepumpter Muttermilch
Abgepumpte Muttermilch kann sicher aufbewahrt werden:
- Bei Raumtemperatur (bis 25 °C): bis zu 4 Stunden
- Im Kühlschrank (4 °C): bis zu 4 Tage
- Im Tiefkühlschrank (–18 °C): bis zu 6 Monate
Für die Aufbewahrung sollten spezielle, sterilisierte Milchbeutel oder verschließbare Behälter aus Glas oder lebensmittelechtem Kunststoff verwendet werden.
Vorteile und mögliche Risiken
Das Abpumpen von Muttermilch bietet zahlreiche Vorteile, birgt aber auch einige Risiken, wenn die Geräte unsachgemäß angewendet werden:
- Vorteile: Flexibilität beim Stillen, Aufbau der Milchmenge, Versorgung von Babys, die nicht direkt trinken können
- Mögliche Risiken: Brustwarzenreizungen oder -verletzungen bei falscher Haube oder zu hohem Sog, Kontaminationsrisiko bei unzureichender Reinigung, übermäßige Abhängigkeit vom Abpumpen anstelle des direkten Anlegens
Kostenübernahme durch die Krankenkasse
In Deutschland können stillende Mütter unter bestimmten Voraussetzungen eine Milchpumpe auf ärztliche Verordnung als Hilfsmittel von der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) erstattet bekommen. Die genauen Voraussetzungen und der Anspruch variieren je nach Krankenkasse. In der Schweiz und in Österreich gelten ähnliche Regelungen über die jeweiligen Krankenkassen.
Quellen
- World Health Organization (WHO) – Infant and Young Child Feeding: Model Chapter for Textbooks (2009). Abgerufen von: https://www.who.int
- Nationale Stillkommission am Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) – Empfehlungen zum Stillen und Abpumpen von Muttermilch (2021). Abgerufen von: https://www.bfr.bund.de
- Academy of Breastfeeding Medicine (ABM) – Clinical Protocol #8: Human Milk Storage Information for Home Use for Full-Term Infants (2017). Abgerufen von: https://www.bfmed.org
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