Bioaktive Peptide – Wirkung, Quellen und Bedeutung
Bioaktive Peptide sind kurze Eiweißketten, die im Körper spezifische gesundheitsfördernde Wirkungen entfalten. Sie entstehen bei der Verdauung oder Fermentation von Nahrungsproteinen.
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Bioaktive Peptide sind kurze Eiweißketten, die im Körper spezifische gesundheitsfördernde Wirkungen entfalten. Sie entstehen bei der Verdauung oder Fermentation von Nahrungsproteinen.
Was sind bioaktive Peptide?
Bioaktive Peptide sind kurze Ketten aus Aminosäuren, die aus Nahrungsproteinen freigesetzt werden und im menschlichen Körper gezielte biologische Wirkungen entfalten. Sie bestehen in der Regel aus 2 bis 20 Aminosäuren und werden durch enzymatische Verdauung, Fermentation oder Lebensmittelverarbeitung aus größeren Proteinen gewonnen. Im inaktiven Zustand sind sie Teil des Ausgangsprotein-Moleküls und werden erst nach der Freisetzung biologisch aktiv.
Entstehung und Quellen
Bioaktive Peptide können aus einer Vielzahl von tierischen und pflanzlichen Proteinen entstehen:
- Milchproteine (Casein, Molkenprotein) – eine der wichtigsten Quellen, z. B. durch Fermentation zu Joghurt oder Käse
- Fleisch und Fisch – enthalten Peptide mit antioxidativer und blutdrucksenkender Wirkung
- Eier – liefern antimikrobielle Peptide
- Soja und Hülsenfrüchte – reich an Peptiden mit cholesterinsenkenden Eigenschaften
- Getreide (z. B. Weizen, Hafer) – Quelle für antioxidative Peptide
Die Freisetzung erfolgt hauptsächlich durch gastrointestinale Verdauungsenzyme (z. B. Pepsin, Trypsin), durch mikrobielle Fermentation oder durch technologische Prozesse in der Lebensmittelherstellung.
Biologische Wirkungen und Wirkmechanismen
Bioaktive Peptide können verschiedene Körperfunktionen beeinflussen. Zu den am besten untersuchten Wirkungen gehören:
Blutdrucksenkende Wirkung
Bestimmte Peptide, sogenannte ACE-Hemmer-Peptide (ACE = Angiotensin-Converting-Enzyme), hemmen das Enzym ACE, das an der Regulierung des Blutdrucks beteiligt ist. Dadurch kann der Blutdruck gesenkt werden. Bekannte Beispiele sind die Tripeptide IPP (Ile-Pro-Pro) und VPP (Val-Pro-Pro) aus fermentierter Milch.
Antioxidative Wirkung
Viele bioaktive Peptide können freie Radikale neutralisieren und so oxidativen Stress im Körper reduzieren. Dies kann zur Prävention von chronischen Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder bestimmten Krebsarten beitragen.
Antimikrobielle Wirkung
Einige Peptide wirken direkt gegen Bakterien, Viren oder Pilze, indem sie deren Zellmembranen schädigen. Sie spielen eine Rolle in der natürlichen Immunabwehr des Körpers.
Immunmodulierende Wirkung
Bioaktive Peptide können das Immunsystem regulieren, indem sie die Aktivität von Immunzellen beeinflussen und entzündliche Prozesse modulieren.
Opioidartige Wirkung
Opioid-Peptide wie Beta-Casomorphine aus Casein binden an Opioidrezeptoren im Gehirn und können schmerzlindernde oder entspannende Effekte haben.
Weitere Wirkungen
- Cholesterinsenkende Eigenschaften
- Förderung der Knochenmineraldichte
- Sättigungsfördernde Effekte (appetitregulierend)
- Thrombosehemmende (antithrombotische) Eigenschaften
Anwendung und Bedeutung
Bioaktive Peptide gewinnen sowohl in der Ernährungsmedizin als auch in der Lebensmittelindustrie zunehmend an Bedeutung. Sie werden in funktionellen Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln eingesetzt, um die Gesundheit gezielt zu fördern. Fermentierte Milchprodukte wie bestimmte Joghurts oder Käsesorten gelten als natürliche Lieferanten blutdrucksenkender Peptide.
In der pharmazeutischen Forschung werden bioaktive Peptide als potenzielle Grundlage für neue Medikamente untersucht, insbesondere gegen Bluthochdruck, Diabetes und Infektionskrankheiten.
Sicherheit und Bioverfügbarkeit
Ein zentrales Thema bei bioaktiven Peptiden ist ihre Bioverfügbarkeit – also die Frage, ob sie nach der Einnahme in ausreichenden Mengen unverdaut den Darm passieren und ins Blut gelangen können. Viele Peptide werden im Magen-Darm-Trakt weiter abgebaut, was ihre Wirksamkeit einschränken kann. Forschungsansätze wie Mikroverkapselung oder die Entwicklung peptidhaltiger Nahrungsergänzungsmittel zielen darauf ab, die Bioverfügbarkeit zu verbessern.
Bioaktive Peptide aus Nahrungsquellen gelten bei normaler Ernährung als sicher. Bei hochdosierten Supplementen sollte eine ärztliche Beratung erfolgen.
Quellen
- Korhonen, H. & Pihlanto, A. (2006): Bioactive peptides: Production and functionality. International Dairy Journal, 16(9), 945–960.
- Rutherfurd-Markwick, K. J. (2012): Food proteins as a source of bioactive peptides with diverse functions. British Journal of Nutrition, 108(S2), S149–S157.
- European Food Safety Authority (EFSA): Bewertung bioaktiver Substanzen in Lebensmitteln. Verfügbar unter: https://www.efsa.europa.eu
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