Herzglykoside – Pflanzliche Wirkstoffe zur Stärkung des Herzens bei Herzinsuffizienz
Herzglykoside wie Digoxin steigern die Herzleistung bei Herzschwäche, insbesondere bei Vorhofflimmern. Ihre Anwendung erfordert sorgfältige Kontrolle wegen möglicher Nebenwirkungen.
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Herzglykoside wie Digoxin steigern die Herzleistung bei Herzschwäche, insbesondere bei Vorhofflimmern. Ihre Anwendung erfordert sorgfältige Kontrolle wegen möglicher Nebenwirkungen.
Herzglykoside sind pflanzliche Wirkstoffe, die in der Behandlung von Herzinsuffizienz und bestimmten Herzrhythmusstörungen eingesetzt werden. Sie wirken direkt auf den Herzmuskel und erhöhen dessen Kontraktionskraft (positiv inotrop), was zu einer effizienteren Pumpleistung führt. Bekannteste Vertreter sind Digitoxin und Digoxin, die aus dem Roten Fingerhut (Digitalis purpurea) und dem Wolligen Fingerhut (Digitalis lanata) gewonnen werden. Herzglykoside gehören zu den ältesten Arzneistoffen in der Kardiologie und wurden bereits im 18. Jahrhundert medizinisch beschrieben.
Die Wirkung von Herzglykosiden beruht auf der Hemmung der Natrium-Kalium-ATPase in den Herzmuskelzellen. Dies führt zu einer erhöhten Kalziumkonzentration in den Zellen, wodurch die Kontraktionskraft gesteigert wird. Gleichzeitig verlangsamen sie die Erregungsleitung am AV-Knoten (negativ dromotrop) und senken die Herzfrequenz (negativ chronotrop), was insbesondere bei Vorhofflimmern mit schneller Überleitung von Vorteil sein kann. Durch diese Kombination verbessern sie die Symptomatik der Herzschwäche, insbesondere bei älteren, ruhigeren Patienten mit gleichzeitigem Vorhofflimmern.
Allerdings ist die therapeutische Breite von Herzglykosiden sehr gering, was eine genaue Dosierung und regelmäßige Kontrolle erfordert. Eine Überdosierung kann zu Übelkeit, Sehstörungen, Herzrhythmusstörungen oder sogar lebensbedrohlichen Zuständen führen. Daher werden sie heute meist zurückhaltend und nur unter bestimmten Bedingungen eingesetzt – vor allem bei Patienten, die auf andere Medikamente nicht ausreichend ansprechen oder bei begleitendem Vorhofflimmern. Natürliche Herzglykoside finden sich auch in Pflanzen wie Maiglöckchen, Oleander und Meerzwiebel, die jedoch stark giftig sein können.
Wichtige Merkmale von Herzglykosiden:
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Pflanzliche Wirkstoffe mit herzstärkender Wirkung
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Steigern die Kontraktionskraft des Herzmuskels (positiv inotrop)
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Verlangsamen die Herzfrequenz bei bestimmten Arrhythmien
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Eingesetzt bei Herzinsuffizienz und Vorhofflimmern
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Therapiekontrolle essenziell wegen enger Wirkstoffgrenze
Literaturhinweise:
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Gheorghiade, M. et al. (2006). "Digoxin: a neurohormonal modulator in heart failure?" Circulation.
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Digitalis-Kommission D (2021). "Monographie Digitalis purpurea." Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM).
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Katzung, B. G. (2021). "Basic and Clinical Pharmacology."
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