Serumferritin – Eisenspeicher messen und verstehen
Serumferritin ist ein Blutwert, der den Eisenspeicher des Körpers widerspiegelt. Er dient zur Diagnose von Eisenmangel oder Eisenüberladung.
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Serumferritin ist ein Blutwert, der den Eisenspeicher des Körpers widerspiegelt. Er dient zur Diagnose von Eisenmangel oder Eisenüberladung.
Was ist Serumferritin?
Serumferritin ist ein Laborwert, der die Konzentration des Speicherproteins Ferritin im Blutserum misst. Ferritin ist ein intrazelluläres Protein, das Eisen in einer nicht toxischen Form speichert und bei Bedarf freisetzt. Da ein kleiner Teil des Ferritins ins Blut abgegeben wird, gibt der Serumferritinwert zuverlässig Auskunft über die Eisenspeicher des Körpers. Er gilt als einer der sensibelsten Marker zur Früherkennung eines Eisenmangels.
Wie funktioniert die Messung?
Der Serumferritinwert wird aus einer einfachen Blutprobe bestimmt. Das Blut wird in ein Serumröhrchen entnommen und im Labor mittels immunologischer Methoden (z. B. Immunoassay) analysiert. Eine Nüchternheit ist in der Regel nicht zwingend erforderlich, kann aber je nach Labor empfohlen werden. Die Einheit wird meist in Nanogramm pro Milliliter (ng/ml) oder Mikrogramm pro Liter (µg/l) angegeben, wobei beide Einheiten numerisch identisch sind.
Referenzwerte
Die Normwerte für Serumferritin können je nach Labor, Alter und Geschlecht leicht variieren. Allgemein gelten folgende Orientierungswerte:
- Frauen (Erwachsene): ca. 15–150 ng/ml
- Männer (Erwachsene): ca. 30–400 ng/ml
- Kinder: Werte variieren stark nach Altersgruppe
- Schwangere: Niedrigere Grenzwerte, da erhöhter Eisenbedarf besteht
Werte unter 30 ng/ml weisen auf einen erschöpften Eisenspeicher hin, auch wenn noch keine Anämie (Blutarmut) vorliegt. Werte unter 12–15 ng/ml gelten als eindeutiger Hinweis auf einen Eisenmangel.
Klinische Bedeutung: Wann wird Serumferritin gemessen?
Der Serumferritinwert wird in folgenden Situationen bestimmt:
- Verdacht auf Eisenmangel oder Eisenmangelanämie
- Abklärung von Müdigkeit, Erschöpfung oder verminderter Leistungsfähigkeit
- Kontrolle einer laufenden Eisentherapie
- Verdacht auf Hämochromatose (erbliche Eisenspeicherkrankheit)
- Verlaufskontrolle bei chronischen Entzündungserkrankungen
- Abklärung bei Haarausfall, Schlafstörungen oder Restless-Legs-Syndrom
- Routineuntersuchung in der Schwangerschaft
Erniedrigter Serumferritinwert
Ein niedriger Ferritinwert ist fast immer ein Zeichen für einen Eisenmangel. Mögliche Ursachen sind:
- Erhöhter Eisenbedarf (z. B. in der Schwangerschaft, Stillzeit, Wachstumsphase)
- Chronischer Blutverlust (z. B. starke Menstruation, Magengeschwür, Darmblutungen)
- Verminderte Eisenaufnahme im Darm (z. B. bei Zöliakie, Morbus Crohn)
- Eisenarme Ernährung (z. B. bei streng veganer Kost ohne Supplementierung)
Symptome eines Eisenmangels können Müdigkeit, Blässe, Konzentrationsschwäche, brüchige Nägel, Haarausfall und bei ausgeprägtem Mangel auch Kurzatmigkeit umfassen.
Erhöhter Serumferritinwert
Ein erhöhter Ferritinwert kann verschiedene Ursachen haben und muss sorgfältig interpretiert werden, da Ferritin auch ein sogenanntes Akute-Phase-Protein ist, das bei Entzündungen, Infektionen oder Gewebeschäden ansteigt. Ursachen erhöhter Ferritinwerte:
- Hämochromatose: Genetisch bedingte Eisenüberladung
- Chronische Lebererkrankungen (z. B. Leberzirrhose, Fettleber)
- Chronische Entzündungen oder Autoimmunerkrankungen
- Infektionen und Sepsis
- Bestimmte Krebserkrankungen (z. B. Leukämie, Lymphom)
- Übermäßige Eisenzufuhr durch Supplementierung oder Transfusionen
- Alkoholmissbrauch
Ein erhöhter Ferritinwert allein ist daher keine Diagnose, sondern erfordert stets weitere diagnostische Abklärung.
Ferritin im Zusammenhang mit weiteren Eisenparametern
Serumferritin wird häufig gemeinsam mit weiteren Laborwerten beurteilt, um ein vollständiges Bild des Eisenstoffwechsels zu erhalten:
- Serumeisen: Aktueller Eisengehalt im Blut
- Transferrin: Transportprotein für Eisen
- Transferrinsättigung: Prozentualer Anteil des mit Eisen beladenen Transferrins
- Hämoglobin (Hb): Gibt Auskunft über das Vorliegen einer Anämie
- MCV (mittleres korpuskuläres Volumen): Hinweis auf Anämietyp
Ferritin bei besonderen Patientengruppen
Schwangere
Während der Schwangerschaft steigt der Eisenbedarf erheblich an. Ein Ferritinwert unter 30 ng/ml gilt in der Schwangerschaft als behandlungsbedürftig. Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) empfiehlt eine regelmäßige Kontrolle des Ferritinwerts während der Schwangerschaft.
Sportler
Leistungssportler, insbesondere Ausdauersportler, haben häufig niedrige Ferritinwerte aufgrund erhöhter Eisenverluste über Schweiß, Hämolyse (Zerstörung roter Blutkörperchen) und mikroblutige Darmläsionen. Ein Ferritinwert unter 30–50 ng/ml kann bei Sportlern bereits die Leistungsfähigkeit beeinträchtigen.
Veganer und Vegetarier
Pflanzliches Eisen (Nicht-Häm-Eisen) wird schlechter vom Körper aufgenommen als tierisches Eisen (Häm-Eisen). Veganer und Vegetarier haben daher ein erhöhtes Risiko für niedrige Ferritinwerte und sollten diese regelmäßig kontrollieren lassen.
Behandlung bei abweichenden Werten
Bei niedrigem Ferritinwert umfasst die Behandlung:
- Ernährungsumstellung: Eisenreiche Lebensmittel wie rotes Fleisch, Hülsenfrüchte, Spinat, Kürbiskerne
- Verbesserung der Resorption durch gleichzeitige Vitamin-C-Zufuhr
- Orale Eisensupplementierung (z. B. Eisensulfat, Eisengluconat)
- In schweren Fällen: intravenöse Eiseninfusion
Bei erhöhtem Ferritinwert richtet sich die Therapie nach der Grundursache. Bei Hämochromatose beispielsweise erfolgt eine regelmäßige Aderlass-Therapie (Phlebotomie), um überschüssiges Eisen zu entfernen.
Quellen
- World Health Organization (WHO): Serum ferritin concentrations for the assessment of iron status and iron deficiency in populations. WHO/NMH/NHD/MNM/11.2, Geneva, 2011.
- Goddard AF et al.: Guidelines for the management of iron deficiency anaemia. Gut, 2011; 60(10):1309–1316. PubMed PMID: 21561871.
- Kasper DL et al.: Harrison's Principles of Internal Medicine. 20th Edition. McGraw-Hill Education, 2018.
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