Melanotan I (Afamelanotid) – Wirkung und Anwendung
Melanotan I (Afamelanotid) ist ein synthetisches Peptid, das die Hautpigmentierung stimuliert und bei bestimmten Lichtempfindlichkeitserkrankungen medizinisch eingesetzt wird.
Tipps & Infos zu Gesundheitsthemen Tipps & Infos zu GesundheitsthemenWissenswertes über "Melanotan I"
Melanotan I (Afamelanotid) ist ein synthetisches Peptid, das die Hautpigmentierung stimuliert und bei bestimmten Lichtempfindlichkeitserkrankungen medizinisch eingesetzt wird.
Was ist Melanotan I?
Melanotan I, wissenschaftlich bekannt als Afamelanotid, ist ein synthetisch hergestelltes Analogon des natuerlich vorkommenden Hormons alpha-Melanozyten-stimulierendes Hormon (alpha-MSH). Es wirkt auf die Melanozyten der Haut – die pigmentproduzierenden Zellen – und foerdert die Bildung von Melanin, dem braunen Hautpigment. Urspruenglich wurde Melanotan I an der University of Arizona entwickelt und als moegliches Mittel zur Hautpraevention erforscht.
Wirkmechanismus
Melanotan I bindet selektiv an den Melanocortin-1-Rezeptor (MC1R), der sich hauptsaechlich auf der Oberflaeche von Melanozyten befindet. Durch diese Bindung wird eine intrazellulaere Signalkaskade ausgeloest, die zur verstaerkten Produktion von Eumelanin fuehrt – dem dunkelbraunen bis schwarzen Melanintyp, der einen natuerlichen UV-Schutz der Haut bietet. Im Gegensatz zum verwandten Melanotan II wirkt Melanotan I deutlich selektiver und zeigt kaum Aktivitaet an anderen Melanocortin-Rezeptoren, was sein Nebenwirkungsprofil guenstiger gestaltet.
Medizinische Anwendung
Das unter dem Handelsnamen Scenesse zugelassene Afamelanotid ist in der Europaeischen Union und weiteren Laendern fuer die Behandlung der Erythropoetischen Protoporphyrie (EPP) zugelassen. EPP ist eine seltene, genetisch bedingte Stoffwechselerkrankung, bei der die Betroffenen nach Lichtexposition starke Schmerzen und Hautsymptome entwickeln. Durch die erhoehte Melaninproduktion wird ein gewisser Lichtschutz erzielt, der die Beschwerden lindert und die Lebensqualitaet der Patienten deutlich verbessert.
Zugelassene Indikation
- Erythropoetische Protoporphyrie (EPP): Linderung lichtbedingter Schmerzen bei Erwachsenen
Nicht zugelassene Anwendungen (Off-Label)
Ausserhalb des medizinischen Kontexts wird Melanotan I von manchen Personen zur Verbesserung der Braeune verwendet. Diese Anwendung ist nicht zugelassen, nicht reguliert und mit gesundheitlichen Risiken verbunden. In vielen Laendern ist der Kauf und die Verwendung ausserhalb des Arzneimittelrahmens illegal.
Verabreichung und Dosierung
Melanotan I (Afamelanotid) wird in Form eines subkutanen Implantats verabreicht, das vom Arzt unter die Haut eingesetzt wird. Das Implantat setzt den Wirkstoff langsam ueber einen Zeitraum von etwa 60 Tagen frei. Die Implantation erfolgt in der Regel kurz vor der Sonnensaison oder vor erwartetem Lichtexpositionsanstieg. Die Dosierung und Haeufigkeit der Implantation werden individuell durch den behandelnden Arzt festgelegt.
Nebenwirkungen
Melanotan I gilt im Vergleich zu Melanotan II als vergleichsweise gut vertraeglich. Dennoch koennen folgende Nebenwirkungen auftreten:
- Uebelkeit (insbesondere nach der Implantation)
- Erytheme oder Reaktionen an der Implantationsstelle
- Erroeten (Flush)
- Muedigkeit
- Spontane Erektionen (selten, da geringere MC4R-Aktivitaet als Melanotan II)
- Veraenderungen bestehender Muttermale (Naevi)
Patienten sollten ihre Haut regelmaessig auf Veraenderungen von Muttermalen oder neue Pigmentierungen kontrollieren lassen und ihren Arzt informieren.
Sicherheit und regulatorischer Status
Als Scenesse (Afamelanotid) ist Melanotan I ein zugelassenes Arzneimittel und unterliegt strengen medizinischen Kontrollen. Nicht regulierte Formen, die ueber das Internet oder den Graumarkt erhaeltlich sind, koennen verunreinigt, falsch dosiert oder gefaelischt sein und stellen ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar. Von der Verwendung solcher Produkte wird ausdruecklich abgeraten.
Abgrenzung zu Melanotan II
Melanotan I und Melanotan II sind zwei verwandte, aber unterschiedliche Peptide. Melanotan II bindet an mehrere Melanocortin-Rezeptoren (MC1R, MC3R, MC4R, MC5R) und weist daher ein breiteres Nebenwirkungsspektrum auf, darunter sexuelle Erregung und staerkere gastrointestinale Beschwerden. Melanotan I hingegen ist deutlich selektiver und hat eine bessere medizinische Zulassung erhalten.
Quellen
- Europaeische Arzneimittel-Agentur (EMA): Scenesse (Afamelanotide) – Produktinformation und Zulassungsbericht, 2014. Verfuegbar unter: www.ema.europa.eu
- Harms J. et al.: Afamelanotide for Erythropoietic Protoporphyria – New England Journal of Medicine, 2015; 373:48–59.
- Langendonk J.G. et al.: Afamelanotide for Erythropoietic Protoporphyria – Journal of Hepatology, 2012. doi:10.1016/j.jhep.2012.03.035
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