Calciumstoffwechselstörung – Ursachen & Therapie
Eine Calciumstoffwechselstörung bezeichnet ein Ungleichgewicht des Calciumspiegels im Blut. Sie kann zu Hyperkalzämie oder Hypokalzämie führen und betrifft Knochen, Nerven und Muskeln.
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Eine Calciumstoffwechselstörung bezeichnet ein Ungleichgewicht des Calciumspiegels im Blut. Sie kann zu Hyperkalzämie oder Hypokalzämie führen und betrifft Knochen, Nerven und Muskeln.
Was ist eine Calciumstoffwechselstörung?
Eine Calciumstoffwechselstörung liegt vor, wenn der Calciumspiegel im Blut dauerhaft zu hoch (Hyperkalzämie) oder zu niedrig (Hypokalzämie) ist. Calcium ist ein lebenswichtiges Mineral, das für die Funktion von Knochen, Muskeln, Nerven und Herzrhythmus unverzichtbar ist. Im gesunden Körper wird der Calciumspiegel durch ein komplexes Zusammenspiel von Hormonen, Nieren und Darm präzise reguliert. Gerät dieses System aus dem Gleichgewicht, können vielfältige Beschwerden entstehen.
Ursachen
Die Ursachen einer Calciumstoffwechselstörung sind vielfältig und hängen davon ab, ob ein Über- oder Unterschuss an Calcium vorliegt.
Ursachen der Hyperkalzämie (zu viel Calcium)
- Primärer Hyperparathyreoidismus: Überproduktion von Parathormon (PTH) durch die Nebenschilddrüsen
- Maligne Tumorerkrankungen: Knochenmetastasen oder tumorbedingte PTH-ähnliche Substanzen
- Übermäßige Vitamin-D-Zufuhr (Vitamin-D-Intoxikation)
- Sarkoidose und andere granulomatöse Erkrankungen
- Immobilisation über längere Zeit
Ursachen der Hypokalzämie (zu wenig Calcium)
- Hypoparathyreoidismus: Zu geringe PTH-Produktion, häufig nach Schilddrüsen- oder Nebenschilddrüsenoperationen
- Vitamin-D-Mangel durch mangelnde Sonnenexposition oder unzureichende Ernährung
- Malabsorptionssyndrome (z. B. Zöliakie, Morbus Crohn)
- Niereninsuffizienz mit gestörter Vitamin-D-Aktivierung
- Magnesiummangel, der die PTH-Wirkung beeinträchtigt
- Bestimmte Medikamente wie Bisphosphonate oder Schleifendiuretika
Symptome
Symptome der Hyperkalzämie
- Müdigkeit, Schwäche und Konzentrationsschwäche
- Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung
- Häufiges Wasserlassen und Durst (Polyurie, Polydipsie)
- Nierensteine
- Herzrhythmusstörungen
- In schweren Fällen: Bewusstseinstrübung bis zum Koma
Symptome der Hypokalzämie
- Tetanie: Muskelkrämpfe, Kribbeln und Taubheitsgefühle (besonders in Händen, Füßen, Gesicht)
- Muskelzuckungen und Krämpfe
- Herzrhythmusstörungen (verlängertes QT-Intervall)
- Depressionen, Angstzustände, Verwirrtheit
- Brüchige Nägel, trockene Haut, Haarausfall bei chronischem Verlauf
Diagnose
Die Diagnose einer Calciumstoffwechselstörung erfolgt zunächst durch eine Blutuntersuchung, bei der der Gesamt-Calciumspiegel sowie das ionisierte (freie) Calcium gemessen werden. Da der Calciumspiegel vom Albuminspiegel abhängt, wird häufig eine albumin-korrigierte Calciumbestimmung durchgeführt. Ergänzend werden folgende Parameter untersucht:
- Parathormon (PTH)
- Vitamin D (25-OH-Vitamin D)
- Phosphat, Magnesium
- Nierenwerte (Kreatinin, Harnstoff)
- Calcitonin (bei Verdacht auf Schilddrüsenerkrankungen)
Bei Bedarf werden bildgebende Verfahren wie Ultraschall der Nebenschilddrüsen, eine Knochendichtemessung (DXA) oder eine Szintigraphie ergänzt.
Behandlung
Behandlung der Hyperkalzämie
- Ausreichende Flüssigkeitszufuhr (intravenöse Kochsalzlösung bei akuten Fällen)
- Bisphosphonate zur Hemmung des Knochenabbaus
- Calcitonin zur schnellen Senkung des Calciumspiegels
- Behandlung der Grunderkrankung (z. B. Operation bei primärem Hyperparathyreoidismus)
- Corticosteroide bei granulomatösen Erkrankungen
Behandlung der Hypokalzämie
- Orale oder intravenöse Calciumgabe je nach Schweregrad
- Vitamin-D-Supplementierung (Cholecalciferol oder aktive Vitamin-D-Metaboliten wie Calcitriol)
- Behandlung der Grunderkrankung (z. B. Gluten-freie Ernährung bei Zöliakie)
- Magnesiumsubstitution bei begleitendem Magnesiummangel
Prognose und Verlauf
Die Prognose einer Calciumstoffwechselstörung hängt wesentlich von der zugrunde liegenden Ursache ab. Viele Formen sind gut behandelbar, insbesondere wenn sie frühzeitig erkannt werden. Unbehandelte schwere Verläufe können jedoch zu Nierenschäden, Herzproblemen oder Osteoporose führen. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen sind bei chronischen Formen unerlässlich.
Quellen
- Bilezikian J. P. et al. - Guidelines for the Management of Asymptomatic Primary Hyperparathyroidism. Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism, 2022.
- Shoback D. - Hypoparathyroidism. New England Journal of Medicine, 2008; 359: 391-403.
- Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) - Leitlinien zu Calciumstoffwechselstörungen, 2023. Verfügbar unter: www.endokrinologie.net
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