Beckenmessung (Pelvimetrie) – Methoden & Bedeutung
Die Beckenmessung (Pelvimetrie) erfasst die Maße des knöchernen Beckens. Sie ist besonders in der Geburtshilfe wichtig, um die Passage des Kindes durch den Geburtskanal einzuschätzen.
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Die Beckenmessung (Pelvimetrie) erfasst die Maße des knöchernen Beckens. Sie ist besonders in der Geburtshilfe wichtig, um die Passage des Kindes durch den Geburtskanal einzuschätzen.
Was ist eine Beckenmessung?
Die Beckenmessung, medizinisch auch als Pelvimetrie bezeichnet, ist ein diagnostisches Verfahren zur Bestimmung der Abmessungen des knöchernen Beckens. Sie wird vor allem in der Geburtshilfe eingesetzt, um zu beurteilen, ob das Becken einer Schwangeren ausreichend groß ist, damit das Kind auf natürlichem Weg geboren werden kann. Daneben findet die Beckenmessung auch in der Orthopädie und Unfallchirurgie Anwendung, etwa bei der Beurteilung von Beckenfehlstellungen oder nach Verletzungen.
Warum wird eine Beckenmessung durchgeführt?
Die wichtigste Anwendung der Beckenmessung liegt in der Schwangerenvorsorge. Ziel ist es, ein sogenanntes enges Becken (Pelvis angusta) frühzeitig zu erkennen, das die natürliche Geburt erschweren oder unmöglich machen kann. Weitere Gründe für eine Beckenmessung sind:
- Beurteilung von Beckenasymmetrien oder -deformitäten
- Planung der Geburtsleitung (spontane Geburt vs. Kaiserschnitt)
- Nachsorge nach Beckenfrakturen oder -operationen
- Abklärung bei Schmerzen im Beckenbereich
Methoden der Beckenmessung
Äußere Beckenmessung (externe Pelvimetrie)
Bei der äußeren Beckenmessung werden mithilfe eines speziellen Instruments, dem sogenannten Beckenzirkel (Pelvimeter), äußerlich tastbare Knochenpunkte ausgemessen. Dabei werden folgende Maße bestimmt:
- Distantia spinarum: Abstand zwischen den vorderen oberen Darmbeinstacheln (Normalwert ca. 25–26 cm)
- Distantia cristarum: Abstand zwischen den höchsten Punkten der Beckenkämme (Normalwert ca. 28–29 cm)
- Distantia trochanterica: Abstand zwischen den großen Rollhügeln des Oberschenkelknochens (Normalwert ca. 31–32 cm)
- Conjugata externa (Boudelocque-Maß): Abstand zwischen dem fünften Lendenwirbel und dem oberen Rand der Schambeinfuge (Normalwert ca. 20 cm)
Innere Beckenmessung (interne Pelvimetrie)
Bei der inneren Beckenmessung wird vaginal untersucht. Dabei wird vor allem die Conjugata diagonalis bestimmt, also der Abstand zwischen dem Promontorium (Vorsprung des Kreuzbeins) und dem Unterrand der Schambeinfuge. Daraus lässt sich die Conjugata vera (das tatsächlich für die Geburt entscheidende Maß) errechnen. Ein Wert unter 10 cm gilt als Hinweis auf ein enges Becken.
Bildgebende Beckenmessung
Moderne bildgebende Verfahren ermöglichen eine präzisere Darstellung des Beckens:
- Röntgen-Pelvimetrie: Früher häufig genutzt, heute wegen der Strahlenbelastung in der Schwangerschaft weitgehend verlassen.
- MRT-Pelvimetrie: Die Magnetresonanztomographie (MRT) gilt heute als Goldstandard für die bildgebende Beckenmessung in der Schwangerschaft. Sie ist strahlungsfrei und liefert genaue dreidimensionale Maße aller relevanten Beckenebenen.
- CT-Pelvimetrie: Wird außerhalb der Schwangerschaft eingesetzt, z.B. bei Beckentraumata oder präoperativer Planung.
Relevante Beckenmaße in der Geburtshilfe
Für die Geburt sind drei Beckenebenen und ihre Durchmesser entscheidend:
- Beckeneingang: Die Conjugata vera obstetrica sollte mindestens 10 cm betragen.
- Beckenmitte: Der transversale Durchmesser (Abstand zwischen den Sitzbeinstacheln) sollte mindestens 10 cm betragen.
- Beckenausgang: Der Abstand zwischen den Sitzbeinhöckern sollte mindestens 8 cm betragen.
Bedeutung für die Geburtsplanung
Ergibt die Beckenmessung Hinweise auf ein enges Becken, wird dies in die Geburtsplanung einbezogen. Je nach Befund kann ein Kaiserschnitt (Sectio caesarea) empfohlen werden. In vielen Fällen wird auch ein geburtshilflicher Geburtsversuch unternommen, bei dem der Geburtsverlauf engmaschig überwacht wird. Die alleinige Beckenmessung ist dabei kein absoluter Entscheidungsparameter – weitere Faktoren wie die Lage und Größe des Kindes sowie die Wehentätigkeit werden ebenfalls berücksichtigt.
Quellen
- Schneider, H., Husslein, P., Schneider, K.T.M. (Hrsg.): Die Geburtshilfe. 5. Auflage. Springer Medizin Verlag, Berlin/Heidelberg, 2016.
- Cunningham, F.G. et al.: Williams Obstetrics. 25. Auflage. McGraw-Hill Education, New York, 2018.
- Kowalski, R. et al.: MRI pelvimetry -- a modern reappraisal. Journal of Maternal-Fetal and Neonatal Medicine, 2019.
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