Gallensäuretherapie – Wirkung, Anwendung & Nutzen
Die Gallensäuretherapie nutzt natürliche oder synthetische Gallensäuren zur Behandlung von Leber- und Gallenwegserkrankungen. Sie wird z. B. bei Gallensteinen und cholestatischen Lebererkrankungen eingesetzt.
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Die Gallensäuretherapie nutzt natürliche oder synthetische Gallensäuren zur Behandlung von Leber- und Gallenwegserkrankungen. Sie wird z. B. bei Gallensteinen und cholestatischen Lebererkrankungen eingesetzt.
Was ist die Gallensäuretherapie?
Die Gallensäuretherapie bezeichnet den medizinischen Einsatz von natürlichen oder synthetisch hergestellten Gallensäuren zur Behandlung verschiedener Erkrankungen der Leber, der Gallenwege und der Gallenblase. Gallensäuren sind körpereigene Substanzen, die in der Leber aus Cholesterin gebildet werden und eine zentrale Rolle bei der Fettverdauung sowie der Ausscheidung von Cholesterin spielen. Die bekanntesten therapeutisch eingesetzten Gallensäuren sind die Ursodeoxycholsäure (UDCA) und die Obeticholsäure (OCA).
Anwendungsgebiete
Die Gallensäuretherapie wird bei einer Reihe von Erkrankungen eingesetzt:
- Cholesteringallensteine: UDCA kann kleine bis mittelgroße Gallensteine aus reinem Cholesterin auflösen (Litholyse), wenn eine Operation nicht möglich oder gewünscht ist.
- Primär biliäre Cholangitis (PBC): Eine chronische, cholestatische Lebererkrankung, bei der UDCA als Standardtherapie gilt und das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamt.
- Primär sklerosierende Cholangitis (PSC): Eine entzündliche Erkrankung der Gallenwege, bei der Gallensäuren unterstützend eingesetzt werden können.
- Intrahepatische Schwangerschaftscholestase: UDCA lindert den Juckreiz und verbessert die Leberwerte bei dieser schwangerschaftsspezifischen Erkrankung.
- Nicht-alkoholische Fettlebererkrankung (NAFLD/NASH): Neuere Wirkstoffe wie Obeticholsäure werden in klinischen Studien auf ihre Wirksamkeit bei Fettlebererkrankungen untersucht.
Wirkmechanismus
Gallensäuren entfalten ihre therapeutische Wirkung über mehrere Mechanismen:
- Choleretische Wirkung: Sie fördern die Galleproduktion und den Gallefluss, was dazu beiträgt, gestaute oder toxische Galle aus der Leber auszuschwemmen.
- Verdrängungs- und Lösungsmechanismus: UDCA verdrängt toxische, hydrophobe Gallensäuren und ersetzt sie durch weniger schädliche, hydrophile Varianten, wodurch Leberzellen vor Schädigung geschützt werden.
- Immunmodulation: Gallensäuren können entzündliche Prozesse in den Gallenwegen und der Leber dämpfen.
- Gallensteinauflösung: Durch Senkung der Cholesterinsättigung in der Gallenflüssigkeit kann UDCA Cholesteringallensteine schrittweise auflösen.
- FXR-Agonismus: Obeticholsäure aktiviert den Farnesoid-X-Rezeptor (FXR), einen Kernrezeptor, der die Gallensäuresynthese, den Fettstoffwechsel und Entzündungsprozesse reguliert.
Dosierung und Anwendung
Die Dosierung der Gallensäuretherapie richtet sich nach der zugrundeliegenden Erkrankung, dem Körpergewicht und dem individuellen Ansprechen des Patienten. Für UDCA bei primär biliärer Cholangitis werden üblicherweise 13–15 mg pro Kilogramm Körpergewicht täglich empfohlen, aufgeteilt auf mehrere Einnahmen. Bei der Gallensteinauflösung kann die Therapie mehrere Monate bis zu zwei Jahre dauern. Die Behandlung erfolgt ausschließlich nach ärztlicher Verordnung und unter regelmäßiger Kontrolle der Leberwerte.
Nebenwirkungen und Verträglichkeit
UDCA wird im Allgemeinen gut vertragen. Zu den möglichen Nebenwirkungen zählen:
- Durchfall oder weicher Stuhlgang
- Übelkeit oder Magenbeschwerden
- Selten: Juckreiz oder Hautausschlag
Obeticholsäure kann bei höherer Dosierung zu verstärktem Juckreiz (Pruritus) führen, weshalb eine sorgfältige Dosisanpassung notwendig ist. Beide Wirkstoffe sind in der Regel nicht für Patienten mit dekompensierter Leberzirrhose geeignet.
Diagnose und Verlaufskontrolle
Vor Beginn einer Gallensäuretherapie werden Laborwerte wie Leberwerte (ALT, AST, GGT, alkalische Phosphatase), Bilirubin und gegebenenfalls bildgebende Verfahren (Ultraschall) durchgeführt. Während der Therapie sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen notwendig, um das Ansprechen auf die Behandlung zu beurteilen und mögliche Nebenwirkungen frühzeitig zu erkennen.
Quellen
- European Association for the Study of the Liver (EASL): EASL Clinical Practice Guidelines on the management of primary biliary cholangitis. Journal of Hepatology, 2017.
- Lindor KD et al.: Primary biliary cholangitis: 2018 Practice Guidance from the American Association for the Study of Liver Diseases. Hepatology, 2019.
- Lammert F et al.: Gallstones. Nature Reviews Disease Primers, 2016.
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