Sakrum (Kreuzbein) – Anatomie, Funktion & Erkrankungen
Das Sakrum (Kreuzbein) ist ein keilförmiger Knochen am unteren Ende der Wirbelsäule, der das Becken stabilisiert und eine zentrale Rolle im Stütz- und Bewegungsapparat spielt.
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Das Sakrum (Kreuzbein) ist ein keilförmiger Knochen am unteren Ende der Wirbelsäule, der das Becken stabilisiert und eine zentrale Rolle im Stütz- und Bewegungsapparat spielt.
Was ist das Sakrum?
Das Sakrum, medizinisch auch als Os sacrum oder Kreuzbein bezeichnet, ist ein großer, dreieckiger bzw. keilförmiger Knochen, der am unteren Ende der Wirbelsäule liegt. Es entsteht durch die Verschmelzung von fünf Sakralwirbeln (S1–S5), die sich in der Regel zwischen dem 18. und 30. Lebensjahr vollständig vereinigen. Das Sakrum bildet den hinteren Teil des Beckens und verbindet die Wirbelsäule über die Iliosakralgelenke (ISG) mit den beiden Hüftbeinen.
Anatomie und Lage
Das Sakrum liegt unterhalb des fünften Lendenwirbels (L5) und oberhalb des Steißbeins (Coccyx). Es gliedert sich in:
- Basis sacralis: der breite, obere Teil, der mit L5 artikuliert
- Apex sacralis: die schmale, untere Spitze, die ans Steißbein grenzt
- Facies pelvina: die glatte, konkave Vorderfläche, die zum Beckenraum weist
- Facies dorsalis: die raue, konvexe Rückfläche mit tastbaren Knochenleisten
- Foramina sacralia: vier Paare von Öffnungen beidseits, durch die Sakralnerven aus- bzw. eintreten
Das Sakrum ist über die Iliosakralgelenke fest mit dem Becken verbunden. Diese Gelenke sind nur minimal beweglich, gewährleisten jedoch eine wichtige Kraftübertragung zwischen Rumpf und Beinen.
Funktion
Das Sakrum erfüllt mehrere wichtige Aufgaben im menschlichen Körper:
- Statik und Gewichtstragung: Es leitet das Gewicht des Oberkörpers auf das Becken und die Beine weiter.
- Schutz der Sakralnerven: Im Sakralkanal verlaufen Anteile des Rückenmarks bzw. Nervenwurzeln des Cauda equina, die für die Versorgung von Becken, Beinen, Blase und Darm zuständig sind.
- Stützfunktion beim Sitzen: Das Sakrum bildet zusammen mit dem Steißbein die Grundlage des Sitzbereichs.
- Geburtskanal: Die konkave Innenfläche des Sakrums begrenzt den Geburtskanal und ist daher besonders in der Geburtshilfe von Bedeutung.
Häufige Erkrankungen und Beschwerden
Sakrumfraktur
Eine Sakrumfraktur (Kreuzbeinfraktur) entsteht häufig durch starke Stürze, Verkehrsunfälle oder bei älteren Menschen durch Osteoporose. Sie kann mit starken Schmerzen, Taubheitsgefühlen und im schlimmsten Fall mit Lähmungen einhergehen, wenn Nerven betroffen sind.
Iliosakralgelenk-Syndrom (ISG-Syndrom)
Das ISG-Syndrom bezeichnet Schmerzen im Bereich des Iliosakralgelenks, die oft in den unteren Rücken, das Gesäß oder die Beine ausstrahlen. Es ist eine häufige Ursache von Kreuzschmerzen und kann durch Überlastung, Schwangerschaft oder entzündliche Erkrankungen ausgelöst werden.
Sakroiliitis
Die Sakroiliitis ist eine Entzündung der Iliosakralgelenke und tritt oft im Rahmen von rheumatischen Erkrankungen wie dem Morbus Bechterew (Ankylosierende Spondylitis) auf. Sie verursacht chronische Rückenschmerzen und Steifigkeit, besonders morgens.
Steißbein- und Sakrumschmerzen
Schmerzen im Bereich des Sakrums und Steißbeins (sogenannte Kokzygodynie) können durch Stürze auf das Gesäß, langes Sitzen auf harten Flächen oder Geburten entstehen.
Tumoren und Metastasen
Das Sakrum kann von primären Knochentumoren (z. B. Chordom) oder von Metastasen anderer Tumoren befallen werden. Diese können den Knochen schwächen und Nervenschmerzen verursachen.
Diagnose
Zur Untersuchung des Sakrums werden verschiedene diagnostische Verfahren eingesetzt:
- Röntgenaufnahme: erste Übersichtsdiagnostik bei Verdacht auf Frakturen oder strukturelle Veränderungen
- Magnetresonanztomographie (MRT): besonders geeignet zur Darstellung von Weichteilgewebe, Nervenwurzeln und frühen Entzündungszeichen
- Computertomographie (CT): detaillierte Knochenbeurteilung, z. B. bei komplexen Frakturen
- Szintigraphie / SPECT-CT: Aufdeckung von Stressreaktionen, Entzündungen oder Metastasen
Behandlung
Die Behandlung von Sakrum-Erkrankungen richtet sich nach der zugrundeliegenden Ursache:
- Konservative Therapie: Schmerzmedikamente, Physiotherapie, Schonung und physikalische Maßnahmen bei ISG-Syndrom oder unkomplizierten Frakturen
- Interventionelle Verfahren: Infiltrationen (z. B. ISG-Injektionen) zur gezielten Schmerzlinderung
- Operative Behandlung: bei instabilen Frakturen, schweren Nervenschäden oder Tumoren kann eine Operation notwendig sein
- Medikamentöse Therapie bei Sakroiliitis: entzündungshemmende Medikamente (NSAR), bei Morbus Bechterew auch Biologika
Quellen
- Schünke M, Schulte E, Schumacher U. Prometheus LernAtlas der Anatomie – Allgemeine Anatomie und Bewegungssystem. 5. Auflage. Thieme Verlag, 2018.
- Standring S (Hrsg.). Gray's Anatomy: The Anatomical Basis of Clinical Practice. 42. Auflage. Elsevier, 2020.
- Simopoulos TT et al. A Systematic Evaluation of Prevalence and Diagnostic Accuracy of Sacroiliac Joint Interventions. Pain Physician, 2012; 15(3): E305–E344.
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