Morbus Bornholm – Ursachen, Symptome & Behandlung
Morbus Bornholm ist eine virale Infektionskrankheit, die durch Coxsackieviren ausgelöst wird und mit plötzlichen, starken Brustschmerzen sowie Fieber einhergeht.
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Morbus Bornholm ist eine virale Infektionskrankheit, die durch Coxsackieviren ausgelöst wird und mit plötzlichen, starken Brustschmerzen sowie Fieber einhergeht.
Was ist Morbus Bornholm?
Morbus Bornholm, auch bekannt als epidemische Pleurodynie oder Myalgia epidemica, ist eine akute Infektionskrankheit, die durch Coxsackieviren der Gruppe B (seltener A) hervorgerufen wird. Der Name leitet sich von der dänischen Insel Bornholm ab, wo die Erkrankung 1930 erstmals systematisch beschrieben wurde. Die Erkrankung tritt häufig in Epidemien auf, besonders in den Sommer- und Herbstmonaten.
Ursachen
Die Erkrankung wird durch Enteroviren, insbesondere Coxsackieviren der Gruppe B (Typen B1–B5), verursacht. Diese Viren gehören zur Familie der Picornaviren und sind weltweit verbreitet. Die Übertragung erfolgt über:
- Fäkal-orale Übertragung (Schmierinfektion)
- Tröpfcheninfektion durch Husten oder Niesen
- Kontakt mit kontaminierten Gegenständen oder Wasser
Besonders Kinder und junge Erwachsene sind betroffen, jedoch kann die Erkrankung in jedem Lebensalter auftreten.
Symptome
Das Leitsymptom von Morbus Bornholm sind plötzlich auftretende, heftige, krampfartige Schmerzen im Bereich der Brust oder des Oberbauchs, die durch Bewegung, tiefes Einatmen oder Husten verstärkt werden. Die typischen Symptome umfassen:
- Starke, anfallsartig auftretende Brust- oder Oberbauchschmerzen
- Fieber (bis zu 40 °C)
- Allgemeines Krankheitsgefühl und Erschöpfung
- Kopfschmerzen
- Übelkeit und gelegentlich Erbrechen
- Muskelschmerzen (Myalgien)
Die Schmerzen treten typischerweise in Schüben auf, dauern einige Minuten bis zu mehrere Stunden und können sich über mehrere Tage wiederholen. Die Erkrankung dauert in der Regel 3 bis 14 Tage.
Diagnose
Die Diagnose wird in erster Linie klinisch gestellt, also anhand der typischen Symptome und der Krankengeschichte. Da die Schmerzen denen eines Herzinfarkts, einer Lungenembolie oder eines akuten Abdomens ähneln können, ist eine sorgfältige Ausschlussdiagnostik wichtig:
- EKG und Herzenzyme zum Ausschluss eines Herzinfarkts
- Ultraschall oder Röntgen zum Ausschluss anderer Ursachen
- Virusisolierung aus Stuhl, Rachenabstrich oder Blut (im Labor)
- Serologische Tests zum Nachweis von Antikörpern gegen Coxsackieviren
- PCR-Test zum direkten Virusnachweis
Behandlung
Eine spezifische antivirale Therapie gegen Coxsackieviren ist derzeit nicht verfügbar. Die Behandlung ist daher symptomatisch und umfasst:
- Schmerzlinderung mit nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAIDs) wie Ibuprofen oder Paracetamol
- Ausreichend Ruhe und körperliche Schonung
- Ausreichende Flüssigkeitszufuhr
- Wärmebehandlung zur Linderung der Muskelschmerzen
Die Erkrankung heilt in den meisten Fällen selbstlimitierend ab, d. h. sie klingt ohne besondere Behandlung von selbst ab. Komplikationen sind selten, können aber bei Säuglingen, Schwangeren oder immungeschwächten Personen auftreten (z. B. Myokarditis, Meningitis).
Vorbeugung
Gegen Morbus Bornholm gibt es keinen zugelassenen Impfstoff. Die wichtigsten Vorbeugemaßnahmen sind:
- Regelmäßiges und gründliches Händewaschen
- Meiden enger Kontakte mit erkrankten Personen
- Hygienemaßnahmen im Umgang mit Lebensmitteln und Trinkwasser
Quellen
- Robert Koch-Institut (RKI): Steckbriefe zu Infektionskrankheiten – Enteroviren. Berlin, 2023.
- Kliegman RM et al.: Nelson Textbook of Pediatrics. 21. Auflage. Elsevier, 2020.
- Rotbart HA: Enteroviral infections of the central nervous system. Clinical Infectious Diseases, 20(4):971-981, 1995. PubMed PMID: 7795103.
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