Menorrhagie – Ursachen, Symptome und Behandlung
Menorrhagie bezeichnet eine übermäßig starke oder verlängerte Regelblutung. Sie kann die Lebensqualität beeinträchtigen und auf verschiedene gynäkologische Erkrankungen hinweisen.
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Menorrhagie bezeichnet eine übermäßig starke oder verlängerte Regelblutung. Sie kann die Lebensqualität beeinträchtigen und auf verschiedene gynäkologische Erkrankungen hinweisen.
Was ist Menorrhagie?
Menorrhagie ist der medizinische Fachbegriff für eine abnorm starke oder verlängerte Menstruationsblutung. Von einer Menorrhagie spricht man, wenn der Blutverlust während einer Regelblutung mehr als 80 Milliliter beträgt oder die Blutung länger als 7 Tage anhält. Betroffene Frauen müssen häufig ihre Binden oder Tampons stündlich wechseln und sind oft in ihrem Alltag stark eingeschränkt. Menorrhagie ist eine der häufigsten gynäkologischen Beschwerden und betrifft Frauen aller Altersgruppen, besonders jedoch in der Perimenopause.
Ursachen
Die Ursachen einer Menorrhagie sind vielfältig und können hormoneller, struktureller oder systemischer Natur sein:
- Hormonelle Ungleichgewichte: Ein gestörtes Verhältnis von Östrogen und Progesteron kann zu einer übermäßigen Verdickung der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) führen, was stärkere Blutungen verursacht.
- Uterusmyome: Gutartige Muskelknoten in der Gebärmutter, die häufig mit starken Blutungen assoziiert sind.
- Endometriose: Eine Erkrankung, bei der Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter wächst.
- Endometriumpolypen: Gutartige Wucherungen der Gebärmutterschleimhaut.
- Adenomyose: Einwachsen der Gebärmutterschleimhaut in die Muskelschicht der Gebärmutter.
- Gerinnungsstörungen: Erkrankungen wie das Von-Willebrand-Syndrom können starke Blutungen verursachen.
- Intrauterinpessare (IUP): Kupferhaltige Spiralen können Menorrhagie als Nebenwirkung verursachen.
- Schilddrüsenerkrankungen: Insbesondere eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) kann die Menstruation beeinflussen.
Symptome
Die typischen Symptome einer Menorrhagie umfassen:
- Blutung, die länger als 7 Tage andauert
- Notwendigkeit, Hygieneartikel stündlich zu wechseln
- Auftreten von Blutgerinnseln (Koageln) mit einem Durchmesser von mehr als 2,5 cm
- Blutungen, die den Schlaf stören
- Symptome einer Blutarmut (Anämie) wie Müdigkeit, Blässe, Schwindel und Kurzatmigkeit
- Unterleibsschmerzen und Krämpfe
Diagnose
Die Diagnose einer Menorrhagie basiert auf der Krankengeschichte (Anamnese), einer körperlichen Untersuchung sowie verschiedenen diagnostischen Verfahren:
- Anamnese und Menstruationskalender: Erfassung von Blutungsdauer, -stärke und Begleitbeschwerden.
- Gynäkologische Untersuchung: Beurteilung der Gebärmutter und der Eierstöcke.
- Ultraschall (Sonografie): Darstellung der Gebärmutterstruktur und Ausschluss von Myomen oder Polypen.
- Blutuntersuchungen: Bestimmung des Blutbildes (zum Ausschluss einer Anämie), Hormonwerte und Gerinnungsparameter.
- Hysteroskopie: Direkte Betrachtung der Gebärmutterhöhle mittels eines Endoskops.
- Endometriumbiopsie: Gewebeentnahme aus der Gebärmutterschleimhaut zum Ausschluss bösartiger Veränderungen.
Behandlung
Die Behandlung der Menorrhagie richtet sich nach der zugrundeliegenden Ursache, dem Leidensdruck und dem Kinderwunsch der Patientin:
Medikamentöse Therapie
- Hormonelle Kontrazeptiva: Kombinierte Verhütungspillen oder das Hormonspirale (Levonorgestrel-IUS) können die Blutung deutlich reduzieren.
- Gestagene: Progesteron-Präparate helfen, die Gebärmutterschleimhaut zu regulieren.
- Tranexamsäure: Ein Antifibrinolytikum, das die Blutgerinnung fördert und den Blutverlust verringert.
- Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR): Ibuprofen oder Naproxen können den Blutverlust und die Schmerzen reduzieren.
Operative Therapie
- Endometriumablation: Zerstörung der Gebärmutterschleimhaut mittels Wärme, Kälte oder Laser.
- Myomektomie: Operative Entfernung von Myomen unter Erhalt der Gebärmutter.
- Hysterektomie: Operative Entfernung der Gebärmutter als letzte Option bei therapieresistenter Menorrhagie ohne Kinderwunsch.
Wann zum Arzt?
Frauen sollten ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen, wenn die Menstruation regelmäßig sehr stark ist, länger als 7 Tage dauert, Blutgerinnsel auftreten oder Symptome einer Blutarmut wie anhaltende Müdigkeit und Schwindel festgestellt werden. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung sind wichtig, um Komplikationen wie eine Eisenmangelanämie zu vermeiden.
Quellen
- Munro MG et al. - FIGO classification system (PALM-COEIN) for causes of abnormal uterine bleeding in nongravid women of reproductive age. International Journal of Gynecology and Obstetrics, 2011.
- National Institute for Health and Care Excellence (NICE) - Heavy menstrual bleeding: assessment and management. NICE guideline NG88, 2018 (updated 2021).
- Wouk N, Helton M. - Abnormal Uterine Bleeding in Premenopausal Women. American Family Physician, 2019.
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