Gallensäurekreislauf – Funktion und Bedeutung
Der Gallensäurekreislauf beschreibt den Wiederverwertungsprozess der Gallensäuren zwischen Leber, Darm und Blut. Er ist essenziell für die Fettverdauung und den Cholesterinstoffwechsel.
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Der Gallensäurekreislauf beschreibt den Wiederverwertungsprozess der Gallensäuren zwischen Leber, Darm und Blut. Er ist essenziell für die Fettverdauung und den Cholesterinstoffwechsel.
Was ist der Gallensäurekreislauf?
Der Gallensäurekreislauf, auch bekannt als enterohepatischer Kreislauf der Gallensäuren, ist ein biologischer Recyclingprozess, bei dem Gallensäuren mehrfach zwischen der Leber, der Gallenblase, dem Dünndarm und dem Blutkreislauf zirkulieren. Dieser Kreislauf ist ein zentraler Bestandteil der Fettverdauung und des Lipidstoffwechsels im menschlichen Körper.
Entstehung und Zusammensetzung der Gallensäuren
Gallensäuren werden in der Leber aus Cholesterin synthetisiert. Die primären Gallensäuren beim Menschen sind Cholsäure und Chenodesoxycholsäure. Sie werden in der Leber mit den Aminosäuren Glycin oder Taurin konjugiert, wodurch Gallensalze entstehen, die wasserlöslicher und damit biologisch aktiver sind. Diese Gallensalze werden über die Gallenblase in den Zwölffingerdarm (Duodenum) ausgeschüttet, sobald Nahrung – insbesondere fetthaltige Speisen – den Magen verlässt.
Ablauf des Gallensäurekreislaufs
Schritt 1: Sekretion in den Darm
Nach der Mahlzeit zieht sich die Gallenblase zusammen und gibt Gallensalze in den Dünndarm ab. Dort wirken sie als Emulgatoren: Sie umhüllen Fettmoleküle und zerlegen diese in kleine Tröpfchen (Mizellen), die von Verdauungsenzymen (Lipasen) leichter abgebaut werden können.
Schritt 2: Umwandlung durch Darmbakterien
Im unteren Dünndarm (Ileum) und im Dickdarm werden primäre Gallensäuren durch die Darmmikrobiota in sekundäre Gallensäuren umgewandelt. Die wichtigsten sekundären Gallensäuren sind Desoxycholsäure (aus Cholsäure) und Lithocholsäure (aus Chenodesoxycholsäure).
Schritt 3: Reabsorption im terminalen Ileum
Etwa 90–95 % der Gallensäuren werden im terminalen Ileum aktiv resorbiert und über das Pfortadersystem zurück zur Leber transportiert. Dort werden sie erneut konjugiert und wieder in die Galle abgegeben. Nur etwa 5–10 % der Gallensäuren werden täglich mit dem Stuhl ausgeschieden und müssen neu synthetisiert werden.
Schritt 4: Leberseitige Aufnahme und Recycling
In der Leber erfolgt die Wiederaufnahme der Gallensäuren über spezifische Transporter (z. B. NTCP – Natrium-Taurocholat-Cotransporter). Anschließend werden die Gallensäuren erneut konjugiert und in die Galle sezerniert. Dieser Kreislauf wiederholt sich täglich etwa 6–10 Mal.
Funktionen des Gallensäurekreislaufs
- Fettverdauung: Emulgierung von Nahrungsfetten und fettlöslichen Vitaminen (A, D, E, K)
- Cholesterinregulation: Abbau von überschüssigem Cholesterin über die Gallensäuresynthese
- Signalmoleküle: Gallensäuren aktivieren Rezeptoren wie FXR (Farnesoid-X-Rezeptor) und TGR5, die Stoffwechselprozesse, Glukosehomöostase und Energieverbrauch regulieren
- Darmgesundheit: Beeinflussung der Zusammensetzung der Darmmikrobiota
Störungen des Gallensäurekreislaufs
Wird der Kreislauf unterbrochen – etwa durch eine Erkrankung des terminalen Ileums (z. B. Morbus Crohn), eine Entfernung von Darmabschnitten oder durch Medikamente – kann es zu einem Gallensäureverlust kommen. Folgen können sein:
- Malabsorption von Fetten und fettlöslichen Vitaminen
- Gallensäurebedingte Diarrhö (durch überschüssige Gallensäuren im Dickdarm)
- Gallensteinbildung (Cholesteringallensteine bei gestörtem Gleichgewicht)
- Erhöhtes Risiko für Fettstoffwechselstörungen
Klinische Bedeutung und therapeutische Ansätze
Das Verständnis des Gallensäurekreislaufs ist klinisch bedeutsam. Medikamente wie Gallensäurebinder (Cholestyramin, Colesevelam) unterbrechen gezielt den Kreislauf, um Cholesterin zu senken. Weitere Forschungsansätze nutzen Gallensäurerezeptoren (FXR, TGR5) als Angriffspunkte bei nicht-alkoholischer Fettlebererkrankung (NAFLD), Typ-2-Diabetes und entzündlichen Darmerkrankungen.
Quellen
- Chiang, J. Y. L. (2013). Bile acid metabolism and signaling. Comprehensive Physiology, 3(3), 1191–1212. https://doi.org/10.1002/cphy.c120023
- Ridlon, J. M., Kang, D. J., Hylemon, P. B. (2006). Bile salt biotransformations by human intestinal bacteria. Journal of Lipid Research, 47(2), 241–259.
- Deutsches Institut fuer Ernaehrungsforschung (DIfE): Gallensaeurestoffwechsel und Darmgesundheit. www.dife.de
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