Melanotan II – Wirkung, Risiken und rechtliche Lage
Melanotan II ist ein synthetisches Peptid, das die Hautbräunung stimuliert und als illegales Lifestyle-Mittel verwendet wird. Es birgt erhebliche gesundheitliche Risiken.
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Melanotan II ist ein synthetisches Peptid, das die Hautbräunung stimuliert und als illegales Lifestyle-Mittel verwendet wird. Es birgt erhebliche gesundheitliche Risiken.
Was ist Melanotan II?
Melanotan II (auch als MT-II oder MT2 bezeichnet) ist ein synthetisch hergestelltes Peptid, das strukturell dem körpereigenen Hormon Alpha-Melanozyten-stimulierendes Hormon (α-MSH) ähnelt. Es wurde ursprünglich in den 1980er Jahren an der University of Arizona zu Forschungszwecken entwickelt, um Hautkrebsrisiken durch UV-Strahlung zu reduzieren. Melanotan II ist in der Europäischen Union, Deutschland und vielen anderen Ländern nicht als Arzneimittel zugelassen und gilt als illegales Lifestyle-Produkt.
Wirkmechanismus
Melanotan II bindet an Melanocortin-Rezeptoren im Körper, insbesondere an die Rezeptortypen MC1R, MC3R, MC4R und MC5R. Durch die Aktivierung des MC1R-Rezeptors in den Melanozyten (pigmentbildenden Zellen der Haut) wird die Produktion von Melanin angeregt – dem Pigment, das der Haut ihre Farbe verleiht und sie vor UV-Strahlung schützt. Dies führt zu einer Bräunung der Haut, teils auch ohne direkte Sonnenbestrahlung.
Über den MC4R-Rezeptor beeinflusst Melanotan II zudem das zentrale Nervensystem. Dadurch können Nebenwirkungen wie Appetitunterdrückung, Übelkeit und – ein häufig beworbener Effekt – eine Steigerung der sexuellen Erregbarkeit ausgelöst werden. Letzteres führte zur Weiterentwicklung eines verwandten Wirkstoffs namens Bremelanotid (PT-141), der in den USA als Medikament zur Behandlung von Sexualfunktionsstörungen zugelassen ist.
Anwendung und Verbreitung
Melanotan II wird meist als Pulver verkauft, das von Anwendern selbst in Wasser aufgelöst und als Injektion unter die Haut verabreicht wird. Es wird auch als Nasenspray angeboten, obwohl dessen Bioverfügbarkeit umstritten ist. Die Anwendung erfolgt häufig in der Bodybuilding-Szene sowie unter Personen, die eine schnelle Hautbräunung anstreben.
- Subkutane Injektion (unter die Haut)
- Nasales Spray (geringe Wirksamkeit belegt)
- Angebote über nicht regulierte Online-Shops und Schwarzmärkte
Gesundheitliche Risiken und Nebenwirkungen
Da Melanotan II nicht klinisch zugelassen ist, fehlen umfangreiche Studien zur Langzeitsicherheit. Bekannte und potenzielle Nebenwirkungen umfassen:
- Übelkeit und Erbrechen – besonders nach der Injektion
- Gesichtsrötung (Flush) und Hitzegefühl
- Spontane Erektionen bei Männern
- Veränderungen von Muttermalen (Nävusveränderungen) – potenziell karzinogen
- Blutdruckveränderungen und Herz-Kreislauf-Risiken
- Kopfschmerzen und Schwindel
- Infektionsrisiken durch unsachgemäße Eigeninjektion (z. B. HIV, Hepatitis)
- Psychische Abhängigkeit und unkontrollierter Gebrauch
Besonders besorgniserregend ist die Möglichkeit, dass Melanotan II bestehende Muttermale verändern oder das Wachstum melanozytärer Läsionen fördern kann, was das Risiko für malignes Melanom (schwarzer Hautkrebs) erhöhen könnte.
Rechtliche Lage
In Deutschland und der gesamten Europäischen Union ist Melanotan II nicht als Arzneimittel zugelassen. Der Verkauf und die Abgabe als Arzneimittel sind illegal. Dennoch wird die Substanz über nicht regulierte Internetplattformen und Graumärkte vertrieben. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) und das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) warnen ausdrücklich vor der Anwendung.
Quellen
- European Medicines Agency (EMA): Public statement on Melanotan II – risks associated with use of unlicensed products. EMA/696925/2014.
- Dorr RT, et al. - Evaluation of melanotan-II, a superpotent cyclic melanotropic peptide in a pilot phase-I clinical study. Life Sciences, 1996;58(20):1777-1784.
- Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM): Warnhinweise zu nicht zugelassenen Bräunungsmitteln, 2020.
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