Gallenblasenatonie: Ursachen, Symptome & Behandlung
Gallenblasenatonie bezeichnet eine verminderte oder fehlende Kontraktionsfähigkeit der Gallenblase, wodurch Galle nicht ausreichend in den Darm abgegeben wird.
Tipps & Infos zu Gesundheitsthemen Tipps & Infos zu GesundheitsthemenWissenswertes über "Gallenblasenatonie"
Gallenblasenatonie bezeichnet eine verminderte oder fehlende Kontraktionsfähigkeit der Gallenblase, wodurch Galle nicht ausreichend in den Darm abgegeben wird.
Was ist Gallenblasenatonie?
Die Gallenblasenatonie ist eine funktionelle Störung, bei der die Gallenblase ihre Fähigkeit verliert, sich ausreichend zusammenzuziehen (zu kontrahieren). Die Gallenblase ist ein kleines, birnenförmiges Organ unter der Leber, das Gallenflüssigkeit speichert und bei der Fettverdauung in den Dünndarm abgibt. Kann sie sich nicht richtig zusammenziehen, staut sich die Galle an, was zu einer Reihe von Beschwerden führen kann. Der Fachbegriff lautet auch Gallenblasen-Hypokinesie oder biliäre Dyskinesie.
Ursachen
Die Ursachen einer Gallenblasenatonie sind vielfältig und können sowohl organischer als auch funktioneller Natur sein:
- Hormonelle Einflüsse: Schwangerschaft oder die Einnahme von Östrogenpräparaten können die Kontraktionsfähigkeit der Gallenblase herabsetzen.
- Nervenschäden: Erkrankungen wie Diabetes mellitus können die Nerven schädigen, die die Gallenblase steuern (diabetische Neuropathie).
- Langzeitige parenterale Ernährung: Wer über längere Zeit keine Nahrung oral zu sich nimmt, stimuliert die Gallenblase nicht ausreichend.
- Medikamente: Bestimmte Schmerzmittel (Opioide), Anticholinergika oder Somatostatin-Analoga können die Gallenblasenmotorik hemmen.
- Systemische Erkrankungen: Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose), Zöliakie oder chronische Magen-Darm-Erkrankungen können beteiligt sein.
- Kritische Erkrankungen: Schwere Infektionen oder Intensivpatienten können eine akute Gallenblasenatonie (akalkulöse Cholezystitis) entwickeln.
- Idiopathisch: In manchen Fällen lässt sich keine eindeutige Ursache finden.
Symptome
Die Beschwerden bei einer Gallenblasenatonie können variieren und sind oft unspezifisch:
- Dumpfe Schmerzen oder Druckgefühl im rechten Oberbauch
- Übelkeit und Völlegefühl, besonders nach fettreichen Mahlzeiten
- Blähungen und Verdauungsprobleme
- Intoleranz gegenüber fetthaltigen Speisen
- Gelegentliches Erbrechen
- Gallenansammlung und erhöhtes Risiko für Gallensteine
In schweren Fällen, insbesondere bei der akuten akalkulösen Cholezystitis, kann es zu starken Schmerzen, Fieber und einem allgemeinen Krankheitsgefühl kommen, was einen Notfall darstellt.
Diagnose
Zur Diagnose einer Gallenblasenatonie kommen verschiedene Untersuchungen in Betracht:
- Ultraschalluntersuchung: Das Standardverfahren zur Beurteilung der Gallenblasengröße und des Gallenabflusses. Eine vergrößerte Gallenblase kann auf eine Atonie hinweisen.
- Gallenblasen-Funktionsszintigraphie (HIDA-Scan): Eine nuklearmedizinische Untersuchung, bei der die Entleerungsfraktion der Gallenblase nach Stimulation mit einem Hormon (Cholezystokinin) gemessen wird. Eine Ejektionsfraktion von unter 35-40 % gilt als pathologisch.
- Dynamische MRT oder Ultraschall nach Fettstimulation: Beurteilung der Kontraktionsfähigkeit nach einer Mahlzeit oder Hormonzufuhr.
- Laborwerte: Leberwerte, Entzündungsparameter und Hormonstatus können Hinweise auf Ursachen geben.
Behandlung
Die Therapie richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache und dem Schweregrad der Beschwerden:
Konservative Maßnahmen
- Ernährungsumstellung: Fettarme, leicht verdauliche Kost zur Entlastung der Gallenblase.
- Ursachenbehandlung: Absetzen oder Wechsel auslösender Medikamente; Behandlung von Grunderkrankungen wie Hypothyreose oder Diabetes.
- Cholezystokinin-Infusionen: In bestimmten Fällen kann das Hormon Cholezystokinin (CCK) intravenös verabreicht werden, um die Entleerung der Gallenblase anzuregen.
Operative Behandlung
- Bei anhaltenden, starken Beschwerden und nachgewiesener funktioneller Störung kann eine laparoskopische Cholezystektomie (Entfernung der Gallenblase durch minimalinvasive Operation) erwogen werden. Studien zeigen, dass viele Patienten nach der Operation eine deutliche Verbesserung der Beschwerden erleben.
Notfallbehandlung
- Die akute akalkulöse Cholezystitis erfordert eine sofortige stationäre Behandlung, häufig mit Antibiotika und operativer oder interventioneller Drainage.
Quellen
- Shaffer, E.A. (2006): Gallbladder disease. In: Clinical Gastroenterology and Hepatology, Elsevier.
- Ponsky, T.A. et al. (2005): The Role of Scintigraphy in the Diagnosis of Gallbladder Dysfunction. Surgical Endoscopy, 19(5), 580-602.
- Zakko, S.F. (2021): Acalculous cholecystitis. In: UpToDate, Wolters Kluwer.
Meistgekaufte Produkte
Der universelle Immunschutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Immunproteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des ImmunsystemsFür eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac®, probiotischen Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Die neusten Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieVenenwandschaden
Blutkapillaranalyse
Kollagenbiosynthesemarker
Die meistgelesenen Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieMagnesiumcarbonat
Kölner Liste
Kaloriengehalt
Verwandte Suchbegriffe: Gallenblasenatonie + Gallenblase Atonie + Gallenblasenатonie