Schiefhals (Torticollis): Ursachen und Behandlung
Schiefhals (Torticollis) ist eine Fehlstellung des Halses, bei der der Kopf zur Seite geneigt oder gedreht ist. Er kann angeboren oder erworben auftreten.
Interesse an regelmäßigen Tipps & Infos rund um Gesundheit? Regelmäßigen Tipps & Infos rund um Gesundheit Spare 15% auf FloralWissenswertes über "Schiefhals"
Schiefhals (Torticollis) ist eine Fehlstellung des Halses, bei der der Kopf zur Seite geneigt oder gedreht ist. Er kann angeboren oder erworben auftreten.
Was ist Schiefhals?
Schiefhals, medizinisch als Torticollis oder Caput obstipum bezeichnet, ist eine Fehlstellung des Halses, bei der der Kopf dauerhaft oder wiederkehrend zur Seite geneigt, gedreht oder nach vorne bzw. hinten gebeugt ist. Die Erkrankung kann in jedem Lebensalter auftreten und hat verschiedene Ursachen. Man unterscheidet vor allem zwischen dem angeborenen und dem erworbenen Schiefhals.
Ursachen
Angeborener Schiefhals
Der angeborene Schiefhals entsteht meist durch eine Verkürzung oder Verhärtung des Kopfnickers (Musculus sternocleidomastoideus), dem großen seitlichen Halsmuskel. Dies kann durch eine schwierige Geburt, eine Fehllagen des Kindes im Mutterleib oder durch eine Durchblutungsstörung des Muskels verursacht werden.
Erworbener Schiefhals
Beim erworbenen Schiefhals kommen verschiedene Ursachen in Betracht:
- Muskulärer Schiefhals: Muskelverspannungen oder -verletzungen im Halsbereich
- Neurogener Schiefhals: Störungen des Nervensystems, z. B. durch Schlaganfall oder Parkinson-Erkrankung
- Ossärer Schiefhals: Fehlstellungen oder Erkrankungen der Halswirbelsäule
- Spasmodischer Torticollis (zervikale Dystonie): Unwillkürliche Muskelkontraktionen durch eine Bewegungsstörung des Gehirns
- Okulärer Schiefhals: Fehlstellung durch ein Schielen oder andere Augenmuskelprobleme
- Entzündlicher Schiefhals: Infolge von Infektionen oder Entzündungen im Hals- und Nackenbereich
Symptome
Die typischen Beschwerden beim Schiefhals umfassen:
- Dauerhaftes oder wiederkehrendes Neigen oder Drehen des Kopfes zur Seite
- Schmerzen im Nacken und Halsbereich
- Eingeschränkte Beweglichkeit der Halswirbelsäule
- Muskelverspannungen und tastbare Muskelverhärtungen
- Bei Säuglingen: bevorzugte Kopfhaltung zur einer Seite, Schwierigkeiten beim Stillen von einer Seite
- In schweren Fällen: Kopfschmerzen, Schwindel oder Sehstörungen
Diagnose
Die Diagnose des Schiefhalses erfolgt durch:
- Körperliche Untersuchung: Beurteilung der Kopfhaltung, Muskelfunktion und Beweglichkeit
- Bildgebende Verfahren: Röntgenaufnahmen, Ultraschall oder MRT der Halswirbelsäule und Halsmuskulatur zur Ursachenklärung
- Neurologische Untersuchung: Ausschluss nervlicher Ursachen
- Augenärztliche Untersuchung: Bei Verdacht auf okulären Schiefhals
Behandlung
Konservative Therapie
In vielen Fällen ist eine konservative Behandlung erfolgreich:
- Physiotherapie: Dehnungs- und Kräftigungsübungen zur Verbesserung der Muskelbalance und Beweglichkeit
- Manuelle Therapie und Osteopathie: Gezielte Behandlung von Muskeln und Gelenken
- Wärme- oder Kälteanwendungen: Zur Linderung von Schmerzen und Verspannungen
- Medikamentöse Therapie: Muskelrelaxanzien, Schmerzmittel oder entzündungshemmende Mittel bei Bedarf
Botulinumtoxin-Therapie
Beim spasmodischen Torticollis (zervikale Dystonie) hat sich die Injektion von Botulinumtoxin (Botox) in die betroffenen Muskeln als besonders wirksam erwiesen. Die Wirkung hält mehrere Monate an und muss regelmäßig wiederholt werden.
Operative Therapie
Bei schwerwiegendem angeborenem oder konservativ nicht beherrschbarem Schiefhals kann ein operativer Eingriff notwendig sein, bei dem der verkürzte Muskel oder veränderte Wirbelstrukturen korrigiert werden.
Behandlung bei Säuglingen
Bei Neugeborenen und Säuglingen mit angeborenem Schiefhals wird frühzeitig mit physiotherapeutischen Dehnungsübungen begonnen. Eltern werden angeleitet, diese Übungen täglich zuhause durchzuführen. In den meisten Fällen lässt sich der Schiefhals so vollständig korrigieren.
Quellen
- Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN): Zervikale Dystonie (Torticollis spasmodicus) - Diagnostik und Therapie, 2023.
- Bhatt JM, Ibrahim S, Bhatt M. Torticollis. In: StatPearls [Internet]. Treasure Island (FL): StatPearls Publishing; 2023.
- Piazza C, Mocellin M, Nicolai P. Congenital muscular torticollis: natural history and management. European Archives of Oto-Rhino-Laryngology, 2021.
Verwandte Produkte
Für eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac®, probiotischen Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Für Deinen universellen Schutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Proteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des ImmunsystemsMeistgekaufte Produkte
Der universelle Immunschutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Immunproteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des ImmunsystemsFür eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac®, probiotischen Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Die neusten Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategoriePropyl
Funktionsdiagnostik
Hautbiopsie
Die meistgelesenen Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieMagnesiumcarbonat
Kölner Liste
Kaloriengehalt
Verwandte Suchbegriffe: Schiefhals + Torticollis + Tortikollis + Caput obstipum