Metronidazol – Wirkung, Anwendung & Nebenwirkungen
Metronidazol ist ein Antibiotikum und Antiparasitikum, das gegen anaerobe Bakterien und Protozoen wirkt. Es wird bei Infektionen wie Trichomonaden, Amöben und bakterieller Vaginose eingesetzt.
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Metronidazol ist ein Antibiotikum und Antiparasitikum, das gegen anaerobe Bakterien und Protozoen wirkt. Es wird bei Infektionen wie Trichomonaden, Amöben und bakterieller Vaginose eingesetzt.
Was ist Metronidazol?
Metronidazol ist ein synthetisches Antibiotikum aus der Gruppe der Nitroimidazole. Es wirkt gegen eine Vielzahl von anaeroben Bakterien (Bakterien, die ohne Sauerstoff leben) sowie gegen bestimmte Protozoen (einzellige Parasiten). Metronidazol ist seit Jahrzehnten ein etabliertes Medikament in der Infektionsmedizin und wird weltweit eingesetzt.
Anwendungsgebiete
Metronidazol wird bei einer Vielzahl von Infektionskrankheiten eingesetzt, darunter:
- Trichomonaden-Infektion: eine sexuell übertragbare Erkrankung, verursacht durch den Parasiten Trichomonas vaginalis
- Bakterielle Vaginose: eine häufige bakterielle Dysbalance der Scheidenflora
- Amöbiasis: eine Darmerkrankung, verursacht durch Entamoeba histolytica
- Giardiasis: eine Darmparasitose durch Giardia lamblia
- Anaerobier-Infektionen: z. B. Abszesse, Wundinfektionen, Bauchfellentzündung (Peritonitis)
- Helicobacter-pylori-Eradikation: in Kombination mit anderen Antibiotika zur Behandlung von Magengeschwüren
Wirkmechanismus
Metronidazol ist ein sogenanntes Prodrug – es wird erst im Körper in seine aktive Form umgewandelt. In anaeroben Mikroorganismen wird der Wirkstoff durch spezielle Enzyme (Nitroreduktasen) aktiviert. Die aktivierte Form bindet an die DNA des Erregers und unterbricht deren Struktur, wodurch die Vermehrung und das Überleben des Mikroorganismus verhindert werden. Da dieser Aktivierungsmechanismus spezifisch für anaerobe Bedingungen ist, schont Metronidazol weitgehend die normale, aerobe Körperflora.
Darreichungsformen und Dosierung
Metronidazol ist in verschiedenen Darreichungsformen erhältlich:
- Tabletten/Kapseln zur oralen Einnahme
- Infusionslösung zur intravenösen Anwendung bei schweren Infektionen
- Vaginalzäpfchen und Vaginalgel zur lokalen Behandlung
- Creme und Gel zur äußerlichen Anwendung bei Hauterkrankungen (z. B. Rosazea)
Die Dosierung richtet sich nach der Art und Schwere der Infektion sowie nach dem Körpergewicht. Eine typische Erwachsenendosis beträgt 400–500 mg zwei- bis dreimal täglich über 5–10 Tage, kann jedoch je nach Indikation variieren. Die genaue Dosierung wird stets vom behandelnden Arzt festgelegt.
Nebenwirkungen
Metronidazol wird im Allgemeinen gut vertragen, kann jedoch folgende Nebenwirkungen verursachen:
- Häufig: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, metallischer Geschmack im Mund, Kopfschmerzen
- Gelegentlich: Schwindel, Mundtrockenheit, Zungenbrennen
- Selten: Kribbeln oder Taubheitsgefühl in den Gliedmaßen (periphere Neuropathie), Störungen des Zentralnervensystems, allergische Reaktionen
Wichtig: Während der Einnahme von Metronidazol sollte kein Alkohol konsumiert werden, da es zu einer heftigen Reaktion kommen kann (ähnlich der Disulfiram-Reaktion), mit Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen, Herzrasen und Hitzegefühl.
Kontraindikationen und Wechselwirkungen
Metronidazol sollte nicht angewendet werden bei:
- bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Nitroimidazolen
- gleichzeitiger Einnahme von Alkohol oder alkoholhaltigen Mitteln
- schwerer Lebererkrankung (Dosisanpassung erforderlich)
Bedeutende Wechselwirkungen bestehen unter anderem mit Warfarin (blutverdünnendes Mittel) und Lithium. Auch in der Schwangerschaft – insbesondere im ersten Trimester – sollte Metronidazol nur nach strenger ärztlicher Abwägung eingesetzt werden.
Quellen
- World Health Organization (WHO): Model List of Essential Medicines, 23rd Edition (2023). Verfügbar unter: https://www.who.int/publications/i/item/WHO-MHP-HPS-EML-2023.02
- Lüllmann H., Mohr K., Hein L.: Pharmakologie und Toxikologie. 18. Auflage. Georg Thieme Verlag, Stuttgart, 2016.
- S2k-Leitlinie: Bakterielle Vaginose. Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF), 2023. Verfügbar unter: https://www.awmf.org
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