Mundwinkelrhagaden: Ursachen, Symptome & Behandlung
Mundwinkelrhagaden sind schmerzhafte Einrisse oder Risse in den Mundwinkeln. Sie entstehen oft durch Nährstoffmangel, Infektionen oder Hautreizungen.
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Mundwinkelrhagaden sind schmerzhafte Einrisse oder Risse in den Mundwinkeln. Sie entstehen oft durch Nährstoffmangel, Infektionen oder Hautreizungen.
Was sind Mundwinkelrhagaden?
Mundwinkelrhagaden sind schmerzhafte Risse, Einrisse oder Wunden, die sich in einem oder beiden Mundwinkeln bilden. Der medizinische Fachbegriff lautet Angulus infectiosus oris oder auch Perlèche. Die betroffenen Stellen können gerötet, schuppig, verkrustet oder leicht blutend sein. Betroffene empfinden häufig Brennen und Schmerzen beim Sprechen, Essen oder beim Öffnen des Mundes.
Ursachen
Mundwinkelrhagaden können verschiedene Ursachen haben, die sich oft gegenseitig begünstigen:
- Nährstoffmangel: Ein Mangel an Vitamin B2 (Riboflavin), Vitamin B6, Vitamin B12, Folsäure, Eisen oder Zink zählt zu den häufigsten Auslösern.
- Pilzinfektionen: Candida-Pilze (insbesondere Candida albicans) sind häufig an der Entstehung beteiligt, besonders bei geschwächtem Immunsystem.
- Bakterielle Infektionen: Staphylokokken oder Streptokokken können die Wunden besiedeln und verschlimmern.
- Mechanische Reizung: Schlecht sitzende Zahnprothesen, häufiges Lecken der Lippen oder übermäßiges Speichellecken begünstigen die Entstehung.
- Hauterkrankungen: Neurodermitis, Psoriasis oder Kontaktdermatitis können ebenfalls eine Rolle spielen.
- Geschwächtes Immunsystem: Erkrankungen wie Diabetes mellitus, HIV oder die Einnahme von Immunsuppressiva erhöhen das Risiko.
- Trockenheit und Witterungseinflüsse: Kalte, trockene Luft kann die empfindliche Haut in den Mundwinkeln austrocknen und reizen.
Symptome
Die typischen Beschwerden bei Mundwinkelrhagaden umfassen:
- Schmerzhafte Risse oder Einrisse in einem oder beiden Mundwinkeln
- Rötung, Schwellung und Entzündung der betroffenen Haut
- Krustenbildung oder Schuppenbildung
- Brennendes oder juckendes Gefühl
- Schmerzen beim Öffnen des Mundes, beim Sprechen oder Essen
- Gelegentlich leichte Blutungen aus den Rissen
Diagnose
Die Diagnose wird in der Regel durch eine klinische Untersuchung durch einen Arzt oder Zahnarzt gestellt. Der Arzt beurteilt das Aussehen der Wunden und erfragt die Krankengeschichte des Patienten. Bei Verdacht auf eine zugrunde liegende Ursache können folgende Untersuchungen durchgeführt werden:
- Blutuntersuchung: Zur Überprüfung von Nährstoffspiegeln (z. B. Eisen, Vitamin B12, Folsäure, Zink) und Blutzucker.
- Abstrich: Ein Abstrich aus dem Mundwinkel kann auf Pilze oder Bakterien untersucht werden.
- Allergietest: Bei Verdacht auf eine Kontaktallergie kann ein Epikutantest sinnvoll sein.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache:
Allgemeine Maßnahmen
- Die betroffenen Stellen trocken und sauber halten.
- Auf häufiges Lecken der Lippen und Mundwinkel verzichten.
- Schützende Lippenpflege oder Vaseline auftragen, um die Haut zu schützen.
- Ausreichende Flüssigkeitszufuhr sicherstellen.
Medikamentöse Behandlung
- Antimykotische Cremes: Bei Pilzbefall werden Cremes mit Wirkstoffen wie Clotrimazol oder Miconazol eingesetzt.
- Antibiotische Cremes: Bei bakterieller Infektion können antibiotische Salben (z. B. Fusidinsäure) verordnet werden.
- Kortikosteroid-Cremes: Bei entzündlicher Komponente werden kurzzeitig schwach wirksame Kortikosteroid-Cremes eingesetzt.
- Nährstoffsubstitution: Bei nachgewiesenem Mangel werden entsprechende Nahrungsergänzungsmittel oder Vitaminpräparate verordnet.
Zahnärztliche Maßnahmen
Bei schlecht sitzenden Zahnprothesen sollte eine Anpassung oder Neuanfertigung durch den Zahnarzt erfolgen, da schlecht sitzende Prothesen zu einer veränderten Mundstellung und damit zu einer vermehrten Bildung von Mundwinkelrhagaden führen können.
Vorbeugung
Zur Vorbeugung von Mundwinkelrhagaden empfehlen sich folgende Maßnahmen:
- Ausgewogene Ernährung mit ausreichender Zufuhr von B-Vitaminen, Eisen und Zink
- Regelmäßige Mundpflege und Zahnhygiene
- Schutz der Lippen und Mundwinkel vor Trockenheit und Kälte
- Vermeidung von mechanischer Reizung der Mundwinkel
- Kontrolle von Grunderkrankungen wie Diabetes mellitus
Quellen
- Pschyrembel Klinisches Wörterbuch. De Gruyter, 268. Auflage, 2020.
- Ojha J, Cohen DM, Islam NM et al. - Angularis stomatitis. General Dentistry, 2010; 58(1): e1-e6.
- Wolff K, Johnson RA, Saavedra AP - Fitzpatrick's Color Atlas and Synopsis of Clinical Dermatology. 8. Auflage, McGraw-Hill Education, 2017.
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