Cortison – Wirkung, Anwendung & Nebenwirkungen
Cortison ist ein körpereigenes Steroidhormon und Medikament, das entzündungshemmend und immunsuppressiv wirkt. Es wird bei zahlreichen Erkrankungen eingesetzt.
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Cortison ist ein körpereigenes Steroidhormon und Medikament, das entzündungshemmend und immunsuppressiv wirkt. Es wird bei zahlreichen Erkrankungen eingesetzt.
Was ist Cortison?
Cortison ist ein Steroidhormon, das natürlicherweise in der Nebennierenrinde des menschlichen Körpers produziert wird. Es gehört zur Gruppe der Glukokortikoide und spielt eine wichtige Rolle bei der Regulation von Entzündungsprozessen, dem Immunsystem, dem Stoffwechsel sowie der Stressreaktion des Körpers. Als Medikament wird Cortison oder sein biologisch aktives Umwandlungsprodukt Cortisol (Hydrocortison) seit den 1950er Jahren in der Medizin eingesetzt.
Wirkmechanismus
Cortison selbst ist biologisch inaktiv und wird in der Leber in das aktive Cortisol umgewandelt. Cortisol bindet an spezifische Glukokortikoidrezeptoren in den Zellen und beeinflusst so die Genexpression. Dies führt zu einer Hemmung entzündungsfördernder Botenstoffe (sogenannte Zytokine und Prostaglandine) sowie zu einer Unterdrückung der Aktivität des Immunsystems.
- Entzündungshemmung: Cortison reduziert die Produktion von entzündlichen Substanzen im Körper.
- Immunsuppression: Die Aktivität von Immunzellen wie T-Lymphozyten und Makrophagen wird gehemmt.
- Stoffwechselwirkung: Cortison beeinflusst den Kohlenhydrat-, Eiweiß- und Fettstoffwechsel.
Medizinische Anwendungsgebiete
Cortison und synthetische Glukokortikoide werden bei einer Vielzahl von Erkrankungen eingesetzt:
- Entzündliche Erkrankungen: Rheumatoide Arthritis, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa
- Allergische Reaktionen: Schwere allergische Reaktionen, anaphylaktischer Schock
- Atemwegserkrankungen: Asthma bronchiale, COPD-Exazerbationen
- Hauterkrankungen: Ekzem, Psoriasis (Schuppenflechte), Kontaktdermatitis
- Autoimmunerkrankungen: Lupus erythematodes, multiple Sklerose (akute Schübe)
- Transplantationsmedizin: Vorbeugung von Abstoßungsreaktionen
- Hormonstörungen: Nebenniereninsuffizienz, Morbus Addison
Darreichungsformen und Dosierung
Cortison ist in verschiedenen Darreichungsformen erhältlich:
- Tabletten/Kapseln: Zur systemischen Behandlung chronischer Erkrankungen
- Injektionen: Direkt in Gelenke (intraartikulär) oder in den Blutkreislauf (intravenös)
- Cremes und Salben: Zur lokalen Behandlung von Hauterkrankungen
- Inhalatoren: Bei Atemwegserkrankungen wie Asthma
- Augentropfen und Nasensprays: Zur lokalen Anwendung bei Allergien oder Entzündungen
Die Dosierung richtet sich nach der Erkrankung, dem Schweregrad und der Anwendungsform. Sie sollte stets von einem Arzt festgelegt werden. Bei Langzeitanwendung wird die Dosis in der Regel schrittweise reduziert (ausschleichen), um eine Nebennierenrindeninsuffizienz zu vermeiden.
Nebenwirkungen
Cortison ist ein wirksames Medikament, kann jedoch bei längerer oder hochdosierter Anwendung Nebenwirkungen verursachen:
- Gewichtszunahme und Umverteilung des Körperfetts (Cushing-Syndrom)
- Erhöhter Blutzucker bis hin zu Steroid-Diabetes
- Bluthochdruck
- Osteoporose (Knochenschwund) bei Langzeitanwendung
- Hemmung des Immunsystems (erhöhte Infektanfälligkeit)
- Psychische Veränderungen (Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen)
- Hautatrophie (Hautverdünnung) bei lokaler Anwendung
- Katarakt (Grauer Star) und Glaukom (Grüner Star)
Lokale Anwendungsformen (z. B. Inhalatoren, Cremes) haben in der Regel deutlich weniger systemische Nebenwirkungen als oral oder intravenös verabreichte Präparate.
Wichtige Hinweise
Cortison sollte nicht abrupt abgesetzt werden, wenn es über einen längeren Zeitraum eingenommen wurde, da die körpereigene Produktion von Cortisol unterdrückt sein kann. Ein schrittweises Ausschleichen unter ärztlicher Aufsicht ist notwendig. Patienten mit Diabetes, Osteoporose, Magengeschwüren oder Infektionen sollten Cortison nur unter besonderer ärztlicher Überwachung einnehmen.
Quellen
- Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) – Fachinformationen zu Glukokortikoiden. www.bfarm.de
- Buttgereit F, Burmester GR, Lipworth BJ. Optimised glucocorticoid therapy: the sharpening of an old spear. Lancet. 2005;365(9461):801-803.
- World Health Organization (WHO) – Essential Medicines List: Glucocorticoids. www.who.int
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