Serumalbumin – Werte, Funktion & Bedeutung
Serumalbumin ist das häufigste Eiweißmolekül im Blut und übernimmt wichtige Transportfunktionen. Ein erniedrigter Wert kann auf Leber-, Nieren- oder Ernährungserkrankungen hinweisen.
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Serumalbumin ist das häufigste Eiweißmolekül im Blut und übernimmt wichtige Transportfunktionen. Ein erniedrigter Wert kann auf Leber-, Nieren- oder Ernährungserkrankungen hinweisen.
Was ist Serumalbumin?
Serumalbumin ist das mengenmäßig bedeutsamste Protein im menschlichen Blutplasma und macht etwa 55–60 % aller Plasmaproteine aus. Es wird ausschließlich in der Leber produziert und ins Blut abgegeben. Mit einem Normalwert von etwa 3,5–5,0 g/dl spielt es eine zentrale Rolle für viele lebenswichtige Körperfunktionen.
Funktionen von Serumalbumin
Serumalbumin erfüllt im Organismus mehrere unverzichtbare Aufgaben:
- Aufrechterhaltung des kolloidosmotischen Drucks: Albumin bindet Wasser im Gefäßsystem und verhindert so, dass Flüssigkeit ins Gewebe austritt (Ödembildung).
- Transportfunktion: Es transportiert zahlreiche Substanzen wie Fettsäuren, Hormone (z. B. Schilddrüsenhormone), Bilirubin, Kalzium sowie viele Medikamente durch den Blutkreislauf.
- Pufferfunktion: Albumin trägt zur Aufrechterhaltung des Säure-Basen-Gleichgewichts im Blut bei.
- Antioxidative Wirkung: Es schützt Zellen und Gewebe vor oxidativem Stress.
Normwerte und Bestimmung
Der Serumalbuminwert wird mittels einer einfachen Blutuntersuchung bestimmt. Die Referenzwerte für Erwachsene liegen üblicherweise zwischen 3,5 und 5,0 g/dl. Abweichungen nach oben (Hyperalbuminämie) oder unten (Hypoalbuminämie) können auf verschiedene Erkrankungen hinweisen.
Ursachen eines erniedrigten Serumalbuminspiegels (Hypoalbuminämie)
Ein zu niedriger Albuminwert kann verschiedene Ursachen haben:
- Lebererkrankungen: Bei Leberzirrhose oder chronischer Hepatitis ist die Syntheseleistung der Leber vermindert.
- Nierenerkrankungen: Beim nephrotischen Syndrom geht Albumin über den Urin verloren.
- Mangelernährung und Unterernährung: Unzureichende Proteinzufuhr führt zu verminderter Albuminsynthese.
- Chronische Entzündungserkrankungen: Entzündungsprozesse hemmen die Albuminsynthese und erhöhen den Verbrauch.
- Verbrennungen und schwere Verletzungen: Starker Eiweißverlust über die Haut oder ins Gewebe.
- Malabsorptionssyndrome: Bei Erkrankungen wie Morbus Crohn oder Zöliakie wird Eiweiß nicht ausreichend aufgenommen.
Ursachen eines erhöhten Serumalbuminspiegels (Hyperalbuminämie)
Ein erhöhter Albuminwert ist seltener und meist auf Dehydratation (Flüssigkeitsmangel) zurückzuführen, da bei vermindertem Blutvolumen die Konzentration aller Proteine ansteigt.
Klinische Bedeutung und Diagnose
Die Messung des Serumalbumins ist ein wichtiger Bestandteil der Labordiagnostik. Niedrige Albuminwerte gelten als Marker für:
- Mangelernährung und schlechten Ernährungsstatus
- Schweregrad von Lebererkrankungen (z. B. Child-Pugh-Score)
- Prognose bei kritisch kranken Patienten auf Intensivstationen
- Entzündungsaktivität (Akute-Phase-Reaktion)
Häufig wird Albumin zusammen mit anderen Parametern wie dem C-reaktiven Protein (CRP), Leberwerten und Nierenwerten beurteilt, um ein vollständiges klinisches Bild zu erhalten.
Behandlung von Albuminmangel
Die Therapie eines Albuminmangels richtet sich stets nach der zugrunde liegenden Ursache:
- Ernährungstherapie: Bei Mangelernährung wird eine eiweißreiche Ernährung empfohlen, gegebenenfalls ergänzt durch enterale oder parenterale Ernährung.
- Behandlung der Grunderkrankung: Leber- oder Nierenerkrankungen müssen gezielt therapiert werden.
- Intravenöse Albumingabe: In schweren Fällen, z. B. bei Leberzirrhose mit Aszites oder schwerem nephrotischen Syndrom, kann Albumin direkt als Infusion verabreicht werden.
Quellen
- Bluestone, H. et al. – Albumin in Clinical Practice. In: Harrison's Principles of Internal Medicine, 21. Auflage, McGraw-Hill, 2022.
- World Health Organization (WHO) – Nutritional Anaemias: Tools for Effective Prevention and Control. WHO Press, Genf, 2017.
- Levitt, D. G. & Levitt, M. D. – Human serum albumin homeostasis: a new look at the roles of synthesis, catabolism, renal and gastrointestinal excretion. Clinical and Experimental Pharmacology and Physiology, 2016. Verfügbar unter: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/27084891/
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