Glutathionperoxidaseanalyse – GPx-Test erklärt
Die Glutathionperoxidaseanalyse misst die Aktivität des antioxidativen Enzyms Glutathionperoxidase im Blut. Sie dient der Beurteilung des oxidativen Stresses und des Selenstatus.
Tipps & Infos zu Gesundheitsthemen Tipps & Infos zu GesundheitsthemenWissenswertes über "Glutathionperoxidaseanalyse"
Die Glutathionperoxidaseanalyse misst die Aktivität des antioxidativen Enzyms Glutathionperoxidase im Blut. Sie dient der Beurteilung des oxidativen Stresses und des Selenstatus.
Was ist die Glutathionperoxidaseanalyse?
Die Glutathionperoxidaseanalyse ist ein diagnostisches Verfahren, das die Aktivität des Enzyms Glutathionperoxidase (GPx) im Blut oder in anderen Körperflüssigkeiten bestimmt. Glutathionperoxidasen sind eine Familie von Enzymen, die eine zentrale Rolle im antioxidativen Schutzsystem des menschlichen Körpers spielen. Sie schützen Zellen vor oxidativem Schaden, indem sie reaktive Sauerstoffverbindungen – sogenannte freie Radikale – neutralisieren.
Da die meisten Glutathionperoxidase-Enzyme das Spurenelement Selen als essenziellen Bestandteil enthalten, gilt die Messung der GPx-Aktivität auch als indirekter Marker für den Selenstatus des Körpers. Die Analyse wird vor allem in der Labordiagnostik zur Beurteilung von oxidativem Stress, Nährstoffmängeln und verschiedenen chronischen Erkrankungen eingesetzt.
Hintergrund: Das Enzym Glutathionperoxidase
Glutathionperoxidasen (GPx1 bis GPx8) kommen in verschiedenen Geweben des Körpers vor, darunter in roten Blutkörperchen (Erythrozyten), der Leber, den Nieren und dem Plasma. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, Wasserstoffperoxid und Lipidhydroperoxide in ungefährliche Verbindungen umzuwandeln, wodurch Zellschäden verhindert werden. Für ihre katalytische Aktivität benötigen die meisten GPx-Enzyme das selenhaltige Selenocystein in ihrem aktiven Zentrum.
Wann wird die Glutathionperoxidaseanalyse eingesetzt?
Die Analyse wird in verschiedenen klinischen und wissenschaftlichen Kontexten angewendet. Typische Indikationen sind:
- Verdacht auf Selenmangel oder Selenüberversorgung
- Diagnostik bei erhöhtem oxidativem Stress, z. B. bei chronisch-entzündlichen Erkrankungen
- Begleitung ernährungsmedizinischer Therapien und Supplementierungskonzepte
- Beurteilung des antioxidativen Schutzsystems bei Krebserkrankungen oder kardiovaskulären Erkrankungen
- Forschung zu Alterungsprozessen und degenerativen Erkrankungen
- Kontrolle bei Patienten mit Schilddrüsenerkrankungen (z. B. Hashimoto-Thyreoiditis), da die Schilddrüse besonders auf den Selenstatus angewiesen ist
Wie wird die Analyse durchgeführt?
Für die Glutathionperoxidaseanalyse wird in der Regel eine venöse Blutprobe entnommen. Die Aktivität des Enzyms kann im Vollblut, in den Erythrozyten oder im Blutplasma gemessen werden, wobei die Erythrozyten-GPx-Aktivität als besonders aussagekräftig gilt, da sie den langfristigen Selenstatus widerspiegelt.
Im Labor wird die GPx-Aktivität meist mit einem spektrophotometrischen Verfahren bestimmt: Die Enzymaktivität wird anhand der Oxidation von reduziertem Glutathion (GSH) zu oxidiertem Glutathion (GSSG) in Anwesenheit eines Substrats gemessen. Die Aktivität wird üblicherweise in Units pro Gramm Hämoglobin (U/g Hb) oder Units pro Liter (U/l) angegeben.
Interpretation der Ergebnisse
Referenzwerte können je nach Labor, Messmethode und untersuchter Probe variieren. Allgemein gilt:
- Erniedrigte GPx-Aktivität: Kann auf einen Selenmangel, erhöhten oxidativen Stress oder einen gesteigerten Verbrauch des antioxidativen Systems hinweisen. Sie wird auch bei bestimmten Erkrankungen wie Niereninsuffizienz, Leberzirrhose oder Mangelernährung beobachtet.
- Erhöhte GPx-Aktivität: Kann als kompensatorische Anpassung des Körpers auf chronischen oxidativen Stress auftreten, z. B. bei entzündlichen Erkrankungen oder intensivem Sport.
Die Ergebnisse sollten stets im Kontext anderer Laborwerte – insbesondere des Selenspiegels im Blut, des Entzündungsstatus (CRP) und weiterer antioxidativer Marker – interpretiert werden.
Klinische Bedeutung und Zusammenhänge
Ein gut funktionierendes antioxidatives System ist essenziell für die Gesundheit. Eine verminderte GPx-Aktivität wird mit einer Vielzahl von Erkrankungen in Verbindung gebracht, darunter:
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen (z. B. Arteriosklerose)
- Chronisch-entzündliche Erkrankungen (z. B. rheumatoide Arthritis)
- Neurodegenerative Erkrankungen (z. B. Morbus Parkinson, Alzheimer-Erkrankung)
- Diabetes mellitus und seine Folgeerkrankungen
- Bestimmte Krebserkrankungen
Die Analyse ist damit ein wertvolles Werkzeug in der präventiven und funktionellen Medizin, um frühzeitig Risiken zu erkennen und gezielte therapeutische Maßnahmen einzuleiten, etwa durch Selensubstitution oder antioxidativ wirksame Ernährungsanpassungen.
Quellen
- Rotruck, J. T. et al.: Selenium: Biochemical Role as a Component of Glutathione Peroxidase. Science, 1973; 179(4073): 588-590.
- Brigelius-Flohe, R. & Maiorino, M.: Glutathione peroxidases. Biochimica et Biophysica Acta, 2013; 1830(5): 3289-3303.
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr – Selen. Bonn, 2020. Verfügbar unter: www.dge.de
Meistgekaufte Produkte
Der universelle Immunschutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Immunproteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des ImmunsystemsFür eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac®, probiotischen Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Die neusten Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategoriePankreashormonersatz
Zellmembranschutzprotein
Darmmikrobiomoptimierung
Die meistgelesenen Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieMagnesiumcarbonat
Kölner Liste
Kaloriengehalt
Verwandte Suchbegriffe: Glutathionperoxidaseanalyse + Glutathion-Peroxidase-Analyse + Glutathionperoxidase Analyse + GPx-Analyse + Glutathionperoxidase-Test