Schilddrüsenkarzinom – Ursachen, Symptome & Therapie
Das Schilddrüsenkarzinom ist ein bösartiger Tumor der Schilddrüse. Es zählt zu den häufigsten Krebserkrankungen des endokrinen Systems und ist bei frühzeitiger Diagnose meist gut behandelbar.
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Das Schilddrüsenkarzinom ist ein bösartiger Tumor der Schilddrüse. Es zählt zu den häufigsten Krebserkrankungen des endokrinen Systems und ist bei frühzeitiger Diagnose meist gut behandelbar.
Was ist ein Schilddrüsenkarzinom?
Das Schilddrüsenkarzinom ist eine bösartige (maligne) Tumorerkrankung der Schilddrüse, einer schmetterlingsförmigen Drüse im vorderen Halsbereich. Sie produziert lebenswichtige Hormone, die den Stoffwechsel, das Herzkreislaufsystem und viele weitere Körperfunktionen regulieren. Schilddrüsenkrebs ist die häufigste Krebserkrankung des endokrinen (hormonproduzierenden) Systems. In den meisten Fällen – besonders bei den gut differenzierten Formen – ist die Prognose sehr günstig.
Arten des Schilddrüsenkarzinoms
Es werden vier Haupttypen unterschieden, die sich in ihrem Ursprungsgewebe, Wachstumsverhalten und ihrer Prognose unterscheiden:
- Papilläres Schilddrüsenkarzinom: Mit etwa 70–80 % der Fälle die häufigste Form. Es wächst langsam, metastasiert bevorzugt in die regionalen Lymphknoten und hat eine exzellente Langzeitprognose.
- Follikuläres Schilddrüsenkarzinom: Macht etwa 10–15 % der Fälle aus. Es breitet sich eher über das Blut aus (hämatogene Metastasierung), z. B. in Lunge oder Knochen.
- Medulläres Schilddrüsenkarzinom: Geht von den parafollikulären C-Zellen aus, die das Hormon Calcitonin produzieren. Kann sporadisch oder im Rahmen eines erblichen Syndroms (MEN 2) auftreten.
- Anaplastisches Schilddrüsenkarzinom: Die seltenste, aber aggressivste Form. Es wächst sehr schnell und hat eine schlechte Prognose.
Ursachen und Risikofaktoren
Die genaue Ursache des Schilddrüsenkarzinoms ist häufig nicht eindeutig bestimmbar. Folgende Faktoren erhöhen das Risiko:
- Strahlenexposition: Insbesondere Bestrahlung des Kopf-Hals-Bereichs in der Kindheit gilt als wichtiger Risikofaktor.
- Genetische Veranlagung: Familiäre Häufungen und spezifische Genmutationen (z. B. RET-Protoonkogen beim medullären Karzinom) sind bekannt.
- Jodmangel: Steht im Zusammenhang mit einem erhöhten Risiko für das follikuläre Karzinom.
- Geschlecht und Alter: Frauen erkranken etwa drei Mal häufiger als Männer; der Altersgipfel liegt zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr.
- Vorbestehende Schilddrüsenerkrankungen: Gutartige Schilddrüsenknoten (Adenome) oder eine Struma können das Risiko erhöhen.
Symptome
Im Frühstadium verursacht das Schilddrüsenkarzinom häufig keine oder nur unspezifische Beschwerden. Mögliche Zeichen sind:
- Tastbarer, schmerzloser Knoten im Halsbereich
- Heiserkeit oder Stimmveränderungen (durch Beteiligung des Stimmbandnervs)
- Schluckbeschwerden oder das Gefühl eines Drucks im Hals
- Vergrößerte Lymphknoten am Hals
- Anhaltender Husten ohne Erkältungsursache
Bei Verdacht auf ein Schilddrüsenkarzinom sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden.
Diagnose
Die Diagnose wird durch eine Kombination verschiedener Untersuchungen gesichert:
- Ultraschall der Schilddrüse: Erste bildgebende Methode zur Beurteilung von Knoten (Echostruktur, Größe, Durchblutung).
- Feinnadelaspirationsbiopsie (FNAB): Entnahme von Zellmaterial aus einem Knoten zur mikroskopischen Untersuchung.
- Blutuntersuchungen: Bestimmung von TSH, Calcitonin (bei Verdacht auf medulläres Karzinom) und Thyreoglobulin.
- Szintigraphie: Nuklearmedizinische Untersuchung zur Beurteilung der Funktion von Schilddrüsenknoten.
- CT, MRT oder PET-CT: Zur Bestimmung der Ausbreitung (Staging) und Suche nach Metastasen.
Behandlung
Operation (Thyreoidektomie)
Die operative Entfernung der Schilddrüse (Thyreoidektomie) ist die wichtigste Behandlungsmaßnahme. Je nach Tumorausdehnung wird die Schilddrüse vollständig oder teilweise entfernt. Befallene Lymphknoten werden ebenfalls operativ entfernt.
Radiojodtherapie
Nach einer Operation bei differenzierten Karzinomen (papillär, follikulär) wird häufig eine Radiojodtherapie (131I) durchgeführt. Restliches Schilddrüsengewebe und mögliche Metastasen, die Jod aufnehmen, werden dabei gezielt zerstört.
Hormontherapie (TSH-Suppression)
Nach der Operation erhalten Patienten lebenslang L-Thyroxin (Schilddrüsenhormon), um die körpereigene Hormonproduktion zu ersetzen. Gleichzeitig wird die Ausschüttung von TSH (Thyreoidea-stimulierendem Hormon) unterdrückt, da TSH das Wachstum von Tumorzellen fördern kann.
Weitere Therapieoptionen
- Externe Strahlentherapie: Bei lokal fortgeschrittenen Tumoren oder anaplastischen Karzinomen.
- Zielgerichtete Therapien (Targeted Therapy): Tyrosinkinase-Inhibitoren (z. B. Sorafenib, Lenvatinib) werden bei fortgeschrittenen, jodspeicher-refraktären Karzinomen eingesetzt.
- Chemotherapie: Spielt beim Schilddrüsenkarzinom eine untergeordnete Rolle, kann aber beim anaplastischen Typ erwogen werden.
Nachsorge und Prognose
Regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen sind entscheidend, um Rückfälle frühzeitig zu erkennen. Dazu gehören Blutuntersuchungen (Thyreoglobulin als Tumormarker), Ultraschall und ggf. Ganzkörper-Szintigraphie. Die Prognose ist bei papillärem und follikulärem Karzinom sehr gut – die 10-Jahres-Überlebensrate liegt bei über 90 %. Das anaplastische Karzinom hat hingegen eine sehr ungünstige Prognose.
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) – Leitlinie Schilddrüsenkarzinom, 2023.
- Haugen BR et al. – 2015 American Thyroid Association Management Guidelines for Adult Patients with Thyroid Nodules and Differentiated Thyroid Cancer. Thyroid, 2016.
- World Health Organization (WHO) – Classification of Tumours: Endocrine and Neuroendocrine Tumours, 5th Edition, 2022.
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