Beckenbodenprothese – Implantat bei Senkung
Eine Beckenbodenprothese ist ein chirurgisch eingesetztes Implantat zur Stabilisierung des geschwächten Beckenbodens, z. B. bei Organvorfall oder Harninkontinenz.
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Eine Beckenbodenprothese ist ein chirurgisch eingesetztes Implantat zur Stabilisierung des geschwächten Beckenbodens, z. B. bei Organvorfall oder Harninkontinenz.
Was ist eine Beckenbodenprothese?
Eine Beckenbodenprothese ist ein medizinisches Implantat, das chirurgisch in den Beckenbodenbereich eingesetzt wird, um geschwächtes oder geschädigtes Gewebe zu stützen oder zu ersetzen. Sie wird vor allem bei Beckenbodensenkungen (Prolapsen) und bestimmten Formen der Harninkontinenz eingesetzt. Das Implantat besteht meistens aus einem synthetischen Netzgewebe (z. B. Polypropylen) oder aus biologischen Materialien und dient dazu, die Beckenorgane – also Blase, Gebärmutter, Darm – in ihrer korrekten anatomischen Position zu halten.
Ursachen und Indikationen
Eine Beckenbodenprothese wird eingesetzt, wenn der natürliche Beckenboden so stark geschwächt ist, dass er seine Stützfunktion nicht mehr ausreichend erfüllen kann. Typische Ursachen und Indikationen sind:
- Beckenbodensenkung (Genitalprolaps): Absenkung von Blase (Zystozele), Gebärmutter, Enddarm (Rektozele) oder Scheidenstumpf
- Belastungsinkontinenz: unfreiwilliger Urinverlust bei körperlicher Anstrengung, Husten oder Niesen
- Vorausgegangene Geburten: vaginale Entbindungen können den Beckenboden dauerhaft schädigen
- Hormonelle Veränderungen: insbesondere in der Menopause nimmt die Gewebefestigkeit ab
- Chronischer Husten oder Übergewicht: erhöhter Druck auf den Beckenboden über lange Zeit
- Wiederholter Prolaps: Rückfall nach einer vorherigen operativen Korrektur ohne Implantat
Diagnose
Vor dem Einsatz einer Beckenbodenprothese erfolgt eine gründliche gynäkologische oder urologische Untersuchung. Dazu gehören:
- Klinische Untersuchung (vaginale und rektale Inspektion)
- Urodynamische Messung zur Beurteilung der Blasenfunktion
- Sonographie (Ultraschall) des Beckens
- Gegebenenfalls Magnetresonanztomographie (MRT) des Beckenbodens
- Klassifikation des Prolapses nach dem POP-Q-System (Pelvic Organ Prolapse Quantification)
Arten von Beckenbodenprothesen
Synthetische Netze
Synthetische Netze aus Polypropylen sind die am häufigsten verwendeten Materialien. Sie sind langlebig und gut verträglich, können jedoch in seltenen Fällen Probleme wie Erosion oder Infektion verursachen. Die Verwendung dieser Netze ist in einigen Ländern reguliert und erfordert eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung.
Biologische Materialien
Biologische Prothesen bestehen aus tierischem oder menschlichem Gewebe (z. B. Schweinedarm-Submukosa oder humane Dura mater). Sie werden vom Körper mit der Zeit teilweise abgebaut und integriert, haben jedoch eine geringere Langzeitstabilität.
Operative Verfahren
Die Beckenbodenprothese kann auf verschiedenen chirurgischen Wegen eingesetzt werden:
- Vaginaler Zugang: Das Netz wird durch die Scheide eingebracht – weniger invasiv, aber mit höherem Erosionsrisiko
- Abdominaler Zugang: offene oder laparoskopische Operation über die Bauchdecke – präziser, aber aufwendiger
- Robotergestützte Chirurgie: minimalinvasive Methode mit hoher Präzision
Die Wahl des Verfahrens hängt von der Art und dem Ausmaß des Prolapses, dem allgemeinen Gesundheitszustand der Patientin sowie der Erfahrung des operierenden Teams ab.
Risiken und Nebenwirkungen
Wie bei jedem operativen Eingriff gibt es auch bei der Implantation einer Beckenbodenprothese mögliche Risiken:
- Netzarrosion oder -erosion (Durchscheuern des Netzes durch Schleimhaut oder Haut)
- Infektionen
- Schmerzen, insbesondere beim Geschlechtsverkehr (Dyspareunie)
- Harnentleerungsstörungen
- Rückfall des Prolapses
- Verletzung benachbarter Organe während der Operation
Aufgrund dieser Risiken empfehlen viele Fachgesellschaften, den Einsatz synthetischer Netze auf Fälle zu beschränken, in denen herkömmliche Operationen nicht ausreichend sind oder bei einem Rückfall nach einer Voroperation.
Nachsorge und Rehabilitation
Nach dem Einsetzen einer Beckenbodenprothese ist eine sorgfältige Nachsorge wichtig. Dazu gehören regelmäßige Kontrolluntersuchungen, gezielte Beckenbodengymnastik und – bei Bedarf – physiotherapeutische Begleitung. Körperliche Schonung in den ersten Wochen nach der Operation ist essenziell, um die Heilung zu fördern und Komplikationen zu vermeiden.
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) – S2e-Leitlinie: Descensus genitalis der Frau, 2016 (aktualisiert 2021). Verfügbar unter: www.awmf.org
- Maher C et al. – Surgical management of pelvic organ prolapse in women. Cochrane Database of Systematic Reviews, 2016. DOI: 10.1002/14651858.CD004014.pub6
- Europäische Gesellschaft für Urologie (EAU) – Guidelines on Urinary Incontinence and Pelvic Floor Dysfunction, 2023. Verfügbar unter: uroweb.org
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