Gallensäuremengenbestimmung – Diagnose & Werte
Die Gallensäuremengenbestimmung ist ein diagnostisches Verfahren, bei dem die Konzentration der Gallensäuren im Blut gemessen wird. Sie dient der Beurteilung der Leberfunktion und der Erkennung von Gallenwegerkrankungen.
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Die Gallensäuremengenbestimmung ist ein diagnostisches Verfahren, bei dem die Konzentration der Gallensäuren im Blut gemessen wird. Sie dient der Beurteilung der Leberfunktion und der Erkennung von Gallenwegerkrankungen.
Was ist die Gallensäuremengenbestimmung?
Die Gallensäuremengenbestimmung ist ein labormedizinisches Diagnoseverfahren, bei dem die Menge der Gallensäuren im Blutserum oder -plasma gemessen wird. Gallensäuren sind körpereigene Substanzen, die in der Leber aus Cholesterin gebildet und in die Galle abgegeben werden. Sie spielen eine zentrale Rolle bei der Verdauung von Fetten im Dünndarm. Nach ihrer Funktion werden Gallensäuren im Darm größtenteils wieder resorbiert und zur Leber zurücktransportiert – ein Kreislauf, der als enterohepatischer Kreislauf bezeichnet wird. Eine erhöhte Gallensäurekonzentration im Blut kann auf eine gestörte Leberfunktion oder einen beeinträchtigten Gallenfluss hinweisen.
Wie funktioniert die Untersuchung?
Für die Gallensäuremengenbestimmung wird dem Patienten eine Blutprobe entnommen. Die Messung erfolgt in der Regel aus dem Nüchternblut (vor dem Frühstück) sowie gegebenenfalls aus einer weiteren Probe etwa zwei Stunden nach einer Mahlzeit (postprandiale Messung). Durch den Vergleich beider Werte kann die Kapazität der Leber beurteilt werden, die aus dem Darm zurückkommenden Gallensäuren aufzunehmen und zu verarbeiten. Die Analyse erfolgt im Labor mittels enzymatischer oder chromatographischer Methoden.
Was wird gemessen?
Bei der Untersuchung werden die Gesamtgallensäuren im Serum bestimmt. Zu den wichtigsten Gallensäuren gehören:
- Cholsäure
- Chenodesoxycholsäure
- Desoxycholsäure
- Lithocholsäure
Diese können als freie oder konjugierte (an Glycin oder Taurin gebundene) Formen vorliegen. In spezialisierten Labors ist auch eine Differenzierung der einzelnen Gallensäurearten möglich.
Wann wird die Gallensäuremengenbestimmung eingesetzt?
Die Bestimmung der Gallensäuremengen ist bei verschiedenen klinischen Fragestellungen indiziert:
- Verdacht auf Lebererkrankungen wie Hepatitis, Leberzirrhose oder Fettleber
- Verdacht auf Gallenwegserkrankungen wie Cholestase (Gallenstau) oder primär biliäre Cholangitis
- Verlaufskontrolle bekannter Lebererkrankungen
- Beurteilung der Leberfunktion vor und nach Lebertransplantationen
- Abklärung von Schwangerschaftscholestase (intrahepatische Cholestase der Schwangerschaft)
- Verdacht auf Gallensäuremalabsorption im Dünndarm
Referenzwerte und Interpretation
Die Normalwerte können je nach Labor leicht variieren. Allgemein gelten folgende Richtwerte für Gesamtgallensäuren im Nüchternserum:
- Nüchternwert: unter 10 µmol/l (mikromol pro Liter)
- Postprandialer Wert (2 Stunden nach dem Essen): unter 15–18 µmol/l
Erhöhte Gallensäurewerte im Blut deuten auf eine verminderte Aufnahmefähigkeit der Leber hin und können ein empfindlicher Marker für Leberfunktionsstörungen sein – mitunter sogar sensitiver als klassische Leberenzyme wie GOT oder GPT. Eine genaue Interpretation erfolgt stets im klinischen Gesamtkontext.
Klinische Relevanz
Die Gallensäuremengenbestimmung gilt als sensitiver Marker für die hepatozelluläre (leberzellbezogene) und cholestatische Funktion der Leber. Sie kann bereits früh auf Funktionsstörungen hinweisen, bevor andere Laborwerte pathologisch werden. Besonders bei der intrahepatischen Schwangerschaftscholestase ist sie ein essenzieller Diagnoseparameter, da erhöhte Gallensäurewerte mit einem erhöhten Risiko für den Fötus verbunden sind. Darüber hinaus spielt die Messung bei der Diagnostik von Erkrankungen mit gestörter Gallensäureresorption im Darm (z. B. Morbus Crohn mit Befall des terminalen Ileums) eine wichtige Rolle.
Quellen
- Löscher T., Seilheimer B. (Hrsg.): Basiswissen Labordiagnostik. Urban & Fischer Verlag, München, 2020.
- European Association for the Study of the Liver (EASL): EASL Clinical Practice Guidelines on the management of cholestatic liver diseases. Journal of Hepatology, 2009; 51(2): 237–267.
- Geenes V., Williamson C.: Intrahepatic cholestasis of pregnancy. World Journal of Gastroenterology, 2009; 15(17): 2049–2066.
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