Mangelgeburtsgewicht – Ursachen, Symptome & Behandlung
Mangelgeburtsgewicht bezeichnet ein Geburtsgewicht unterhalb der 10. Perzentile, das auf eine unzureichende Versorgung des Ungeborenen hindeutet.
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Mangelgeburtsgewicht bezeichnet ein Geburtsgewicht unterhalb der 10. Perzentile, das auf eine unzureichende Versorgung des Ungeborenen hindeutet.
Was ist Mangelgeburtsgewicht?
Mangelgeburtsgewicht (auch als Small for Gestational Age, kurz SGA, bekannt) bezeichnet ein Geburtsgewicht, das unterhalb der 10. Gewichtsperzentile für das entsprechende Gestationsalter liegt. Das bedeutet, dass das Neugeborene im Vergleich zu anderen Neugeborenen desselben Schwangerschaftsalters zu leicht ist. Dies ist ein Hinweis darauf, dass das Kind während der Schwangerschaft nicht ausreichend mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt wurde.
Ursachen
Mangelgeburtsgewicht kann durch eine Vielzahl von Faktoren verursacht werden, die sich in mütterliche, plazentare und fetale Ursachen unterteilen lassen:
Mütterliche Ursachen
- Mangelernährung der Mutter während der Schwangerschaft
- Chronische Erkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes mellitus oder Nierenerkrankungen
- Rauchen, Alkohol- oder Drogenkonsum in der Schwangerschaft
- Präeklampsie (schwangerschaftsbedingter Bluthochdruck mit Organschäden)
- Schwere Infektionskrankheiten der Mutter
- Junges mütterliches Alter (unter 16 Jahren) oder hohes Alter
Plazentare Ursachen
- Plazentainsuffizienz: unzureichende Funktion des Mutterkuchens
- Abnorme Lage oder Entwicklung der Plazenta
Fetale Ursachen
- Chromosomale Anomalien (z. B. Trisomie 18 oder 21)
- Angeborene Fehlbildungen
- Intrauterine Infektionen (z. B. durch Röteln, Zytomegalievirus)
- Mehrlingsschwangerschaften
Symptome und Merkmale
Neugeborene mit Mangelgeburtsgewicht zeigen typische klinische Merkmale:
- Geringes Körpergewicht in Relation zur Körperlänge
- Verminderte Unterhautfettschicht (wenig Fettpolster)
- Schlaffe, faltige Haut
- Ausgeprägte Sichtbarkeit von Rippen und Knochen
- Mögliche Anzeichen von Hypoglykämie (Unterzuckerung) kurz nach der Geburt
- Erhöhtes Risiko für Wärmeregulationsstörungen (Hypothermie)
Diagnose
Die Diagnose des Mangelgeburtsgewichts erfolgt anhand standardisierter Wachstumskurven, die Geburtsgewicht, Körperlänge und Kopfumfang in Relation zum Gestationsalter setzen. Bereits pränatal kann eine Wachstumsretardierung durch folgende Methoden festgestellt werden:
- Ultraschalluntersuchungen zur Messung von Schädelumfang, Bauchumfang und Femurlänge des Ungeborenen
- Doppler-Sonografie zur Beurteilung der Durchblutung in der Nabelschnur und den mütterlichen Blutgefäßen
- Regelmäßige Gewichtskontrollen und Fundusstandmessungen der Mutter
Nach der Geburt wird das Geburtsgewicht mit standardisierten Perzentilenkurven verglichen. Liegt das Gewicht unterhalb der 10. Perzentile, spricht man von einem SGA-Neugeborenen.
Komplikationen und Risiken
Neugeborene mit Mangelgeburtsgewicht haben ein erhöhtes Risiko für verschiedene kurz- und langfristige Komplikationen:
Kurzfristige Risiken
- Hypoglykämie (Unterzuckerung) in den ersten Lebensstunden
- Polyzythämie (erhöhte Anzahl roter Blutkörperchen)
- Hypothermie (Unterkühlung)
- Atemnotsyndrom
Langfristige Risiken
- Erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen im Erwachsenenalter
- Erhöhtes Risiko für Typ-2-Diabetes
- Verzögerte kognitive und motorische Entwicklung
- Vermindertes Wachstumspotenzial (Kleinwuchs)
Behandlung und Betreuung
Die Behandlung richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache und dem Schweregrad:
Pränatal
- Engmaschige Ultraschall- und Doppler-Kontrollen
- Optimierung der mütterlichen Ernährung und Behandlung von Grunderkrankungen
- Gegebenenfalls vorzeitige Entbindung, wenn die Versorgung des Ungeborenen nicht mehr gesichert ist
Postnatal
- Fruhzeitige Ernährungsunterstützung (Stillen oder Sondenernahrung)
- Uberwachung des Blutzuckerspiegels
- Warmerhaltung des Neugeborenen (z. B. in einem Inkubator)
- Gegebenenfalls Wachstumshormontherapie bei anhaltend mangelhaftem Aufholwachstum
Prognose
Die Prognose hangt wesentlich von der Ursache, dem Schweregrad und der rechtzeitigen medizinischen Betreuung ab. Viele SGA-Kinder zeigen in den ersten zwei Lebensjahren ein sogenanntes Aufholwachstum (Catch-up-Wachstum) und erreichen ein normales Korpergewicht und eine normale Korpergrose. Kinder, die kein ausreichendes Aufholwachstum zeigen, benotigen gegebenenfalls langerfristige padiatrische Begleitung.
Quellen
- World Health Organization (WHO): Born Too Soon: The Global Action Report on Preterm Birth. WHO Press, Genf, 2012.
- Leitlinie der Deutschen Gesellschaft fur Gynakologie und Geburtshilfe (DGGG): Intrauterine Wachstumsrestriktion, AWMF-Register Nr. 015-080, 2016.
- Lausman A, Kingdom J: Intrauterine growth restriction: Screening, diagnosis, and management. Journal of Obstetrics and Gynaecology Canada, 2013; 35(8): 741-748.
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