Schwangerschaftsdiabetes – Ursachen, Symptome & Behandlung
Schwangerschaftsdiabetes ist eine Form von Diabetes, die erstmals in der Schwangerschaft auftritt. Er wird durch hormonelle Veränderungen verursacht und erfordert eine frühzeitige Diagnose und Behandlung.
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Schwangerschaftsdiabetes ist eine Form von Diabetes, die erstmals in der Schwangerschaft auftritt. Er wird durch hormonelle Veränderungen verursacht und erfordert eine frühzeitige Diagnose und Behandlung.
Was ist Schwangerschaftsdiabetes?
Schwangerschaftsdiabetes (medizinisch: Gestationsdiabetes mellitus, kurz GDM) ist eine Störung des Zuckerstoffwechsels, die erstmals während der Schwangerschaft auftritt. Dabei ist der Blutzuckerspiegel dauerhaft erhöht, ohne dass zuvor eine Diabeteserkrankung bekannt war. Er zählt zu den häufigsten Komplikationen in der Schwangerschaft und betrifft in Deutschland etwa 5–10 % aller Schwangeren.
Ursachen
Während der Schwangerschaft schüttet die Plazenta vermehrt Hormone aus, die die Wirkung von Insulin hemmen. Normalerweise gleicht die Bauchspeicheldrüse diesen Effekt durch eine erhöhte Insulinproduktion aus. Bei manchen Frauen reicht diese Kompensation jedoch nicht aus, woraufhin der Blutzucker ansteigt.
- Hormonelle Insulinresistenz durch Schwangerschaftshormone (z. B. humanes Plazentalaktogen)
- Übergewicht oder Adipositas vor der Schwangerschaft
- Familiengeschichte mit Typ-2-Diabetes
- Höheres Alter der Mutter (über 35 Jahre)
- Zuvor geborene Kinder mit hohem Geburtsgewicht (über 4.500 g)
- Polyzystisches Ovarialsyndrom (PCOS)
Symptome
Schwangerschaftsdiabetes verursacht häufig keine oder nur sehr unspezifische Beschwerden. Deshalb ist ein systematisches Screening besonders wichtig. In einigen Fällen können folgende Zeichen auftreten:
- Verstärkter Durst und häufiges Wasserlassen
- Müdigkeit und Erschöpfung
- Wiederkehrende Harnwegsinfektionen
- Verschwommenes Sehen
Da diese Symptome auch in einer normalen Schwangerschaft vorkommen können, ist eine diagnostische Abklärung unerlässlich.
Diagnose
In Deutschland wird allen Schwangeren zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche ein oraler Glukosetoleranztest (oGTT) angeboten. Dabei trinkt die Schwangere eine Glukoselösung, und der Blutzucker wird zu mehreren Zeitpunkten gemessen.
- Nüchternwert: ab 92 mg/dl gilt als auffällig
- 1-Stunden-Wert: ab 180 mg/dl gilt als auffällig
- 2-Stunden-Wert: ab 153 mg/dl gilt als auffällig
Wird einer der Grenzwerte überschritten, wird Schwangerschaftsdiabetes diagnostiziert.
Risiken für Mutter und Kind
Ein unbehandelter oder schlecht eingestellter Schwangerschaftsdiabetes kann sowohl für die Mutter als auch für das ungeborene Kind ernsthafte Folgen haben.
Risiken für die Mutter
- Erhöhtes Risiko für Harnwegsinfektionen
- Häufigere Kaiserschnittentbindungen
- Erhöhtes Risiko, nach der Schwangerschaft an Typ-2-Diabetes zu erkranken
- Präeklampsie (Bluthochdruck in der Schwangerschaft)
Risiken für das Kind
- Makrosomie (übermäßiges Wachstum, hohes Geburtsgewicht)
- Geburtskomplikationen durch zu großes Kind
- Unterzuckerung (Hypoglykämie) nach der Geburt
- Erhöhtes Risiko für Übergewicht und Typ-2-Diabetes im späteren Leben
Behandlung
Ziel der Behandlung ist es, den Blutzucker während der gesamten Schwangerschaft im Normalbereich zu halten und dadurch Komplikationen zu vermeiden.
Ernährungsumstellung und Bewegung
Bei den meisten Betroffenen lässt sich der Blutzucker durch eine gezielte Ernährungsumstellung und regelmäßige körperliche Aktivität normalisieren. Empfohlen werden kohlenhydratreduzierte, ballaststoffreiche Mahlzeiten und moderate Bewegung wie Spazierengehen oder Schwimmen.
Blutzuckerselbstkontrolle
Schwangere mit Gestationsdiabetes messen ihren Blutzucker mehrmals täglich selbst, um die Wirksamkeit der Maßnahmen zu überprüfen.
Insulintherapie
Wenn Ernährung und Bewegung allein nicht ausreichen, wird eine Insulintherapie eingeleitet. Orale Antidiabetika sind in der Schwangerschaft in der Regel nicht zugelassen. Insulin gilt als sicher für Mutter und Kind.
Nach der Schwangerschaft
Nach der Geburt normalisiert sich der Blutzucker bei den meisten Frauen wieder. Jedoch besteht ein erhöhtes lebenslang erhöhtes Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken. Deshalb sollte 6–12 Wochen nach der Entbindung erneut ein oGTT durchgeführt werden. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen, eine gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung sind langfristig empfehlenswert.
Quellen
- Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) und Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG): Leitlinie Gestationsdiabetes mellitus (GDM), Diagnostik, Therapie und Nachsorge (2021).
- World Health Organization (WHO): Diagnostic criteria and classification of hyperglycaemia first detected in pregnancy. WHO/NMH/MND/13.2, 2013.
- Kleinwechter H. et al.: Gestationsdiabetes mellitus. Diabetologie und Stoffwechsel, 2021; 16(S02): S268–S284.
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