Makulapigment – Funktion, Bedeutung & Schutz
Das Makulapigment ist ein natürlicher Schutzfarbstoff in der Netzhautmitte des Auges. Es besteht aus Lutein, Zeaxanthin und Meso-Zeaxanthin und schützt vor schädlichem Blaulicht sowie oxidativem Stress.
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Das Makulapigment ist ein natürlicher Schutzfarbstoff in der Netzhautmitte des Auges. Es besteht aus Lutein, Zeaxanthin und Meso-Zeaxanthin und schützt vor schädlichem Blaulicht sowie oxidativem Stress.
Was ist das Makulapigment?
Das Makulapigment ist ein gelb-orangefarbener Farbstoff, der sich in der Makula lutea – dem zentralen Bereich der menschlichen Netzhaut (Retina) – konzentriert. Dieser Bereich ist für das scharfe, detailreiche Sehen und die Farbwahrnehmung verantwortlich. Das Makulapigment besteht aus drei Carotinoiden: Lutein, Zeaxanthin und Meso-Zeaxanthin. Da der menschliche Körper diese Verbindungen nicht selbst herstellen kann, müssen sie über die Nahrung aufgenommen oder als Nahrungsergänzungsmittel zugeführt werden.
Biologische Funktionen
Das Makulapigment übernimmt zwei wesentliche Schutzfunktionen im Auge:
- Blaulichtfilterung: Das Pigment absorbiert kurzwelliges, energiereiches blaues Licht (ca. 400–500 nm), bevor es die lichtempfindlichen Photorezeptoren der Netzhaut schädigen kann.
- Antioxidativer Schutz: Lutein, Zeaxanthin und Meso-Zeaxanthin neutralisieren reaktive Sauerstoffspezies (freie Radikale), die durch UV-Strahlung und Lichtexposition in der Netzhaut entstehen, und schützen so die Netzhautzellen vor oxidativem Stress.
Darüber hinaus wird diskutiert, ob eine hohe Makulapigmentdichte die Sehschärfe, den Kontrastempfindlichkeit und die Blendempfindlichkeit positiv beeinflusst.
Makulapigmentdichte (MPOD)
Die Makulapigment-optische Dichte (engl. Macular Pigment Optical Density, kurz MPOD) ist ein messbarer Wert, der angibt, wie viel Makulapigment in der Netzhaut vorhanden ist. Eine höhere MPOD wird mit einem besseren Schutz vor altersbedingten Augenerkrankungen in Verbindung gebracht. Die MPOD kann mit speziellen nicht-invasiven Messverfahren bestimmt werden, wie der Heterochromatischen Flickerphotometrie (HFP) oder der Autofluoreszenzmessung.
Bedeutung für die Augengesundheit
Eine zentrale klinische Relevanz hat das Makulapigment im Zusammenhang mit der altersbedingten Makuladegeneration (AMD), einer der häufigsten Ursachen für Sehverlust im höheren Alter. Studien zeigen, dass Personen mit niedrigerer Makulapigmentdichte ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer AMD haben. Eine gezielte Zufuhr von Lutein und Zeaxanthin über die Ernährung oder Supplemente kann die MPOD erhöhen und möglicherweise das AMD-Risiko senken.
Risikofaktoren für niedrige Makulapigmentdichte
- Rauchen
- Unausgewogene Ernährung mit geringem Verzehr von grünem Blattgemüse
- Fortgeschrittenes Alter
- Genetische Veranlagung
- Übergewicht und metabolische Erkrankungen
- Übermäßige Lichtexposition ohne Augenschutz
Nahrungsquellen und Supplementierung
Das Makulapigment wird ausschließlich über die Nahrung aufgenommen. Besonders reiche Quellen für Lutein und Zeaxanthin sind:
- Grünes Blattgemüse: Grünkohl, Spinat, Mangold, Petersilie
- Mais und gelbe Paprika
- Eier (insbesondere das Eigelb)
- Orange und gelbe Früchte
Meso-Zeaxanthin kommt in der menschlichen Ernährung kaum vor und wird im Körper teilweise aus Lutein umgewandelt. Es ist vor allem in bestimmten Fischarten und Meeresfrüchten enthalten. Wenn die Nahrungszufuhr unzureichend ist, können Nahrungsergänzungsmittel mit standardisierten Mengen an Lutein und Zeaxanthin eingesetzt werden. Die AREDS2-Studie (Age-Related Eye Disease Study 2) belegte, dass eine Supplementierung mit 10 mg Lutein und 2 mg Zeaxanthin täglich das Fortschreiten einer fortgeschrittenen AMD verlangsamen kann.
Messung des Makulapigments
Die Messung der MPOD erfolgt in der augenärztlichen Praxis mit verschiedenen nicht-invasiven Verfahren:
- Heterochromatische Flickerphotometrie (HFP): Standardmethode, bei der der Patient Lichtreize vergleicht, um die Pigmentdichte zu bestimmen.
- Fundus-Autofluoreszenz (FAF): Bildgebungsverfahren, das die Eigenleuchtkraft der Netzhaut nutzt, um das Pigmentverteilungsmuster sichtbar zu machen.
- Reflektometrie: Misst die Lichtreflexion unterschiedlicher Wellenlängen von der Netzhaut.
Quellen
- Bernstein PS et al. - Lutein, zeaxanthin, and meso-zeaxanthin: The basic and clinical science underlying carotenoid-based nutritional interventions against ocular disease. Progress in Retinal and Eye Research, 2016.
- Age-Related Eye Disease Study 2 (AREDS2) Research Group - Lutein/zeaxanthin for the treatment of age-related cataract. JAMA Ophthalmology, 2013.
- Nolan JM et al. - Macular pigment optical density in an ageing Irish population: The Irish Longitudinal Study on Ageing. Ophthalmic Research, 2010.
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