CD-Winkel – Definition und klinische Bedeutung
Der CD-Winkel (Centrum-Diaphysen-Winkel) ist ein radiologisches Maß zur Beurteilung der Stellung des Hüftkopfes im Verhältnis zum Oberschenkelschaft. Er wird in der Orthopädie zur Diagnostik von Hüftfehlstellungen eingesetzt.
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Der CD-Winkel (Centrum-Diaphysen-Winkel) ist ein radiologisches Maß zur Beurteilung der Stellung des Hüftkopfes im Verhältnis zum Oberschenkelschaft. Er wird in der Orthopädie zur Diagnostik von Hüftfehlstellungen eingesetzt.
Was ist der CD-Winkel?
Der CD-Winkel, auch Centrum-Diaphysen-Winkel genannt, ist ein radiologisch gemessener Winkel, der die Lagebeziehung zwischen dem Zentrum des Hüftkopfes (Centrum) und der Längsachse des Oberschenkelknochens (Diaphyse) beschreibt. Er wird auf einer Beckenübersichtsaufnahme im Röntgenbild ermittelt und ist ein wichtiges Hilfsmittel in der orthopädischen Diagnostik, insbesondere bei Erkrankungen und Fehlentwicklungen der Hüfte.
Klinische Bedeutung
Der CD-Winkel dient der Beurteilung der Hüftkopfzentrierung sowie der Stellung des Oberschenkelhalsschaftwinkels. Er wird vor allem bei folgenden Krankheitsbildern und Fragestellungen eingesetzt:
- Hüftdysplasie: Fehlentwicklung der Hüftpfanne und des Hüftkopfes, bei der der Hüftkopf nicht ausreichend überdacht ist.
- Coxa valga: Vergrößerter Schenkelhalsschaftwinkel, der zu einer verminderten Hüftkopfzentrierung führt.
- Coxa vara: Verkleinerter Schenkelhalsschaftwinkel mit abweichender Hüftkopfstellung.
- Morbus Perthes: Durchblutungsstörung des Hüftkopfes im Kindesalter.
- Verlaufskontrollen nach operativen Eingriffen an der Hüfte.
Messung und Normwerte
Der CD-Winkel wird auf einer standardisierten Beckenübersichtsaufnahme (a.-p.-Projektion) gemessen. Dazu wird eine Linie durch das Zentrum des Hüftkopfes und den Mittelpunkt der Wachstumsfuge (oder des Schenkelhalses) gezogen und mit der Längsachse des Oberschenkelschaftes verglichen.
Die Normwerte des CD-Winkels variieren altersabhängig und unterscheiden sich geringfügig je nach verwendeter Literaturquelle. Allgemein gelten folgende Richtwerte:
- Beim Neugeborenen und Kleinkind: ca. 25–30 Grad (stärker nach lateral geneigt)
- Im Schulalter: ca. 20–25 Grad
- Beim Erwachsenen: ca. 20–25 Grad
Abweichungen von diesen Normwerten können auf eine Fehlstellung der Hüfte hinweisen und erfordern gegebenenfalls weitere diagnostische Abklärung oder therapeutische Maßnahmen.
Unterschied zum CE-Winkel
Der CD-Winkel wird häufig in Kombination mit dem CE-Winkel (Centrum-Erker-Winkel nach Wiberg) beurteilt. Während der CE-Winkel die laterale Überdachung des Hüftkopfes durch die Pfanne beschreibt, gibt der CD-Winkel Auskunft über die axiale Ausrichtung des Hüftkopfes zur Diaphyse des Femurs. Beide Winkel ergänzen sich in der umfassenden Beurteilung der Hüftgeometrie.
Diagnostisches Vorgehen
Die Messung des CD-Winkels erfolgt im Rahmen einer Röntgendiagnostik des Beckens. Für eine zuverlässige Beurteilung sind standardisierte Aufnahmebedingungen (korrekte Lagerung, definierte Projektion) entscheidend. Bei Kindern und Jugendlichen wird die Messung häufig im Rahmen von Vorsorgeuntersuchungen oder bei klinischem Verdacht auf eine Hüftreifungsstörung durchgeführt.
Therapeutische Konsequenzen
Je nach Ausprägung der Abweichung des CD-Winkels können verschiedene Therapieoptionen in Betracht kommen:
- Konservative Behandlung: Physiotherapie, Orthesen oder Schienen zur Korrektur der Hüftstellung, besonders im Kindesalter.
- Operative Behandlung: Umstellungsosteotomien (z. B. intertrochantäre Varisierungs- oder Valgisierungsosteotomie) zur Korrektur des Schenkelhalsschaftwinkels und Verbesserung der Hüftkopfzentrierung.
Quellen
- Tönnis, D.: Die angeborene Hüftdysplasie und Hüftluxation im Kindes- und Erwachsenenalter. Springer Verlag, 1984.
- Hefti, F.: Kinderorthopädie in der Praxis. 3. Auflage, Springer Verlag, 2014.
- Wiberg, G.: Studies on dysplastic acetabula and congenital subluxation of the hip joint. Acta Chirurgica Scandinavica, Supplementum 58, 1939.
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