Serumlipidprofil: Blutfette verstehen
Das Serumlipidprofil ist ein Bluttest, der Fettwerte wie Cholesterin und Triglyzeride misst. Es dient der Beurteilung des Herz-Kreislauf-Risikos.
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Das Serumlipidprofil ist ein Bluttest, der Fettwerte wie Cholesterin und Triglyzeride misst. Es dient der Beurteilung des Herz-Kreislauf-Risikos.
Was ist das Serumlipidprofil?
Das Serumlipidprofil (auch Lipidstatus oder Blutfettstatus genannt) ist eine Laboruntersuchung des Blutes, bei der verschiedene Blutfettwerte gemessen werden. Diese Werte geben wichtige Hinweise auf das Risiko fuer Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall. Die Untersuchung wird in der Regel aus dem Blutserum durchgefuehrt, also aus dem fluessigen Anteil des Blutes ohne Blutzellen.
Welche Werte werden gemessen?
Ein vollstaendiges Serumlipidprofil umfasst typischerweise die folgenden Parameter:
- Gesamtcholesterin: Die Gesamtmenge aller Cholesterinfraktionen im Blut.
- LDL-Cholesterin (Low-Density-Lipoprotein): Das sogenannte schlechte Cholesterin, das zur Ablagerung in den Arterienwandungen beitragen kann.
- HDL-Cholesterin (High-Density-Lipoprotein): Das sogenannte gute Cholesterin, das ueberschuessiges Cholesterin aus den Gefaessen abtransportiert.
- Triglyzeride: Blutfette, die als Energiespeicher dienen und bei erhoehten Werten das Herzrisiko steigern koennen.
- Non-HDL-Cholesterin: Alle Cholesterinfraktionen ausser HDL, oft als ergaenzender Risikomarker berechnet.
Wann wird das Serumlipidprofil bestimmt?
Die Bestimmung des Serumlipidprofils ist bei verschiedenen Anlaessen sinnvoll:
- Vorsorgeuntersuchungen ab dem 35. Lebensjahr (im Rahmen des Check-up 35 in Deutschland)
- Verdacht auf Fettstoffwechselstoerungen (Dyslipidaemie oder Hyperlipidaemie)
- Bekannte Herzerkrankungen oder Diabetes mellitus
- Familiaere Vorgeschichte von Herzinfarkt oder erhohten Blutfettwerten
- Kontrolle waehrend einer lipidsenkenden Therapie (z. B. mit Statinen)
- Ubergewicht oder Adipositas
Wie wird die Untersuchung durchgefuehrt?
Fuer ein aussagekraeftiges Serumlipidprofil sollte der Patient 9 bis 12 Stunden nuechtern sein, d. h. in diesem Zeitraum keine Mahlzeiten oder zuckerhaltige Getraenke zu sich nehmen. Eine einfache Blutabnahme aus einer Armvene genuegt. Die Probe wird anschliessend im Labor analysiert.
Nuechterner vs. nicht-nuechterner Wert
In einigen Leitlinien wird heute auch ein nicht-nuechterner Wert als ausreichend fuer eine erste Einschaetzung angesehen, insbesondere fuer Gesamtcholesterin und HDL-Cholesterin. Bei auffaelligen Triglyzeridwerten ist jedoch eine nuchterne Messung erforderlich.
Referenzwerte und Interpretation
Die Referenzwerte koennen je nach Labor und individuellen Risikofaktoren leicht variieren. Als allgemeine Orientierung gelten laut europaeeischen Leitlinien folgende Zielwerte:
- Gesamtcholesterin: unter 200 mg/dl (5,2 mmol/l) erstrebenswert
- LDL-Cholesterin: unter 100 mg/dl (2,6 mmol/l) fuer Personen mit mittlerem Risiko; unter 70 mg/dl (1,8 mmol/l) fuer Hochrisikopatienten
- HDL-Cholesterin: ueber 40 mg/dl (1,0 mmol/l) bei Maennern, ueber 50 mg/dl (1,3 mmol/l) bei Frauen
- Triglyzeride: unter 150 mg/dl (1,7 mmol/l)
Die Interpretation erfolgt immer im Zusammenhang mit weiteren Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Rauchen, Diabetes oder familiaerem Herzrisiko.
Klinische Bedeutung und Risikobewertung
Veraenderte Blutfettwerte, insbesondere ein erhoehtes LDL-Cholesterin oder erniedrigtes HDL-Cholesterin, sind ein bedeutender Risikofaktor fuer die Entstehung von Arteriosklerose (Verhartung und Verengung der Blutgefaesse). Die Arteriosklerose ist eine Hauptursache fuer Herzinfarkt und Schlaganfall. Das Serumlipidprofil ist daher ein zentrales Instrument in der kardiovaskulaeren Risikostratifizierung und Praeventionsmedizin.
Behandlung bei auffaelligen Werten
Bei erhoehten Blutfettwerten kommen je nach Ausmass und individuellem Risiko verschiedene Massnahmen in Betracht:
- Ernaehrungsumstellung: Reduktion von gesaettigten Fettsaeuren und Transfetten, mehr Ballaststoffe und ungesaettigte Fettsaeuren
- Koerperliche Aktivitaet: Regelmaessige Bewegung kann insbesondere das HDL-Cholesterin erhoehen
- Medikamentoeese Therapie: Statine (z. B. Atorvastatin, Simvastatin), Ezetimib, PCSK9-Inhibitoren oder Fibrate je nach Lipidmuster
- Behandlung von Grunderkrankungen: z. B. Diabetes oder Schilddruesenunterfunktion, die Fettstoffwechselstoerungen verursachen koennen
Quellen
- Mach F et al. - 2019 ESC/EAS Guidelines for the management of dyslipidaemias. European Heart Journal, 2020; 41(1): 111-188.
- Bundesaerztekammer, Kassenarztliche Bundesvereinigung, AWMF - Nationale VersorgungsLeitlinie Chronische KHK, 2019.
- World Health Organization (WHO) - Cardiovascular diseases (CVDs): Key facts. WHO, 2021. Verfuegbar unter: https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/cardiovascular-diseases-(cvds)
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