Mastzellstabilisierung – Wirkung und Anwendung
Mastzellstabilisierung bezeichnet Maßnahmen, die eine übermäßige Aktivierung von Mastzellen hemmen und so allergische Reaktionen sowie Entzündungsprozesse reduzieren.
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Mastzellstabilisierung bezeichnet Maßnahmen, die eine übermäßige Aktivierung von Mastzellen hemmen und so allergische Reaktionen sowie Entzündungsprozesse reduzieren.
Was ist Mastzellstabilisierung?
Mastzellen sind spezialisierte Immunzellen, die in verschiedenen Geweben des Körpers vorkommen, insbesondere in der Haut, den Atemwegen und dem Magen-Darm-Trakt. Bei Kontakt mit einem Auslöser – etwa einem Allergen – schütten sie zahlreiche entzündungsfördernde Botenstoffe aus, darunter Histamin, Prostaglandine und Leukotriene. Dieser Vorgang wird als Degranulation bezeichnet. Die Mastzellstabilisierung umfasst alle therapeutischen und ernährungsbezogenen Strategien, die diesen Prozess hemmen oder verlangsamen, um allergische und entzündliche Symptome zu lindern.
Wirkmechanismus
Mastzellstabilisierende Substanzen wirken, indem sie verhindern, dass Mastzellen ihre Granula (mit Botenstoffen gefüllte Vesikel) ausschütten. Konkret:
- Sie blockieren Kalziumkanäle in der Mastzellmembran, die für die Degranulation notwendig sind.
- Sie hemmen die Bindung von IgE-Antikörpern an die Mastzellrezeptoren (FcεRI).
- Sie verringern die intrazelluläre Signalübertragung, die zur Ausschüttung von Entzündungsmediatoren führt.
Als Folge werden weniger Histamin, Tryptase und andere Mediatoren freigesetzt, was Entzündungsreaktionen abschwächt.
Medizinische Anwendungsgebiete
Die Mastzellstabilisierung ist relevant bei einer Vielzahl von Erkrankungen:
- Allergische Rhinitis (Heuschnupfen): Reduktion von Niesen, Juckreiz und Nasenlaufen.
- Allergisches Asthma bronchiale: Vorbeugung von Bronchospasmen durch Hemmung der Mediatorfreisetzung.
- Allergische Konjunktivitis: Linderung von Augenrötung und -jucken.
- Mastozytose und Mastzellaktivierungssyndrom (MCAS): Langfristige Kontrolle übermäßiger Mastzellreaktionen.
- Histaminintoleranz: Unterstützende Maßnahme zur Reduktion der Histaminausschüttung.
- Nahrungsmittelallergien: Abschwächung gastrointestinaler Reaktionen.
Mastzellstabilisierende Arzneimittel
In der Pharmakologie werden gezielt Mastzellstabilisatoren eingesetzt:
- Cromoglicinsäure (Natriumcromoglycat): Eines der bekanntesten Mastzellstabilisatoren, erhältlich als Nasenspray, Augentropfen und inhalatives Präparat.
- Nedocromil-Natrium: Ähnliche Wirkweise wie Cromoglicinsäure, vor allem in der Asthmatherapie eingesetzt.
- Ketotifen: Kombiniert antihistaminerge und mastzellstabilisierende Eigenschaften.
Diese Substanzen werden meist vorbeugend (prophylaktisch) vor dem Kontakt mit einem bekannten Auslöser angewendet, da sie keine bereits laufende Reaktion stoppen, sondern deren Entstehung verhindern.
Natürliche Mastzellstabilisatoren
Neben pharmazeutischen Wirkstoffen gibt es verschiedene natürliche Substanzen, denen eine mastzellstabilisierende Wirkung zugeschrieben wird:
- Quercetin: Ein Flavonoid, das in Zwiebeln, Äpfeln und Brokkoli vorkommt. Es hemmt die Histaminfreisetzung und wirkt entzündungshemmend.
- Luteolin: Ein weiteres Flavonoid aus Petersilie und Sellerie mit antientzündlichen und mastzellhemmenden Eigenschaften.
- Vitamin C: Unterstützt den Histaminabbau und kann die Mastzellstabilität fördern.
- Omega-3-Fettsäuren: Aus Fischöl oder Leinsamen; wirken allgemein entzündungshemmend und können die Mastzellreaktivität senken.
- Schwarzkümmelöl (Thymoquinon): Zeigt in Studien mastzellhemmende und antihistaminerge Wirkungen.
Wichtig: Die Evidenz für natürliche Mastzellstabilisatoren ist unterschiedlich stark. Für pharmazeutische Präparate liegt deutlich mehr klinische Forschung vor.
Ernährung und Mastzellstabilisierung
Bei Erkrankungen wie dem Mastzellaktivierungssyndrom (MCAS) oder der Histaminintoleranz kann eine gezielte Ernährung die Mastzellreaktivität beeinflussen. Empfohlen wird oft:
- Meidung histaminreicher Lebensmittel (z. B. Rotwein, Käse, Fischkonserven).
- Bevorzugung frischer, wenig verarbeiteter Lebensmittel.
- Aufnahme von Lebensmitteln mit hohem Quercetin- und Vitamin-C-Gehalt.
Diagnose und Therapieplanung
Bevor mastzellstabilisierende Maßnahmen eingeleitet werden, ist eine genaue Diagnose wichtig. Typische diagnostische Schritte umfassen:
- Bestimmung von Histamin und Tryptase im Blut oder Urin.
- Allergietests (Haut-Prick-Test, RAST).
- Ausschluss von Mastozytose durch Knochenmarkbiopsie oder bildgebende Verfahren.
Die Therapie wird individuell angepasst und sollte stets in Absprache mit einem Arzt oder einer Ärztin erfolgen.
Quellen
- Galli SJ, Tsai M, Piliponsky AM. The development of allergic inflammation. Nature. 2008;454(7203):445-454.
- Valent P et al. Definitions, criteria and global classification of mast cell disorders with special reference to mast cell activation syndromes. International Archives of Allergy and Immunology. 2012;157(3):215-225.
- World Allergy Organization (WAO). Mast Cell Activation Syndrome. Verfügbar unter: https://www.worldallergy.org
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