Schilddrüsenautoantikörper – Definition & Bedeutung
Schilddrüsenautoantikörper sind Antikörper des Immunsystems, die sich irrtümlich gegen körpereigenes Schilddrüsengewebe richten und bei Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse eine wichtige Rolle spielen.
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Schilddrüsenautoantikörper sind Antikörper des Immunsystems, die sich irrtümlich gegen körpereigenes Schilddrüsengewebe richten und bei Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse eine wichtige Rolle spielen.
Was sind Schilddrüsenautoantikörper?
Schilddrüsenautoantikörper sind Antikörper, die vom Immunsystem gebildet werden und sich gegen körpereigene Strukturen der Schilddrüse richten. Normalerweise schützen Antikörper den Körper vor Krankheitserregern. Bei Autoimmunerkrankungen verliert das Immunsystem jedoch die Fähigkeit, zwischen körpereigenen und körperfremden Strukturen zu unterscheiden, und greift das eigene Gewebe an. Die Schilddrüse ist eines der am häufigsten betroffenen Organe bei solchen Autoimmunreaktionen.
Arten von Schilddrüsenautoantikörpern
Es gibt mehrere klinisch relevante Typen von Schilddrüsenautoantikörpern:
- TPO-Antikörper (Anti-TPO, anti-thyreoidale Peroxidase-Antikörper): Diese richten sich gegen das Enzym Thyreoidperoxidase, das für die Schilddrüsenhormonproduktion notwendig ist. Erhöhte TPO-Antikörper sind typisch für die Hashimoto-Thyreoiditis und den Morbus Basedow.
- Thyreoglobulin-Antikörper (Anti-Tg, Anti-TG): Diese richten sich gegen Thyreoglobulin, ein Speicherprotein der Schilddrüse. Sie kommen ebenfalls bei der Hashimoto-Thyreoiditis vor und werden auch zur Verlaufskontrolle bei Schilddrüsenkrebs eingesetzt.
- TSH-Rezeptor-Antikörper (TRAK, TRAb): Diese binden an den TSH-Rezeptor der Schilddrüsenzellen. Stimulierende TRAK führen zur übermäßigen Produktion von Schilddrüsenhormonen und sind das charakteristische Merkmal des Morbus Basedow (Graves-Krankheit). Blockierende TRAK können hingegen eine Schilddrüsenunterfunktion verursachen.
Assoziierte Erkrankungen
Erhöhte Schilddrüsenautoantikörper werden vor allem bei folgenden Erkrankungen festgestellt:
- Hashimoto-Thyreoiditis: Die häufigste Autoimmunerkrankung der Schilddrüse, bei der chronische Entzündungen das Schilddrüsengewebe zerstören und zu einer Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion) führen können. Typisch sind erhöhte TPO-Antikörper und Anti-Tg-Antikörper.
- Morbus Basedow (Graves-Krankheit): Eine Autoimmunerkrankung, bei der stimulierende TSH-Rezeptor-Antikörper eine Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion) auslösen. Typisches Zeichen ist der Exophthalmus (hervortretende Augen).
- Postpartale Thyreoiditis: Eine vorübergehende Entzündung der Schilddrüse nach der Geburt, die häufig mit erhöhten TPO-Antikörpern einhergeht.
- Schilddrüsenkarzinom: Erhöhte Anti-Tg-Antikörper können die Verlaufskontrolle nach Schilddrüsenkrebsbehandlung beeinflussen.
Diagnose und Laborwerte
Schilddrüsenautoantikörper werden durch eine Blutuntersuchung bestimmt. Die Messung erfolgt in der Regel in internationalen Einheiten pro Milliliter (IU/ml) oder Einheiten pro Milliliter (U/ml). Die Referenzbereiche können je nach Labor variieren, allgemein gelten folgende Richtwerte:
- TPO-Antikörper: unter 35 IU/ml (Werte darüber gelten als erhöht)
- Thyreoglobulin-Antikörper: unter 40 IU/ml
- TSH-Rezeptor-Antikörper (TRAK): unter 1,75 IU/l
Erhöhte Antikörperwerte allein sind noch kein Beweis für eine aktive Erkrankung. Sie müssen immer im klinischen Kontext und zusammen mit anderen Schilddrüsenwerten wie TSH, fT3 und fT4 sowie einer Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse bewertet werden.
Klinische Bedeutung und Verlauf
Das Vorhandensein von Schilddrüsenautoantikörpern, insbesondere von TPO-Antikörpern, erhöht das Risiko, eine manifeste Schilddrüsenfunktionsstörung zu entwickeln. Allerdings können Antikörper über viele Jahre erhöht sein, ohne dass Symptome auftreten. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen sind daher empfehlenswert. Bei Schwangeren haben erhöhte Schilddrüsenautoantikörper besondere Bedeutung, da sie das Risiko für eine Fehlgeburt, Frühgeburt und postpartale Thyreoiditis erhöhen können.
Behandlung
Es gibt derzeit keine spezifische Therapie, die direkt auf die Senkung der Schilddrüsenautoantikörper abzielt. Die Behandlung richtet sich nach der zugrundeliegenden Erkrankung und der Schilddrüsenfunktion:
- Hypothyreose bei Hashimoto-Thyreoiditis: Substitution mit Levothyroxin (L-Thyroxin), einem synthetischen Schilddrüsenhormon.
- Hyperthyreose bei Morbus Basedow: Thyreostatika (z. B. Thiamazol), Radiojodtherapie oder operative Entfernung der Schilddrüse.
- Selensubstitution: Studien deuten darauf hin, dass eine Supplementierung mit Selen die TPO-Antikörperspiegel bei Hashimoto-Thyreoiditis senken kann. Eine routinemäßige Empfehlung besteht jedoch nur in Regionen mit nachgewiesenem Selenmangel.
Quellen
- Pearce EN, Farwell AP, Braverman LE. Thyroiditis. New England Journal of Medicine. 2003;348(26):2646-2655.
- Garber JR et al. Clinical Practice Guidelines for Hypothyroidism in Adults. Thyroid. 2012;22(12):1200-1235.
- World Health Organization (WHO). Thyroid disorders - global guidelines and clinical management. WHO Press, Genf.
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