Stilldauer – Empfehlungen & Vorteile
Die Stilldauer beschreibt den Zeitraum, in dem ein Säugling gestillt wird. Empfehlungen der WHO raten zu mindestens 6 Monaten ausschließlichem Stillen.
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Die Stilldauer beschreibt den Zeitraum, in dem ein Säugling gestillt wird. Empfehlungen der WHO raten zu mindestens 6 Monaten ausschließlichem Stillen.
Was ist die Stilldauer?
Die Stilldauer bezeichnet den gesamten Zeitraum, über den ein Säugling oder Kleinkind von seiner Mutter gestillt wird. Dabei wird zwischen dem ausschließlichen Stillen (nur Muttermilch, ohne zusätzliche Flüssigkeiten oder Beikost) und dem teilweisen Stillen (Muttermilch ergänzend zu Beikost oder Säuglingsnahrung) unterschieden. Die Stilldauer ist ein zentrales Thema der Säuglingsernährung und hat weitreichende Bedeutung für die Gesundheit von Mutter und Kind.
Empfehlungen zur Stilldauer
Internationale Gesundheitsorganisationen haben klare Empfehlungen zur optimalen Stilldauer veröffentlicht:
- Weltgesundheitsorganisation (WHO): Empfiehlt ausschließliches Stillen für die ersten 6 Lebensmonate des Kindes, gefolgt von fortgesetztem Stillen bis zum Alter von 2 Jahren oder darüber hinaus, begleitend zur Einführung von Beikost.
- Nationale Stillkommission (Deutschland): Empfiehlt ebenfalls ausschließliches Stillen für mindestens 4 bis 6 Monate sowie das Weiterstillen nach Einführung der Beikost so lange, wie Mutter und Kind es wünschen.
- American Academy of Pediatrics (AAP): Empfiehlt ausschließliches Stillen für die ersten 6 Monate und fortgesetztes Stillen für mindestens 2 Jahre oder so lange wie gewünscht.
Vorteile einer längeren Stilldauer
Vorteile für das Kind
Muttermilch enthält alle wichtigen Nährstoffe, Antikörper und Wachstumsfaktoren, die ein Säugling in den ersten Lebensmonaten benötigt. Eine längere Stilldauer ist mit folgenden gesundheitlichen Vorteilen verbunden:
- Schutz vor Infektionskrankheiten wie Mittelohrentzündung, Atemwegsinfektionen und Magen-Darm-Erkrankungen
- Geringeres Risiko für Übergewicht und Diabetes im späteren Leben
- Förderung der kognitiven Entwicklung des Kindes
- Stärkung der emotionalen Bindung zwischen Mutter und Kind
- Schutz vor dem plötzlichen Kindstod (SIDS)
Vorteile für die Mutter
- Schnellere Rückbildung der Gebärmutter nach der Geburt
- Reduziertes Risiko für Brust- und Eierstockkrebs
- Natürliche Verhütungswirkung in den ersten Monaten (sogenannte laktationsbedingte Amenorrhoe)
- Mögliche Unterstützung beim Abbau des Schwangerschaftsgewichts
Faktoren, die die Stilldauer beeinflussen
Die tatsächliche Stilldauer wird von zahlreichen individuellen, sozialen und medizinischen Faktoren beeinflusst:
- Mütterliche Gesundheit: Bestimmte Erkrankungen oder Medikamente können das Stillen einschränken oder unmöglich machen.
- Arbeit und gesellschaftliche Rahmenbedingungen: Rückkehr in den Beruf, fehlende Stillpausen oder mangelnde Unterstützung am Arbeitsplatz können die Stilldauer verkürzen.
- Stillprobleme: Schmerzen, Milchstau oder Probleme beim Anlegen des Kindes können dazu führen, dass Mütter früher abstillen.
- Soziales Umfeld: Unterstützung durch Partner, Familie und medizinisches Fachpersonal hat einen großen Einfluss auf die Stillbereitschaft und -dauer.
- Kulturelle Einflüsse: In verschiedenen Kulturen werden unterschiedliche Normen und Erwartungen an die Stilldauer gestellt.
Abstillen: Wann und wie?
Das Abstillen bezeichnet den Prozess des schrittweisen Beendens des Stillens. Es kann von der Mutter, dem Kind oder beiden gemeinsam initiiert werden. Ein sanftes, schrittweises Abstillen wird empfohlen, um körperliche Beschwerden (z. B. Milchstau) für die Mutter und emotionalen Stress für das Kind zu minimieren. Es gibt keinen medizinisch festgelegten optimalen Zeitpunkt zum Abstillen – dieser ist individuell verschieden.
Wann ist Stillen nicht möglich oder nicht empfohlen?
In bestimmten Situationen kann Stillen kontraindiziert sein:
- Bei bestimmten Infektionskrankheiten der Mutter (z. B. aktive unbehandelte Tuberkulose, HIV in einigen Regionen)
- Bei Einnahme bestimmter Medikamente, die in die Muttermilch übergehen
- Bei bestimmten angeborenen Stoffwechselerkrankungen des Kindes (z. B. Galaktosämie)
In diesen Fällen sollte individuell mit dem behandelnden Arzt oder der behandelnden Ärztin besprochen werden, welche Ernährungsalternativen geeignet sind.
Quellen
- World Health Organization (WHO): Breastfeeding. Verfügbar unter: https://www.who.int/health-topics/breastfeeding (abgerufen 2024)
- Nationale Stillkommission am Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Stillen – Empfehlungen der Nationalen Stillkommission. Berlin, 2023.
- American Academy of Pediatrics (AAP): Policy Statement: Breastfeeding and the Use of Human Milk. Pediatrics, 2022. DOI: 10.1542/peds.2022-057988
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