Serumprotein – Bedeutung, Werte & Diagnostik
Serumproteine sind Eiweißstoffe im Blutserum, die wichtige Funktionen wie Transport, Immunabwehr und Blutgerinnung übernehmen. Ihr Spiegel gibt Auskunft über Ernährung, Leber- und Nierenfunktion.
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Serumproteine sind Eiweißstoffe im Blutserum, die wichtige Funktionen wie Transport, Immunabwehr und Blutgerinnung übernehmen. Ihr Spiegel gibt Auskunft über Ernährung, Leber- und Nierenfunktion.
Was sind Serumproteine?
Serumproteine sind Eiweißmoleküle, die im Blutserum – dem flüssigen Anteil des Blutes nach der Gerinnung – gelöst vorliegen. Sie werden überwiegend in der Leber produziert und erfüllen im Körper eine Vielzahl lebenswichtiger Aufgaben. Der Begriff Gesamtprotein im Serum beschreibt die Summe aller im Serum enthaltenen Proteine, die im Labor gemessen werden kann.
Funktionen der Serumproteine
Serumproteine übernehmen im menschlichen Körper zahlreiche wichtige Aufgaben:
- Transport: Viele Serumproteine binden und transportieren Substanzen wie Hormone, Fettsäuren, Vitamine, Medikamente und Spurenelemente durch den Blutkreislauf.
- Immunabwehr: Immunglobuline (Antikörper) sind Serumproteine, die gezielt Krankheitserreger erkennen und bekämpfen.
- Blutgerinnung: Gerinnungsfaktoren wie Fibrinogen sind Proteine, die im Blutplasma vorkommen und die Wundverschließung ermöglichen.
- Aufrechterhaltung des osmotischen Drucks: Albumin, das mengenmäßig häufigste Serumprotein, hält den kolloidosmotischen Druck aufrecht und verhindert so das Austreten von Flüssigkeit aus den Gefäßen ins Gewebe.
- Pufferfunktion: Serumproteine helfen dabei, den pH-Wert des Blutes stabil zu halten.
Wichtige Serumproteine im Überblick
Albumin
Albumin ist das häufigste Serumprotein und macht etwa 55–65 % des Gesamtproteins aus. Es wird ausschließlich in der Leber synthetisiert und dient als wichtigstes Transportprotein sowie als Hauptregulator des kolloidosmotischen Drucks. Ein erniedrigter Albuminspiegel (Hypoalbuminämie) kann auf Lebererkrankungen, Mangelernährung oder chronische Entzündungen hinweisen.
Globuline
Globuline sind eine heterogene Gruppe von Serumproteinen, zu denen Alpha-, Beta- und Gamma-Globuline gehören. Gamma-Globuline umfassen die Immunglobuline (IgG, IgA, IgM, IgE, IgD), die für die humorale Immunabwehr entscheidend sind.
Fibrinogen
Fibrinogen ist ein lösliches Gerinnungsprotein, das bei der Blutgerinnung in unlösliches Fibrin umgewandelt wird. Es ist nur im Plasma, nicht aber im Serum enthalten, da es bei der Gerinnung verbraucht wird.
C-reaktives Protein (CRP)
Das C-reaktive Protein (CRP) ist ein Akute-Phase-Protein, das bei Entzündungen, Infektionen oder Gewebeschäden rasch ansteigt. Es wird als Entzündungsmarker in der Labordiagnostik eingesetzt.
Labordiagnostik: Messung von Serumproteinen
Die Bestimmung der Serumproteine erfolgt aus einer Blutprobe. Folgende Untersuchungen sind üblich:
- Gesamtprotein: Gibt die Summe aller Serumproteine an. Referenzbereich bei Erwachsenen: 60–80 g/l.
- Albumin: Einzelbestimmung zur Beurteilung der Leberfunktion und des Ernährungszustands.
- Serumelektrophorese: Trennt die Serumproteine in Fraktionen auf (Albumin, Alpha-1-, Alpha-2-, Beta- und Gamma-Globuline) und ermöglicht die Erkennung von Störungen wie Paraproteinämien oder chronischen Entzündungen.
- Spezifische Proteinbestimmungen: z. B. CRP, Immunglobuline, Transferrin, Ferritin.
Klinische Bedeutung: Erhöhte und erniedrigte Serumproteinwerte
Erniedrigtes Gesamtprotein (Hypoproteinämie)
Ein zu niedriger Proteingehalt im Serum kann verschiedene Ursachen haben:
- Mangelernährung oder unzureichende Proteinzufuhr
- Lebererkrankungen (z. B. Leberzirrhose), da die Leber weniger Proteine bildet
- Nierenerkrankungen mit erhöhtem Proteinverlust über den Urin (nephrotisches Syndrom)
- Chronisch-entzündliche Erkrankungen oder Malabsorption
- Schwere Verbrennungen oder Operationen
Erhöhtes Gesamtprotein (Hyperproteinämie)
Erhöhte Werte können auf folgende Zustände hinweisen:
- Dehydratation (Flüssigkeitsmangel)
- Chronische Entzündungen mit erhöhter Globulinproduktion
- Plasmozytom (multiples Myelom) mit übermäßiger Bildung von Paraproteinen
Serumproteine und Ernährung
Eine ausreichende Proteinzufuhr über die Nahrung ist Voraussetzung für die körpereigene Produktion von Serumproteinen. Insbesondere bei älteren Menschen, Leistungssportlern und Personen mit chronischen Erkrankungen sollte auf eine bedarfsgerechte Eiweißversorgung geachtet werden. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt für gesunde Erwachsene eine tägliche Proteinzufuhr von 0,8 g pro Kilogramm Körpergewicht.
Quellen
- Löffler, G. et al. – Biochemie und Pathobiochemie, Springer Verlag, 9. Auflage (2014)
- Thomas, L. – Labor und Diagnose: Indikation und Bewertung von Laborbefunden, TH-Books Verlagsgesellschaft, 8. Auflage (2012)
- World Health Organization (WHO) – Serum proteins as markers of nutrition: Review of methods and instruments, WHO/NHD/01.09 (2001), verfügbar unter: https://www.who.int
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